Deutscher machte Gold zu Glasplatten: Frühe Fotografien aus dem Wilden Osten Australiens sind Welterbe der Unesco

Bernhard Otto Holtermann (1838-1885) war ein Mann des Aufbruchs. Das hat er einige Male bewiesen. Wir können uns buchstäblich ein Bild davon machen. Und das ist ein einzigartiger Anblick. Der Sohn eines Hamburger Fischhändlers war 1858 nach Australien ausgewandert, ohne Geld und ohne Englisch-Kenntnisse. Weil ihm die Arbeit als Kellner nicht gefiel, zog er 1860 … Deutscher machte Gold zu Glasplatten: Frühe Fotografien aus dem Wilden Osten Australiens sind Welterbe der Unesco weiterlesen

Kent Harufs wunderbar wehmütige Feier des Lebens: „Kostbare Tage“

Dad Lewis wird bald sterben. Einen Monat geben die Ärzte ihm. „Noch ehe der Sommer vorbei wäre, wäre er tot. Anfang September würde man draußen auf dem Friedhof, drei Meilen östlich von der Stadt, Erde über ihn schütten, auf das, was von ihm übrig war. Man würde seinen Namen auf einen Grabstein meißeln, und dann … Kent Harufs wunderbar wehmütige Feier des Lebens: „Kostbare Tage“ weiterlesen

Psychoanalytikerin Hirigoyen über „die toxische Macht der Narzissten“ und Trumps „infantile Allmachtsfantasien“

Narzissten? Sind wir doch alle. Irgendwie. Kleine Ego-Shooter, die ihre Fotos ins Netz stellen und den Rest der Welt an jedem popeligen Sonnenuntergang teilhaben lassen, den wir wo auch immer gesehen haben. Was aber, wenn aus dem Ego-Shooter ein krankhafter Narzisst wird? Einer wie US-Präsident Donald Trump, der sich selber für Gottes Geschenk an die … Psychoanalytikerin Hirigoyen über „die toxische Macht der Narzissten“ und Trumps „infantile Allmachtsfantasien“ weiterlesen

Corona-Lektüre (5): Abstand halten mit dem erstaunlichen „Oblomow“ von Iwan Gontscharow

Ilja Iljitsch Oblomow kommt mit der sozialen Distanz so gut klar wie nur wenige andere. Meistens liegt der Gutsbesitzer aus Sankt Petersburg sowieso in seinem Bett. Vor die Türe zu treten, ist ihm ein Gräuel. Und als ihm sein Arzt zur Luftveränderung rät, am besten in einem der Heilbäder in Deutschland, ist er entsetzt: „Ich … Corona-Lektüre (5): Abstand halten mit dem erstaunlichen „Oblomow“ von Iwan Gontscharow weiterlesen

Frisch mault, Handke schweigt und Beckett lacht: Suhrkamp feiert sein Jubiläum mit Texten von Peter Suhrkamp und Siegfried Unseld

„Die Arbeit eines Verlegers“, sagte Peter Suhrkamp (1891-1959) im Jahre 1954, „steht im Dienste der Gesittung.“ Damit meinte er „ein bestimmtes geistiges Lebensniveau“, wie es zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts geherrscht und an dem es in der „schwarze(n) Zeit“ des Nationalsozialismus gemangelt habe. Der Verlag, den Peter Suhrkamp am 1. Juli ins Handelsregister in Frankfurt … Frisch mault, Handke schweigt und Beckett lacht: Suhrkamp feiert sein Jubiläum mit Texten von Peter Suhrkamp und Siegfried Unseld weiterlesen

Haarmenschen, Nautiluspokale und tragbare Apotheken – Am Anfang des Museums war die Wunderkammer

Am Anfang war die Wunderkammer. Mit ihr fing an, was sich heute Museum nennt. Allerdings mit einem Unterschied: „In der Wunderkammer fand alles, aber wirklich alles seinen Platz“ schreibt Antonio Paolucci in einem neuen Prachtband des Taschen-Verlags. „Alles“ ist womöglich ein zu großes Wort. Aber sehr vieles fand Eingang, was den Menschen der Renaissance und … Haarmenschen, Nautiluspokale und tragbare Apotheken – Am Anfang des Museums war die Wunderkammer weiterlesen

Starke Initiative, tolle Texte: Autorinnen und Autoren schreiben in Einfacher Sprache

Das Leichte ist alles andere als leicht. Schon klar. Trotzdem haben sich 13 Autorinnen und Autoren in den vergangenen vier Jahren auf Einladung des Literaturhaus Frankfurt am Main darauf eingelassen, Geschichten in Einfacher Sprache zu schreiben. „Über 20 Millionen Menschen in Deutschland können nicht gut lesen.“ sagt Heike Hückstädt, der Leiter des Frankfurter Literaturhauses. Und: … Starke Initiative, tolle Texte: Autorinnen und Autoren schreiben in Einfacher Sprache weiterlesen

„Das verstößt gegen alle Regeln“ – Bachmann-Jury im Dauer-Clinch (und dann noch die letzten ersten Sätze)

Das Erstaunliche an der Jury des diesjährigen Bachmannpreises ist, dass sie zuverlässig mindestens einmal pro Tag aus dem Ruder läuft. Diesmal waren es wieder der Jury-Neuzugang Philipp Tingler und Jury-Veteran Hubert Winkels, die sich ein Wortgefecht lieferten, das allerdings, weil beide zugleich sprachen, nur partiell zu verstehen war. Auslöser war diesmal, dass Tingler sich zunächst … „Das verstößt gegen alle Regeln“ – Bachmann-Jury im Dauer-Clinch (und dann noch die letzten ersten Sätze) weiterlesen

Noch mehr erste Sätze beim Bachmann-Wettbewerb – und dann Helga Schuberts später Triumpf

Auch der zweite Tag des Bachmannwettbewerbs in Klagenfurt, der aus Virus-Gründen online abgehalten wird, bot beste Unterhaltung. Abermals ist eine historische Besonderheit zu vermelden. War es gestern die Tatsache, dass erstmals eine maschinell erstellte Textpassage – Passage wohlgemerkt, kein kompletter Text – zum Vortrag kam, so war es diesmal der Auftritt von Helga Schubert. Die … Noch mehr erste Sätze beim Bachmann-Wettbewerb – und dann Helga Schuberts später Triumpf weiterlesen

Erste Sätze beim Bachmann-Wettbewerb: Verletzte Frauen, Melancholie, Ovid und die KI als Co-Autor

Am ersten Tag des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs in Klagefurt, der wegen der Pandemie als virtuelle Veranstaltung stattfindet, gab es erstaunliche wenige technische Pannen. Allerdings wurde der Jury erst im Laufe der Zeit klar, dass es keinen Sinn macht, gleichzeitig zu reden. Das stresste nicht nur die Beteiligten, sondern auch die Zuschauer. Einen historischen Moment gab es auch. … Erste Sätze beim Bachmann-Wettbewerb: Verletzte Frauen, Melancholie, Ovid und die KI als Co-Autor weiterlesen