Einladung in die Cafés von Paris: Murielle Rousseau empfiehlt große Namen und persönliche Vorlieben

Ein Ort mit ziemlich viel Tradition: Das „Café de Flore“ am Boulevard Saint-Germain. Foto: Bücheratlas Kaffeepreise und ähnliche Banalitäten sucht man vergebens in Murielle Rousseaus wunderbarem Reiseführer „Die Cafés von Paris“. Ach was, Reiseführer! Für Bücher wie dieses gibt es eigentlich keine passende Bezeichnung. Nennen wir es eine Sammlung. Eine Sammlung der Lieblingscafés von Murielle … Einladung in die Cafés von Paris: Murielle Rousseau empfiehlt große Namen und persönliche Vorlieben weiterlesen

„Das Alter ist des Teufels“: „Der Nagel im Kopf“ ist Paul Nizons sechstes Journal und beleuchtet die Jahre 2011 bis 2020

Bern sei „ein leeres Stadtmuseum“, sagt Paul Nizon über seine Geburtsstadt. „Die Altstadtarchitektur ist ja gefängnisschwer und wuchtig.“ Dann aber „berührt“ ihn die Schönheit Münsterplatzes, nur ein paar Schritte entfernt von der hier abgebildeten Gerechtigkeitsgasse. Foto: Bücheratlas Paul Nizon notiert am 1. Februar 2015 an seinem Wohnsitz in Paris: „Manchmal in Panik im Hinblick auf … „Das Alter ist des Teufels“: „Der Nagel im Kopf“ ist Paul Nizons sechstes Journal und beleuchtet die Jahre 2011 bis 2020 weiterlesen

Weltkrieg-Krimis sind en vogue: Chris Lloyds „Die Toten vom Gare d’Austerlitz“ führt ins besetzte Paris

Über den Dächern von Paris Foto: Bücheratlas Es ist der 14. Juni 1940. Ein schwarzer Tag für Paris. Ein schwarzer Tag für ganz Frankreich. An diesem Freitag marschiert die deutsche Wehrmacht in die Hauptstadt ein. Auf den Champs-Elysées paradieren Männer in deutschen Uniformen, während sich in Kneipen die ersten Kollaborateure an die neuen Machthaber heranwanzen … Weltkrieg-Krimis sind en vogue: Chris Lloyds „Die Toten vom Gare d’Austerlitz“ führt ins besetzte Paris weiterlesen

Auf der Suche nach Noëlle: Nobelpreisträger Patrick Modiano flaniert in „Unsichtbare Tinte“ erneut durch die Erinnerung

Paris in einem Frühling ohne Pandemie Foto: Bücheratlas Noëlle Lefebvre ist verschollen. Verschwunden in Paris in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. In der Detektei Hutte setzt man den jungen Jean Eyben auf den Fall an. Doch das Dossier, das ihm in die Hand gedrückt wird, füllt sich nicht erheblich. Bald bereits verliert die Detektei … Auf der Suche nach Noëlle: Nobelpreisträger Patrick Modiano flaniert in „Unsichtbare Tinte“ erneut durch die Erinnerung weiterlesen

Mit Beckett unterm Baum: „Alberto Giacometti – Face to Face“ zeigt den Künstler und seine Dichter-Freunde

Blick in die Stockholmer Ausstellung. Fotos: Åsa Lundén/Moderna Museet Alberto Giacometti (1901-1966) war nicht der zurückgezogen lebende Künstler, als der er zuweilen angesehen wird. Womöglich war und ist diese Sichtweise durch einen Brief von Simone de Beauvoir beeinflusst worden. Nachdem sie den Künstler 1947 in seinem Atelier in Paris besucht hatte, hielt sie in einem … Mit Beckett unterm Baum: „Alberto Giacometti – Face to Face“ zeigt den Künstler und seine Dichter-Freunde weiterlesen

Frankreichs Seele im Feuer: Agnès Poirier über die Kathedrale Notre-Dame und die Katastrophe

Notre-Dame - eingerüstet nach dem verheerenden Brand . Foto: Bücheratlas In der Sicherheitszentrale von Notre-Dame in Paris wird der erste Feueralarm um 18.18 Uhr ausgelöst. Doch der Angestellte, der den Posten noch nicht lange innehat, glaubt an einen Fehlalarm. Um 18.42 Uhr ertönt die Sirene erneut. Nun läuft der Mann die 300 Stufen zum Hauptdachstuhl hinauf und öffnet … Frankreichs Seele im Feuer: Agnès Poirier über die Kathedrale Notre-Dame und die Katastrophe weiterlesen

Heiner Müller zählt Neonröhren, die Duras verlangt hohe Miete: Verleger Rudolf Rach legt zweiten Band seiner Autobiographie vor

Der Theaterverlag L'Arche Editeur befindet sich in Paris in der Rue Bonaparte 86. Davon haben wir gerade kein Bild zur Hand. Daher entscheiden wir uns für die Rue Bonaparte 42. Hier lebte einige Jahre lang Jean-Paul Sartre - der war ja nicht nur Philosoph, sondern auch vom Theaterfach. Foto: Bücheratlas Ein Glücksspiel – das war … Heiner Müller zählt Neonröhren, die Duras verlangt hohe Miete: Verleger Rudolf Rach legt zweiten Band seiner Autobiographie vor weiterlesen

Weltstadt der Frauen: Pariserinnen berichten über ihr Zuhause, ihre Lebensläufe, ihre Lieblingsorte

Inna Modja Foto: Joann PaiAline Asmar d'Amman Foto: Joann PaiLeila Slimani Foto: Joann Pai Die Pariserinnen sind schön und verführerisch. Sie tragen schon morgens knallroten Lippenstift. Ihre zarten Näschen sind stets perfekt gepudert, ihre Stilettos schwindelerregend hoch und ihre Röcke so eng, dass sie nur trippeln können. Das ist natürlich Kokolores. Ein Mythos, vielfach besungen … Weltstadt der Frauen: Pariserinnen berichten über ihr Zuhause, ihre Lebensläufe, ihre Lieblingsorte weiterlesen

Gustave Flauberts „Lehrjahre der Männlichkeit“ in Elisabeth Edls frischer Neuübersetzung

Wie die Zeit vergeht - auch im Musée d'Orsay in Paris, das zu Flauberts Zeiten noch nicht einmal als Gare d'Orsay vorhanden war. Der Bahnhofs-Bau wurde erst 1900 eröffnet. Foto: Bücheratlas Schon nach wenigen Seiten gehen alle Sonnen, Monde und Sterne auf einmal auf: „Es war wie eine Erscheinung.“ Der 18 Jahre alte Frédéric Moreau … Gustave Flauberts „Lehrjahre der Männlichkeit“ in Elisabeth Edls frischer Neuübersetzung weiterlesen

Zweimal die Farbe Grün: Pariser Spaziergänge von Murielle Rousseau und Ingeborg Drews

„Die Gärten von Paris“ Von Pariser Spaziergängen zu lesen, mutet in unserer pandemischen Gegenwart eigentümlich an. Umso mehr ist dies der Fall, wenn dieses Flanieren so entspannt praktiziert wird wie in Murielle Rousseaus „Die Gärten von Paris“. Darin schlendert sie von einer Grünfläche zur nächsten, von den Champs-Elysées zur Place des Voges, vom Weinberg in … Zweimal die Farbe Grün: Pariser Spaziergänge von Murielle Rousseau und Ingeborg Drews weiterlesen

Laetitia Colombani führt in den Pariser Palast der Frauen

Der erste Roman der französischen Schauspielerin und Regisseurin Laetitia Colombani, „Der Zopf“, wurde enthusiastisch gefeiert. Inzwischen ist das Buch um das Schicksal von drei Frauen aus drei Kontinenten in knapp 30 Sprachen übersetzt. Die Filmrechte sind selbstverständlich auch schon verkauft. Nun hat Laetitia Colombani mit „Das Haus der Frauen“ ihren zweiten Roman vorgelegt. Handlungsort: das … Laetitia Colombani führt in den Pariser Palast der Frauen weiterlesen

Postkarte statt Selfie: La Belle France um 1900

Das Frankreich der vorletzten Jahrhundertwende zeigt sich hier von seinen schönsten Seiten. Die Sonne scheint, die Plätze sind gefegt, die Sehenswürdigkeiten herausgeputzt. Kein Wunder. Denn die rund 800 Aufnahmen, die in dem voluminösen Bildband „Frankreich um 1900“ zu sehen sind, richten sich in erster Linie an Touristen. Die Reisenden verschickten Postkarten, die den Daheimgebliebenen nur … Postkarte statt Selfie: La Belle France um 1900 weiterlesen

Prachtband über Kathedralen am Rhein (und ein Hinweis auf Notre-Dame, wo es „ganz schlecht“ steht)

Das Ganze ist ein Hochamt, ein Festtag, ein Jubilieren in Bild und Text. Fotograf Florian Monheim und Autor Jürgen Kaiser versammeln in einem Prachtband die großen Kathedralen am Rhein von Konstanz bis Köln (also ohne Chur am Alpenrhein und Utrecht am Oude Rijn). Unterwegs geht es um „Macht und Herrlichkeit“, um himmelsstrebende und erdbeherrschende Spitzenkunst … Prachtband über Kathedralen am Rhein (und ein Hinweis auf Notre-Dame, wo es „ganz schlecht“ steht) weiterlesen

Spezialitäten-Trio: Chinas ältestes Schulbuch, deutsche Exil-Buchhandlung in Paris, Wahl des Weines beim Staatsbesuch

Der „Tausend-Zeichen-Klassiker“ (Reclam, 24 Euro)  ist Chinas älteste Schulfibel – und zuweilen noch heute im Einsatz. Die Schrift aus dem 6. Jahrhundert führt nicht nur ein in die  Kalligraphie. Sie informiert zudem in 250 mal 4 Zeichen über  alles Wichtige der (damaligen) Welt, buchstäblich geht es um Himmel und Erde. Erstmals liegen diese Zeichen auf … Spezialitäten-Trio: Chinas ältestes Schulbuch, deutsche Exil-Buchhandlung in Paris, Wahl des Weines beim Staatsbesuch weiterlesen

Fred Vargas lässt den Pariser Kommissar Adamsberg auf Spinnen los

  Intuition bestimmte schon häufig das Handeln des Pariser Kommissars Jean-Baptiste Adamsberg. Doch seit er aus einem Islandurlaub zurückbeordert wurde in die französische Metropole,  scheint der schmächtige Südfranzose abgedrehter denn je.  Der Chef sieht Gespenster – das jedenfalls glauben die Mitglieder seiner  Brigade Criminelle, allen voran sein Stellvertreter Danglard.  „Windiger und wogender denn je, mit … Fred Vargas lässt den Pariser Kommissar Adamsberg auf Spinnen los weiterlesen

Massimo Listri führt zu „den schönsten Bibliotheken“ der Welt

Schöner kann ein Buch nicht untergebracht sein als in diesen prächtigen Hallen, durch die der Leser hier geleitet wird. Fast meint man die Bibliotheken zu riechen, durch die  der Fotograf Massimo Listri sein Publikum geleitet. So nah kommt man den Buchrücken, den Regalreihen, den Folianten bei  Führung zu den „schönsten Bibliotheken der Welt“. Tatsächlich ist … Massimo Listri führt zu „den schönsten Bibliotheken“ der Welt weiterlesen

Kurz und gut: Paul Celan

Kurz und gut (13): Paul Celan mit sämtlichen Gedichten Bereits 2003 ist eine kommentierte Gesamtausgabe der Gedichte von Paul Celan (1920 - 1970) erschienen. Nun gibt es eine „neue“ Ausgabe dieser Art: „Paul Celan - Die Gedichte“, herausgegeben und kommentiert von Barbara Wiedemann. Der Unterschied ist beglückend erheblich. Nicht nur finden sich in der überarbeiteten … Kurz und gut: Paul Celan weiterlesen

Patrick Modianos Erinnerungen an die Frauen von Paris

  Plötzlich dieser Anruf am späten Abend im Sommer 1965. Eine Frau  sagt, es sei ein Unfall geschehen. Sie bittet den Mann, den sie erst einige Wochen vorher kennengelernt hatte, sofort in die Avenue Rodin  2 zu kommen. Dort  angelangt, blickt er auf den Leichnam eines gewissen Ludo F. Die Frau, deren Name ausdrücklich nicht … Patrick Modianos Erinnerungen an die Frauen von Paris weiterlesen

Lange verboten, jetzt öffentlich: Alberto Giacometti und sein Modell

Am frühen Nachmittag ist Alberto Giacometti (1901–1966) begeistert: „So weit war ich noch nie. Heute habe ich den Mut, der mir sonst aus unerfindlichen Gründen fehlt. Ich hätte nicht gedacht, dass man so frei sein kann.“ Doch die Euphorie des Künstlers, der sein  Modell mit blutunterlaufenen Augen fixiert, währt nicht lange. Bald schon zaudert und … Lange verboten, jetzt öffentlich: Alberto Giacometti und sein Modell weiterlesen