Achtung, Australien (22): Schwärmen vom Purnululu, abhängen in Kununurra

Mit einem Bushcamper  waren wir unterwegs von Perth in Western Australia nach Darwin im Northern Territory. Jetzt fahren wir die Strecke noch einmal auf diesem Blog ab. Hier erreichen wir die vorletzte und 21.  Station.

Die Faszination der steinernen Bienenkörbe

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Landestypische Fauna an einem Roadhouse zwischen Halls Creek und Kununurra Foto: Bücheratlas

Auf dem Weg Richtung Norden lassen wir den Purnululu, den früheren Bungle Bungle Nationalpark, außen vor. Es ist eine weltweit einmalige Sandsteinformation mitten in den Weiten des Outbacks. Purnululu bedeutet in der Sprache des Kija-Stammes, der hier zu Hause ist, „Sandstein“.  Schon vor 20 000 Jahren sollen Menschen in der Gegend gelebt haben.  Die roten, mehr als 300 Millionen Jahren alten Berge erinnern an eine Ansammlung von Bienenkörben. Ihre abgerundeten Kuppen sind die Folge starker Erosion.

Vor Jahren haben wir den faszinierenden Nationalpark mit einem Helikopter überflogen (Touren von Kununura, Warmun und Lake Argyle); auf einem weiteren Trip haben wir ein paar Tage dort gecampt. Wer mit dem Auto in den Park hineinfahren will, braucht ein Allradfahrzeug. Die rund 50 Kilometer lange Purnululu National Park Road, die etwas mehr als 100 Kilometer nördlich von Halls Creek vom Great Northern Highway abgeht Richtung Visitor Center, ist vor allem in den Hauptreisezeit in keinem guten Zustand.

Unser Tagesziel ist Kununurra, eine junge Stadt am östlichen Rand von Westaustralien. Sie wurde erst in den 1960er Jahren gegründet und punktet mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Campingplätzen. Hier kann man verschnaufen, wenn man ein paar Tage lang den Staub der Gibb River Road geschluckt hat und sich ordentlich hat durchrütteln lassen. Oder man kann seine Vorräte auffüllen, ehe man sich hineinwagt in die raue Bergwelt der Kimberleys. Der Keep-River Nationalpark mit seinen Sandsteinformationen ist nicht weit, die Entfernung bis zum 740 Quadratkilometer großen (künstlichen) Lake Argyle beträgt nur etwa 70 Kilometer.

Man kann hier auch einfach mal abhängen. Nichts tun. Den Fledermäusen beim Start in die Nacht zusehen. Reisenotizen machen und durchatmen, bis es weitergeht Richtung Norden oder Süden.

Petra Pluwatsch

Mensch des Tages: Mit dem Nachtsichtgerät das Opossum geortet

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Gleich starten die Fledermäuse in die Nacht – Abendstimmung auf dem Campground in Kununurra. Foto: Bücheratlas

Die beiden Touristen aus Hannover haben jetzt Zeit. Seit einem Jahr ist Klaus in Rente, seit Kurzem auch seine Ehefrau Ulrike. Sie sagt in Kununurra: „Wir sind jetzt zum neunten Mal in Australien – aber diesmal bleiben wir 40 Tage. So lange wie noch nie. Das konnten wir uns bislang zeitlich nicht erlauben. Wir mussten ja arbeiten. Wir lieben das Land, vor allem die entspannte Art der Leute. Und es gibt so viel zu sehen. Letztens sind wir mit einem Walhai geschwommen. Diesmal möchte ich die Mantas sehen. Ich hoffe, die haben an der Coral Bay auf ihren Schiffen eine Leiter und keine Rampe, von der man ins Meer springen muss. Ich habe mir nämlich kurz vor der Reise den Arm gebrochen. Da ist jetzt eine Schiene drin – damit kann ich mich schlecht abstützen. Dann machen wir auch noch Geo-Cashing, das ist so ein Hobby von uns. Letztens hat uns ein Ranger von einem Hügel heruntergerufen, weil es dort viele Schlangen geben soll. Aber da mussten wir halt hin.“

Klaus staunt über die Nehmer-Qualitäten seines Four-wheel-drive-Fahrzeugs: „Wir sind schon öfter mit diesem Modell unterwegs gewesen. Das hält wirklich was aus. Wenn ich das mit meinem eigenen Wagen machte, der zuhause steht, dann wäre der nach 20 Metern erledigt. Die Strecken sind ja zum Teil hart, also diejenigen, die nicht asphaltiert sind und die wir bevorzugen. Gestern hatten wir eine Passage, da konnten wir nur mit 10 Stundenkilometern fahren, so stark war die mit Wellblech-Rinnen überzogen. Man weiß ja nie, ob man besser schnell oder langsam darüberfährt. Aber da ging es einfach gar nicht anders als langsam.“

Was sie auch einmal gemacht haben: Gold suchen. „Auf Dmax haben wir anschließend eine Reportage gesehen über Leute, die genau dort gegraben haben, wo wir waren. Und die hatten was gefunden.“ Und mit seinem Nachtsichtgerät hat Klaus auf unserem Campingplatz in der vergangenen Nacht ein Opossum im Baum entdeckt.

Martin Oehlen

⊕ Unser Campground:

„Lakeside Resort Caravan Park“ in Kununurra, Site #13

Was bisher geschah:

1 Wir starteten in Perth (HIER),

2 pflegten den Jet Lag in Ledge Point (HIER),

3 waren eingeregnet im Nambung National Park (HIER),

4 sahen den tatsächlich pinken Pink Lake (HIER),

5 trafen Pelikan-Flüsterer in der Nähe des Kalbarri-NP (HIER),

6 lebten unter Stromatolithen am Hamelin Pool (HIER),

7 wandelten am Shell Beach (HIER),

8 haben uns im Peron-NP im Sand festgefahren (HIER),

9 sind in Carnarvon zum Mond geflogen (HIER),

10  haben die fitten Korallen an der Coral Bay gesehen (HIER) ,

11 blieben länger am North West Cape (HIER),

12 besuchten den Cape Range National Park (HIER),

13 fuhren auf dem Yardie Creek (HIER),

14 haben den Highway genossen (HIER),

15 sahen die Aborigine-Kultur von einst und von heute (HIER),

16 waren begeistert vom Eighty Mile Beach (HIER),

17 sahen in Broome endlich mal wieder eine Stadt (HIER),

18 fanden Cape Leveque einfach spitze (HIER),

19 waren in Derby unter Baobabs (HIER),

20 entdeckten das Schmuckstück in den King Leopold Ranges (HIER) und

21 hatten Blickkontakt mit Hunderten von Krokodilaugen (HIER).

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