Einige Sekunden nur hat Lea Meininger ihren Sohn aus den Augen gelassen. Doch jetzt ist der fünfjährige Jannis unauffindbar. Ein Mann, mittelalt, mittelgroß, etwas korpulent, hat den Jungen an die Hand genommen und ist mit ihm davongegangen. Das beweist eine Überwachungskamera an einem nahen Parkhaus. Am Tatort zurückgelassen hat er einen großen Teddybären. „Sommer bei … „Sommer bei Nacht“: Krimiautor Jan Costin Wagner ist ein Meister der Seelenerkundung weiterlesen
Linus Geschke zieht mit „Finsterthal“ ins Reich der Ultra-Bösen
Zwei junge Frauen werden entführt und trotz üppiger Lösegeldzahlungen wenige Tage später ermordet aufgefunden. Die Polizei tappt im Dunklen, und so bittet der zwielichtige russische Geschäftsmann Dimitri den Ex-Polizisten Alexander Born um Hilfe. Der geschasste Kommissar, erst kürzlich aus dem Knast entlassen, soll herausfinden, wer hinter den Morden steckt und weitere Entführungen verhindern. „Finsterthal“, ein … Linus Geschke zieht mit „Finsterthal“ ins Reich der Ultra-Bösen weiterlesen
Vorsicht auf der Bibliotheksleiter: Carl Spitzwegs wunderbare Welt der Bücher
Carl Spitzweg (1808 – 1885) lebte in einer „Welt zwischen Restauration und Revolution“, in einer Phase der Zerrissenheit, in der die Sehnsucht nach der heilen Welt ausgeprägt war. So steht es geschrieben im Katalog zur Spitzweg-Ausstellung im Kunst Museum Winterthur in der Schweiz. Doch Spitzweg selbst war alles andere als der biedermeierliche Idylliker, als der … Vorsicht auf der Bibliotheksleiter: Carl Spitzwegs wunderbare Welt der Bücher weiterlesen
„Geisterkonzert“ in der Kölner Philharmonie
Cambreling mit Berlioz vor leeren Reihen Erst führt die Corona-Krise zu „Geisterspielen“ im Fußball, auch zur Absage der Leipziger Buchmesse und der lit.Cologne, und nun gibt es sogar ein „Geisterkonzert“ in der Kölner Philharmonie. Das Konzert des Gürzenich-Orchester Köln findet an diesem Dienstag (10. März 2020) ohne Publikum in der Philharmonie statt. Dirigent Sylvain Cambreling … „Geisterkonzert“ in der Kölner Philharmonie weiterlesen
Edna O’Brien reiste nach Nigeria, um die Geschichte der entführten Schulmädchen zu erzählen
Eine Nachricht aus Nigeria erschütterte im April 2014 die Welt. 276 Schulmädchen waren aus einem christlichen Internat in Chibok im Nordosten des Landes von der islamistische Terrormiliz Boko Haram verschleppt worden. Monatelang fehlte von den Entführten jede Spur. Sechs Jahre später ist das Schicksal von mehr als 100 der jungen Mädchen noch immer ungeklärt. Lediglich … Edna O’Brien reiste nach Nigeria, um die Geschichte der entführten Schulmädchen zu erzählen weiterlesen
Ingo Schulzes Roman über einen Dresdener Antiquar zwischen Mauerfall und Pegida
Literatur mag keine Eindeutigkeiten. Das ist eine der Maximen des Antiquars Norbert Paulini aus Dresden. Alles andere sei „Schmarrn“. Insofern nimmt Ingo Schulzes Roman „Die rechtschaffenen Mörder“ die erste Qualitäts-Hürde mit Leichtigkeit. Denn eindeutig ist wenig an seiner Geschichte des Herrn Paulini, der mit seinem Antiquariat unter die Räder der deutschen Wiedervereinigung und die Fluten … Ingo Schulzes Roman über einen Dresdener Antiquar zwischen Mauerfall und Pegida weiterlesen
Neu in Venedig: Schorlau und Caiolo schicken Commissario Morello in eine Stadt, die der gar nicht mag
Ein Sizilianer in Venedig? Das kann nicht gutgehen. Zu viele Touristen, zu viele Kanäle. Zu wenig Straßen. Zu wenig Luft zum Atmen. Widerwillig schiebt sich Commissario Antonio Morello, aus dem sizilianischen Cefalu zwangsversetzt in die angeblich schönste Stadt der Welt, an seinem ersten Arbeitstag durch enge Gassen und überfüllte Plätze, entschlossen, nichts, aber auch gar … Neu in Venedig: Schorlau und Caiolo schicken Commissario Morello in eine Stadt, die der gar nicht mag weiterlesen
Schatzsuche auf dem Dachboden: Sarah Kirschs unveröffentlichte Gedichte
Diese Fundsache ist ein Gedicht. Moritz Kirsch, der 1969 geborene Sohn von Sarah Kirsch, hat nach dem Tod seiner Mutter im Mai 2013 ihren Nachlass geordnet. Dazu durchforstete er auch das Haus im schleswig-holsteinischen Tielenhemme bis unters Dach. Zwischen dem Allerlei, das sich auf so einem Speicher ansammelt, fand er zwei Klemmhefter aus DDR-Zeiten, die … Schatzsuche auf dem Dachboden: Sarah Kirschs unveröffentlichte Gedichte weiterlesen
Die Gratulanten sind schon da: Uwe Timm wird 80 Jahre alt
Uwe Timm, 1940 in Hamburg geboren, wird am 30. März 80 Jahre alt. Aus diesem Anlass würdigt der Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch seinen Autor mit zwei Bänden. Zum einen erscheinen Aufsätze über Utopie und Literatur: „Der Verrückte in den Dünen“. Der gleichnamige Beitrag in dem Band befasst sich mit dem Gründer der Stadt Villa … Die Gratulanten sind schon da: Uwe Timm wird 80 Jahre alt weiterlesen
Jubiläum und Abschied: Werner Köhler, Erfinder und Mitbegründer der lit.Cologne, blickt zurück
Werner Köhler ist Urvater und Mitbegründer der lit.Cologne. Im Jubiläumsjahr des Internationalen Literaturfestival, das zum 20. Mal stattfindet (10. bis 21. März 2020), zieht er sich aus der Leitung zurück. Hier spricht er über Elke Heidenreich und Roger Willemsen, große Momente und ideale Moderatoren, starke Musik und ein Lebensbuch. Herr Köhler, wie war das mit … Jubiläum und Abschied: Werner Köhler, Erfinder und Mitbegründer der lit.Cologne, blickt zurück weiterlesen
„Menschlich, allzu menschlich“: Erich Witschke stellt seinen Roman „Hegel, Hölderlin, Schelling“ im Literaturhaus Köln vor
Es ist das Jahr des Friedrich Hölderlin! Der Dichter des hohen Tons, gepriesen für Hymnen und Oden, den „Hyperion“ und den „Tod des Empedokles“, wurde am 20. März 1770 geboren, vor bald 250 Jahren. Da verwundert es rein gar nicht, dass einige Neuerscheinungen den Dichter aus dem Königreich Württemberg würdigen. Zuletzt erschienen mit dieser Tendenz … „Menschlich, allzu menschlich“: Erich Witschke stellt seinen Roman „Hegel, Hölderlin, Schelling“ im Literaturhaus Köln vor weiterlesen
Tragikomischer Showdown: Young-ha Kim mit den „Aufzeichnungen eines Serienmörders“, der an Demenz erkrankt
Manchmal ist der erste Satz das Beste, was ein Roman zu bieten hat. Und manchmal erfüllt der erste Satz genau die Erwartung, die er geweckt hat. In diesem Fall geht die Geschichte so los: „Meinen letzten Mord habe ich vor fünfundzwanzig Jahren begangen.“ Was dann folgt, ist eine der ungewöhnlichsten Plots, die in diesem Frühjahr … Tragikomischer Showdown: Young-ha Kim mit den „Aufzeichnungen eines Serienmörders“, der an Demenz erkrankt weiterlesen
Laetitia Colombani führt in den Pariser Palast der Frauen
Der erste Roman der französischen Schauspielerin und Regisseurin Laetitia Colombani, „Der Zopf“, wurde enthusiastisch gefeiert. Inzwischen ist das Buch um das Schicksal von drei Frauen aus drei Kontinenten in knapp 30 Sprachen übersetzt. Die Filmrechte sind selbstverständlich auch schon verkauft. Nun hat Laetitia Colombani mit „Das Haus der Frauen“ ihren zweiten Roman vorgelegt. Handlungsort: das … Laetitia Colombani führt in den Pariser Palast der Frauen weiterlesen
Ulla Lenze über ihren Großonkel Josef Klein aus Neuss, den Nazi-Spion in New York
„Du wirst nie wissen, was die Motive der anderen waren“, sagt Lauren zu Josef, der je nach Aufenthaltsort auch Joe oder José genannt wird. „Aber du weißt, was du getan hast. Und falls du dir etwas vorzuwerfen hast, lerne damit zu leben.“ Damit meint sie nicht ihre gemeinsame Liebesbeziehung, die sich da schon dem Ende … Ulla Lenze über ihren Großonkel Josef Klein aus Neuss, den Nazi-Spion in New York weiterlesen
Stan & Tommie: Markus Orths erzählt die unglaubliche Begegnung von Stummfilm-Komik und Mittelalter-Gläubigkeit
Sie sind ein prächtiges Paar: Stan Laurel und – nein, nicht Oliver „Ollie“ Hardy, sondern Thomas von Aquin. Es darf als gesichert gelten, dass bislang noch nie davon die Rede gewesen ist, dass diese beiden Herren je in Kontakt getreten sein könnten. Das liegt schon an dem nicht unerheblichen Umstand, dass den mittelalterlichen Mönch und … Stan & Tommie: Markus Orths erzählt die unglaubliche Begegnung von Stummfilm-Komik und Mittelalter-Gläubigkeit weiterlesen
Ror Wolf (1932 – 2017)
Michael Kumpfmüller über die letzten zehn Tage der Virginia Woolf
Es ist die letzte große Krise der Virginia Woolf. Im März des Kriegsjahres 1941, im englischen Cottage „Monk’s House“ bei Rodmell in East Sussex, fällt sie immer wieder in die Depression, befürchtet sie einen Nervenzusammenbruch, wähnt sie sich leergeschrieben: „Vielleicht hat sie ja einfach nichts mehr zu sagen.“ Über den Freitod hat sie schon oft … Michael Kumpfmüller über die letzten zehn Tage der Virginia Woolf weiterlesen
Tanya Tagaqs „Eisfuchs“ erzählt von Gewalt und Schönheit bei minus 40 Grad
„Wenn jemand den Saal verlassen will“, sagte Tanja Tagaq zu Beginn ihres Konzertes im Kennedy Center in Washington 2019, „ist das okay.“ Der Kehlkopfgesang sei nicht jedermanns Geschmack. Was die 1975 im kanadischen Nunavut geborene Inuit über ihr vokales Feuerwerk sagte, mit dem sie eine archaische Welt erschafft, gilt auch für ihr Schreiben: „Eisfuchs“ ist … Tanya Tagaqs „Eisfuchs“ erzählt von Gewalt und Schönheit bei minus 40 Grad weiterlesen
Galerie 16: Gerhard Rühm, der Mann der vielen Künste, wird 90 Jahre alt
Luft und Liebe: Aris Fioretos erzählt von Nelly B., der ersten Pilotin in Deutschland
„Mein voller Name lautet Ruth Cornelia Becker-Boulard. Ich bin Bildhauerin, Eisseglerin und Aviatikerin gewesen. Sowie, bis vor Kurzem, eine treue Gattin.“ So stellt sich Nelly, die Zentralgestalt in Aris Fioretos Roman „Nelly B.s Herz“, im Berlin der 20er Jahre vor. Allerdings fehlt in dieser Kurzbeschreibung eine entscheidende Angabe: Nelly ist überdies verliebt in die deutlich … Luft und Liebe: Aris Fioretos erzählt von Nelly B., der ersten Pilotin in Deutschland weiterlesen