Gerhard Rühm sei „einer der letzten großen Universalkünstler unserer Zeit“, sagte Maria Linsmann zur Eröffnung der Ausstellung „Am Anfang war das Wort“ in der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln. Tatsächlich ist der Wiener als Wahlkölner Schriftsteller auf vielen Feldern, Bildender Künstler, Komponist und Performer in einer Person. Die kleine Ausstellung über drei Bibliotheks-Etagen würdigt … Gerhard Rühm in Köln: „Einer der letzten großen Universalkünstler unserer Zeit“ weiterlesen
Thomas Engström im Gespräch über seinen Stasi-Thriller „West of Liberty“: „Als wäre ich plötzlich allmächtig!“
Übertriebene Eitelkeit kann man Thomas Engström nicht vorwerfen. Die TV-Verfilmung sei in vielerlei Hinsicht besser als sein Buch, gibt der schwedische Journalist und Thriller-Autor unumwunden zu. Wenn er „West of Liberty“ noch einmal schreiben könnte, würde er sämtliche Ideen des Filmteams beherzigen. Großes Lob also für den gleichnamigen Zweiteiler, den das ZDF am 24. und … Thomas Engström im Gespräch über seinen Stasi-Thriller „West of Liberty“: „Als wäre ich plötzlich allmächtig!“ weiterlesen
Wien, Wien nur du allein: Eine Stadt in der Fotografie
Wien, Wien nur du allein! Um nichts anderes geht es in diesem sachertortenmäßig üppigen Porträt einer Metropole. Es entsteht aus einem schier berstenden Fundus an Fotografien, welche den Zeitraum zwischen 1839 und der Gegenwart abdecken. All das geschieht in Schwarz-Weiß oder Sepia-Braun, nachkoloriert oder in der vierfarbigen Hochglanzvariante. Die Auswahl der Aufnahmen und die Schilderung … Wien, Wien nur du allein: Eine Stadt in der Fotografie weiterlesen
Prachtband über Kathedralen am Rhein (und ein Hinweis auf Notre-Dame, wo es „ganz schlecht“ steht)
Das Ganze ist ein Hochamt, ein Festtag, ein Jubilieren in Bild und Text. Fotograf Florian Monheim und Autor Jürgen Kaiser versammeln in einem Prachtband die großen Kathedralen am Rhein von Konstanz bis Köln (also ohne Chur am Alpenrhein und Utrecht am Oude Rijn). Unterwegs geht es um „Macht und Herrlichkeit“, um himmelsstrebende und erdbeherrschende Spitzenkunst … Prachtband über Kathedralen am Rhein (und ein Hinweis auf Notre-Dame, wo es „ganz schlecht“ steht) weiterlesen
Mit Thrillerautor Marc Raabe vom Pan-Brunnen bis zum Bahnwärterhäuschen
Der Verkehrslärm der Aachener Straße liegt hinter uns. Ruhig ist es in der kleinen Seitenstraße, in der Thriller-Autor Marc Raabe und seine Familie wohnen. Gepflegte Altbauhäuser, kleine Vorgärten, im Laub rascheln ein paar Vögel. Vor 17 Jahren hat es den gebürtigen Erftstädter nach Braunsfeld verschlagen. „Ich mag dieses Viertel sehr“, sagt der Mann, dessen Bücher … Mit Thrillerautor Marc Raabe vom Pan-Brunnen bis zum Bahnwärterhäuschen weiterlesen
Als der Krieg zu Ende war: Fotograf Alfred Tritschler sucht die Nähe der Heiligen
Als der Krieg zu Ende war, hat der Fotograf Alfred Tritschler einige Sammlungsstücke des Museum Schnütgen in Köln mit seiner Kamera in schwarz-weißen Aufnahmen eingefangen. Das heißt: Er hat sie ansatzweise eingefangen. Erkennbar ging es ihm nicht um die Dokumentation von gerettetem, aber noch in der Notaufnahme befindlichen Kulturgut. Die Heiligen hat er nicht in … Als der Krieg zu Ende war: Fotograf Alfred Tritschler sucht die Nähe der Heiligen weiterlesen
Das war’s mit Heisei bungaku: Japanische Literatur von 1989 bis 2019
Japan blickt auf eine Ära zurück: Mit der Abdankung von Kaiser Akihito in diesem Jahr endete die Heisei-Zeit, die mit seinem Amtsantritt im Jahre 1989 begonnen hatte. Aus diesem Anlass warf jetzt der Japanologe Christian Chappelow von der Goethe-Universität in Frankfurt am Main einen Blick auf die Literatur der letzten 30 Jahre – auf die … Das war’s mit Heisei bungaku: Japanische Literatur von 1989 bis 2019 weiterlesen
Zwei Weltpremieren im Literaturhaus Köln: Jacques Offenbach auf der Suche nach acht Takten
Zwei Weltpremieren und eine Wiederentdeckung nach rund 150 Jahren – viel mehr kann man nicht erwarten beim Besuch einer literarischen Veranstaltung. Das Kölner Literaturhaus hatte zusammen mit der Kölner Offenbach-Gesellschaft zu diesem exklusiven Abend zu Ehren von Jacques Offenbach (1819 - 1880) geladen. Der Komponist ist vor 200 Jahren in derselben Straße geboren worden, in … Zwei Weltpremieren im Literaturhaus Köln: Jacques Offenbach auf der Suche nach acht Takten weiterlesen
Der Kriminalroman ist längst reif fürs Hauptseminar – Ein Blick auf das Renommee des Genres
Zwölf Uhr mittags in Hörsaal 7a der Kölner Universität. Im Hauptseminar von Prof. Christof Hamann werden Kriminalromane besprochen: Glauser und Fauser, Dürrenmatt und Ani. „Kriminalliteratur von der Weimarer Republik bis zur Gegenwart“ heißt die Seminarreihe der Philosophischen Fakultät. Der Kriminalroman eine triviale Gattung? Davon könne keine Rede mehr sein, versichert Hamann. Für den 53-Jährigen, der … Der Kriminalroman ist längst reif fürs Hauptseminar – Ein Blick auf das Renommee des Genres weiterlesen
Jess Kidd schickt ihre Detektivin Bridie Devine durch das alte London der Geister und Exzentriker
Irgendwann habe sie in ihrem Arbeitszimmer gesessen und nur noch gelacht, erinnert sich Annette Weber, Programmleiterin Belletristik des DuMont Buchverlags. „Der Freund der Geister“, der erste Roman von Jess Kidd, sei einfach zu lustig gewesen. Inzwischen hat die Engländerin mit dem Hang zu Gespenstergeschichten ihr drittes Buch vorgelegt: „Die Ewigkeit in einem Glas.“ Wieder geht … Jess Kidd schickt ihre Detektivin Bridie Devine durch das alte London der Geister und Exzentriker weiterlesen
Rafik Schami erzählt seinen Kardinals-Roman von A bis W und dann noch ein Zipfelchen vom Z
„Was will ein Autor mehr?“ fragte Rafik Schami am Ende der Vorstellung seines neuen Romans „Die geheime Mission des Kardinals“ (Hanser) in Köln. Groß war die finale Zustimmung des Publikums und ausverkauft das Teerstegenhaus der Evangelischen Kirchengemeinde in Klettenberg. Seit bald zwei Jahrzehnten ist der Schriftsteller dort auf Einladung der Buchhandlung Olitzky regelmäßig zu Gast … Rafik Schami erzählt seinen Kardinals-Roman von A bis W und dann noch ein Zipfelchen vom Z weiterlesen
Salman Rushdies „Quichotte“ im Land der unbegrenzten Fernsehserien und Schmerzmittel
Salman Rushdies „Quichotte“ ist ein wildes Buch. Es verzaubert und verwirrt. Es lockt den Leser auf verschlungene Pfade, zu Blüten ohne Zahl, überhaupt zu einer famosen Fülle und in ein dicht wucherndes Buschwerk, das nicht immer leicht zu durchdringen ist. Ja, wer sich auf Rushdies Schöpfung einlässt, muss ein paar Mühen auf sich nehmen. Aber … Salman Rushdies „Quichotte“ im Land der unbegrenzten Fernsehserien und Schmerzmittel weiterlesen
Klaus Honnef über Gerhard Richters Kunst des Zufalls und der Absichtslosigkeit
Einen Gerhard Richter für zehn Euro? Den gibt es. Gut, es handelt sich nicht um ein Gemälde aus des Künstlers Hand. Allerdings sind auch Kunstbücher, die Richters Werk gewidmet sind, in der Regel keineswegs von der preiswerten Sorte. Nicht so der 200. Band der „Kleinen Reihe Kunst“ des Taschen Verlags. Da mag man sich erinnern … Klaus Honnef über Gerhard Richters Kunst des Zufalls und der Absichtslosigkeit weiterlesen
Sarah Kirsch und Christa Wolf schreiben sich drei Jahrzehnte lang Briefe – und dann kommt der Mauerfall
„Es ist schwer auszuhalten“, schreibt Sarah Kirsch am 14. Juni 1990 in einem Brief an Gerhard Wolf. Schwer auszuhalten sei, was seine Ehefrau Christa Wolf in den Medien sage: „Dieser Kinderglaube, dass in der BRD die Barbaren sitzen – und ich habe mich dem Markt angepasst und schreibe nun harte Pornos.“ Als ob „die Grenzen … Sarah Kirsch und Christa Wolf schreiben sich drei Jahrzehnte lang Briefe – und dann kommt der Mauerfall weiterlesen
Martin Suters neuer Allmen-Bestseller: Ein Koi namens Boy
Johann Friedrich von Allmen würde sicher sagen, dass es genauso sein müsse: Ein Platz auf der Bestsellerliste ist für den Privatermittler eine Selbstverständlichkeit. So und nicht anders. Denn für Allmen, der einen sehr kostspieligen Lebensstil pflegt, kann nur das Beste gut genug sein. Allerdings darf man nach Lektüre des neuesten und sechsten Falles der Krimireihe … Martin Suters neuer Allmen-Bestseller: Ein Koi namens Boy weiterlesen
Das Gedenkjahr naht: Karl-Heinz Ott über Hölderlins Geister
In Tübingen am Neckar, meint Karl-Heinz Ott, kann man noch heute die Schritte des Friedrich Hölderlin (1770-1843) auf dem Kopfsteinpflaster vernehmen (und ebenso die seiner Kommilitonen Hegel und Schelling). Von dort aus macht sich der Autor auf, um Hölderlin in seiner Zeit und in der Rezeption zu ergründen. Ja, Hölderlin ist ein Dichter der vielen … Das Gedenkjahr naht: Karl-Heinz Ott über Hölderlins Geister weiterlesen
Sonnenblumen sowieso: Vincent van Goghs Stillleben in Potsdam und bei Prestel
Aller guten Dinge sind drei Ausstellungen! Vincent van Gogh (1853 – 1890) wird derzeit nicht nur im Noordbrabants Museum in ‘s-Hertogenbosch mit einem Blick auf seinen inneren Kreis (mehr dazu HIER) und im Frankfurter Städel mit einer Ausstellung zur zumal deutschen Rezeption (HIER) gewürdigt. Parallel dazu widmet sich das Museum Barberini in Potsdam dem Giganten … Sonnenblumen sowieso: Vincent van Goghs Stillleben in Potsdam und bei Prestel weiterlesen
Abraham B. Yehoshua baut in Israel einen Tunnel für Lebensmut und gegen das Vergessen
Erst sind es nur die Vornamen von Bekannten, die dem ehemaligen Straßenbauingenieur Zvi Luria (72) nicht mehr mit selbstverständlicher Zuverlässigkeit einfallen. Dann bringt der Israeli eines Tages statt seines Enkels einen fremden Jungen vom Kindergarten in Tel Aviv nachhause. Da darf dann mal ein Fachmann ran. Der Neurologe weist die Vokabel Demenz fürs erste vom … Abraham B. Yehoshua baut in Israel einen Tunnel für Lebensmut und gegen das Vergessen weiterlesen
Harriet Tyce mit einem Knaller-Debüt: Anwältin Allison im Stress zwischen Kind und Karriere (plus einem Tatort-Tipp für London)
Irgendwann muss Harriet Tyce genug gehabt haben von der Juristerei. Und so hat die gebürtige Schottin sich hingesetzt und einen Krimi geschrieben: „Blood Orange“. Der spielt genau da, wo sie sich am besten auskennt: im Temple-, also im Rechtsbezirk von London. Und ist so gut, dass man kaum glauben mag, dass es sich um einen … Harriet Tyce mit einem Knaller-Debüt: Anwältin Allison im Stress zwischen Kind und Karriere (plus einem Tatort-Tipp für London) weiterlesen
Eduard Prüssen, Grafiker und Bibliomane aus Köln, ist gestorben
Eduard Prüssen liebte die Literatur und liebte die Bücher. Davon zeugt seine lebenslange Tätigkeit als Grafiker. Seine Porträts von Schriftstellern, mit wenigen kräftigen Konturen in schwarz-weiße Form gebracht, sind zahlreich. Seine literarischen Editionen in der von ihm gegründeten Handpresse "Donkey-Press" sind bibliophile Schätze – handgebunden, gesetzt im Bleisatz aus Einzelbuchstaben, mit signierten Grafiken. Und seine … Eduard Prüssen, Grafiker und Bibliomane aus Köln, ist gestorben weiterlesen