Uwe Timm, 1940 in Hamburg geboren, wird am 30. März 80 Jahre alt. Aus diesem Anlass würdigt der Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch seinen Autor mit zwei Bänden. Zum einen erscheinen Aufsätze über Utopie und Literatur: „Der Verrückte in den Dünen“. Der gleichnamige Beitrag in dem Band befasst sich mit dem Gründer der Stadt Villa … Die Gratulanten sind schon da: Uwe Timm wird 80 Jahre alt weiterlesen
Jubiläum und Abschied: Werner Köhler, Erfinder und Mitbegründer der lit.Cologne, blickt zurück
Werner Köhler ist Urvater und Mitbegründer der lit.Cologne. Im Jubiläumsjahr des Internationalen Literaturfestival, das zum 20. Mal stattfindet (10. bis 21. März 2020), zieht er sich aus der Leitung zurück. Hier spricht er über Elke Heidenreich und Roger Willemsen, große Momente und ideale Moderatoren, starke Musik und ein Lebensbuch. Herr Köhler, wie war das mit … Jubiläum und Abschied: Werner Köhler, Erfinder und Mitbegründer der lit.Cologne, blickt zurück weiterlesen
„Menschlich, allzu menschlich“: Erich Witschke stellt seinen Roman „Hegel, Hölderlin, Schelling“ im Literaturhaus Köln vor
Es ist das Jahr des Friedrich Hölderlin! Der Dichter des hohen Tons, gepriesen für Hymnen und Oden, den „Hyperion“ und den „Tod des Empedokles“, wurde am 20. März 1770 geboren, vor bald 250 Jahren. Da verwundert es rein gar nicht, dass einige Neuerscheinungen den Dichter aus dem Königreich Württemberg würdigen. Zuletzt erschienen mit dieser Tendenz … „Menschlich, allzu menschlich“: Erich Witschke stellt seinen Roman „Hegel, Hölderlin, Schelling“ im Literaturhaus Köln vor weiterlesen
Tragikomischer Showdown: Young-ha Kim mit den „Aufzeichnungen eines Serienmörders“, der an Demenz erkrankt
Manchmal ist der erste Satz das Beste, was ein Roman zu bieten hat. Und manchmal erfüllt der erste Satz genau die Erwartung, die er geweckt hat. In diesem Fall geht die Geschichte so los: „Meinen letzten Mord habe ich vor fünfundzwanzig Jahren begangen.“ Was dann folgt, ist eine der ungewöhnlichsten Plots, die in diesem Frühjahr … Tragikomischer Showdown: Young-ha Kim mit den „Aufzeichnungen eines Serienmörders“, der an Demenz erkrankt weiterlesen
Laetitia Colombani führt in den Pariser Palast der Frauen
Der erste Roman der französischen Schauspielerin und Regisseurin Laetitia Colombani, „Der Zopf“, wurde enthusiastisch gefeiert. Inzwischen ist das Buch um das Schicksal von drei Frauen aus drei Kontinenten in knapp 30 Sprachen übersetzt. Die Filmrechte sind selbstverständlich auch schon verkauft. Nun hat Laetitia Colombani mit „Das Haus der Frauen“ ihren zweiten Roman vorgelegt. Handlungsort: das … Laetitia Colombani führt in den Pariser Palast der Frauen weiterlesen
Ulla Lenze über ihren Großonkel Josef Klein aus Neuss, den Nazi-Spion in New York
„Du wirst nie wissen, was die Motive der anderen waren“, sagt Lauren zu Josef, der je nach Aufenthaltsort auch Joe oder José genannt wird. „Aber du weißt, was du getan hast. Und falls du dir etwas vorzuwerfen hast, lerne damit zu leben.“ Damit meint sie nicht ihre gemeinsame Liebesbeziehung, die sich da schon dem Ende … Ulla Lenze über ihren Großonkel Josef Klein aus Neuss, den Nazi-Spion in New York weiterlesen
Stan & Tommie: Markus Orths erzählt die unglaubliche Begegnung von Stummfilm-Komik und Mittelalter-Gläubigkeit
Sie sind ein prächtiges Paar: Stan Laurel und – nein, nicht Oliver „Ollie“ Hardy, sondern Thomas von Aquin. Es darf als gesichert gelten, dass bislang noch nie davon die Rede gewesen ist, dass diese beiden Herren je in Kontakt getreten sein könnten. Das liegt schon an dem nicht unerheblichen Umstand, dass den mittelalterlichen Mönch und … Stan & Tommie: Markus Orths erzählt die unglaubliche Begegnung von Stummfilm-Komik und Mittelalter-Gläubigkeit weiterlesen
Ror Wolf (1932 – 2017)
Michael Kumpfmüller über die letzten zehn Tage der Virginia Woolf
Es ist die letzte große Krise der Virginia Woolf. Im März des Kriegsjahres 1941, im englischen Cottage „Monk’s House“ bei Rodmell in East Sussex, fällt sie immer wieder in die Depression, befürchtet sie einen Nervenzusammenbruch, wähnt sie sich leergeschrieben: „Vielleicht hat sie ja einfach nichts mehr zu sagen.“ Über den Freitod hat sie schon oft … Michael Kumpfmüller über die letzten zehn Tage der Virginia Woolf weiterlesen
Tanya Tagaqs „Eisfuchs“ erzählt von Gewalt und Schönheit bei minus 40 Grad
„Wenn jemand den Saal verlassen will“, sagte Tanja Tagaq zu Beginn ihres Konzertes im Kennedy Center in Washington 2019, „ist das okay.“ Der Kehlkopfgesang sei nicht jedermanns Geschmack. Was die 1975 im kanadischen Nunavut geborene Inuit über ihr vokales Feuerwerk sagte, mit dem sie eine archaische Welt erschafft, gilt auch für ihr Schreiben: „Eisfuchs“ ist … Tanya Tagaqs „Eisfuchs“ erzählt von Gewalt und Schönheit bei minus 40 Grad weiterlesen
Galerie 16: Gerhard Rühm, der Mann der vielen Künste, wird 90 Jahre alt
Luft und Liebe: Aris Fioretos erzählt von Nelly B., der ersten Pilotin in Deutschland
„Mein voller Name lautet Ruth Cornelia Becker-Boulard. Ich bin Bildhauerin, Eisseglerin und Aviatikerin gewesen. Sowie, bis vor Kurzem, eine treue Gattin.“ So stellt sich Nelly, die Zentralgestalt in Aris Fioretos Roman „Nelly B.s Herz“, im Berlin der 20er Jahre vor. Allerdings fehlt in dieser Kurzbeschreibung eine entscheidende Angabe: Nelly ist überdies verliebt in die deutlich … Luft und Liebe: Aris Fioretos erzählt von Nelly B., der ersten Pilotin in Deutschland weiterlesen
Monika Helfer über die schöne Maria Moosbrugger und ihre „Bagage“
Maria Moosbrugger ist die schönste Frau weit und breit. Sie weiß, „dass sie den Männern gefällt, nicht einen kennt sie, bei dem sie nicht sicher ist.“ Doch sie hat ja den Josef, der auch nicht schlecht aussieht, allerdings arm ist, weil der Hof in den Alpen viel zu wenig abwirft, so dass er mit ein … Monika Helfer über die schöne Maria Moosbrugger und ihre „Bagage“ weiterlesen
Galerie 15: Szenenapplaus für Thüringen-Moment im Deutschen Schauspielhaus
Agnieszka Lessmanns „Fluchtzustand“: Gedichte über den unsicheren Boden unter den Füßen
Agnieszka Lessmann wurde im polnischen Lodz geboren, zog mit ihrer Familie 1968 nach Israel und im folgenden Jahr nach Deutschland. Sie hat bislang acht Hörspiele veröffentlicht, darunter "Cobains Asche", "Mörder" und zuletzt "Einstiegskurs". Außerdem arbeitet sie als Kulturjournalistin. Nun legt sie ihren ersten Gedichtband vor. Agnieszka Lessmann wohnt in Bergisch Gladbach. Agnieszka Lessmann, Sie haben … Agnieszka Lessmanns „Fluchtzustand“: Gedichte über den unsicheren Boden unter den Füßen weiterlesen
Ein Komet am Kunsthimmel: Gent feiert Jan van Eyk
Jan van Eyck wird zuweilen als „König der Maler“ bezeichnet. Aber ist dieser Ehrentitel überhaupt hoch genug angesiedelt? Denn nachdem der flämische Meister am Kunsthimmel erschienen war, an der Wende von der Spätgotik zur Renaissance, blieb nichts mehr wie es war. Da darf man doch, wie es jetzt Cathérine Verleysen und Johan de Smet vom … Ein Komet am Kunsthimmel: Gent feiert Jan van Eyk weiterlesen
Wesen mit zwei Gesichtern: Josef Haslinger schildert, wie er missbraucht wurde – und warum er so lange geschwiegen hat
Mit der katholischen Kirche hat der österreichische Schriftsteller Josef Haslinger schon lange abgeschlossen. Nicht bewältigt hingegen hat er bis heute, was ihm einige Vertreter eben dieser Institution in seiner Kindheit und Jugend angetan haben: Josef Haslinger, 64 Jahre alt, von 2013 bis 2017 Präsident des PEN-Zentrums Deutschland, ist über Jahre von Patres missbraucht und misshandelt … Wesen mit zwei Gesichtern: Josef Haslinger schildert, wie er missbraucht wurde – und warum er so lange geschwiegen hat weiterlesen
Polizeireporterin als Krimiautorin: Tina Frennstedt greift ungelöste Mordfälle auf
Nein, sagt Tina Frennstedt, ein „roll model“, ein Vorbild für ihre Protagonistin gebe es nicht. „Tess Hjalmarsson ist aus ganz vielen Mosaiksteinchen zusammengesetzt.“ Ein wenig Freundin, ein wenig Kollegin, ein wenig sie selber. „Auf jeden Fall ist sie eine starke Persönlichkeit.“ Ganz so wie die Autorin selbst, die an diesem Abend beim Krimi-Dinner des Kölner … Polizeireporterin als Krimiautorin: Tina Frennstedt greift ungelöste Mordfälle auf weiterlesen
Regina Porters amerikanischer Familienroman führt von Martin Luther King bis zu Barack Obama
Das Unerhörte ereignet sich im zweiten Kapitel. Agnes und ihr Freund Claude werden auf der Damascus Road in Georgia von der Polizei angehalten. Eine Schikane, ganz klar. Und ein Übergriff. Denn die weißen Polizisten vergehen sich anscheinend an der jungen schwarzen Frau. Genaues wird man nicht erfahren. Allerdings führt der Vorfall dazu, dass sich Agnes … Regina Porters amerikanischer Familienroman führt von Martin Luther King bis zu Barack Obama weiterlesen
Paul Celan 2020: Ein Klagebrief für Böll, Liebesgrüße an Ingeborg Bachmann
„Eigentlich tät ich nichts lieber als Briefe schreiben“, heißt es in einem Brief von Paul Celan aus dem Jahre 1968. Nur komme ihm halt „so manches Gegenbriefliche in die Quere“. Das steht außer Frage. Gleichwohl pflegt Celan seine Kontakte. Der Output ist enorm. Im Buchhandel liegen bald 20 Briefbände des Mannes vor, der 1920 als … Paul Celan 2020: Ein Klagebrief für Böll, Liebesgrüße an Ingeborg Bachmann weiterlesen