Achtung, Australien (18): Cape Leveque ist spitze

Mit einem Bushcamper  waren wir unterwegs von Perth in Western Australia nach Darwin im Northern Territory. Jetzt fahren wir die Strecke noch einmal auf diesem Blog ab. Hier erreichen wir die 17.  Station: Cape Leveque im Nordwesten des Westens.

Weiße Strände, rote Felsen und eine Kirche aus Perlmutt

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Der Sandstein am Cape Leveque ist sehr empfindlich. Wer ihn mit der Fingerspitze berührt, sieht Rot. Foto: Bücheratlas

Eine Wolke aus rotem Staub weht hinter uns her, als wir auf der unbefestigten Broome -Cape Leveque Road Richtung Norden rumpeln. Eine Nacht nur wollen wir am Cape Leveque an der Spitze der Dampier Peninsula verbringen – viel zu wenig Zeit für die abgelegene Schöne mit ihren weißen Sandstränden und roten, von Wind und Regen ausgewaschenen Sandsteinfelsen (diese zieren jede Folge unserer „Achtung, Australien“-Serie – siehe oben).

Der lose Sand bringt unser Allradfahrzeug ins Schlingern. Die Büsche und Bäume entlang der Piste sind mit rotem Staub überzogen. Kakadus krächzen in den Bäumen. Broome mit seinen Shops, Cafés und breiten Straßen scheint weiter entfernt als die rund 200 Kilometer, die zwischen der Stadt an der Roebuck Bay und dem mehr als 100 Jahre alten Leuchtturm an der Spitze der Halbinsel liegen. Straßenarbeiten zwingen uns immer wieder zu unfreiwilligen Stopps. Im Schneckentempo schleichen wir an den Baustellen vorbei, während Arbeiter mit sonnengegerbten Gesichtern den Gegenverkehr für uns aufhalten.

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Die Beagle Bay Sacred Heart Church ist geschmückt mit Muscheln und Perlmutt. Foto: Bücheratlas

In Beagle Bay legen wir einen Stopp ein. Der Ort, außerhalb der Regenzeit erreichbar über eine gut befahrbare Sandpiste, ist eine von drei Aborigine-Gemeinden auf Cape Leveque und wurde im 19. Jahrhundert von französischen Trappistenmönchen gegründet. Heute leben hier etwa 300 Menschen.

Ein Besuch lohnt sich wegen der Beagle Bay Sacred Heart Church, einer liebevoll mit Perlmutt und Muscheln ausgeschmückten Missionskirche aus dem Jahr 1918. Erbaut wurde sie – aus 90 000 Ziegeln – von deutschen Mönchen, die sich vom Foto einer deutschen Landkirche inspirieren ließen. Sehenswert ist der fast barock anmutende Perlmuttaltar. Auch das Altarbild und weitere Bilder sind mit Perlmutt und den Gehäusen von Seeschnecken verziert. Die beiden Weihwasserbecken bestehen aus waschbeckengroßen Muscheln.

Weiter geht es Richtung Norden, bis zum Leuchtturm an der Spitze des Kaps. Wir steigen hinunter zu einem schneeweißen Strand. Ringsum erheben sich rote Felsen. Wenn man behutsam über den weichen Sandstein streicht, bleibt an den Händen eine braunrote Spur zurück. Dass man hier einen formidablen Sonnenuntergang erleben kann, braucht nicht weiter erwähnt zu werden.

Petra Pluwatsch

Mensch des Tages: Nein, sie wollen uns nicht stalken

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Unterwegs auf Cape Leveque Foto: Bücheratlas

„Ah, da seid Ihr ja. Wir stalken Euch. Habt Ihr es bemerkt?“ Wenn man nur zwei Möglichkeiten hat, entweder die Küste hoch- oder runterzufahren, ist es unausweichlich, den einen oder anderen Reisenden wiederzutreffen. Mit dem Paar aus Brisbane haben wir erstmals bei den Felszeichnungen in der Nähe von Point Samson gesprochen, dann noch zweimal und jetzt in Broome im Visitor Center, wo wir uns vor der Weiterfahrt  über den aktuellen Straßenzustand am Cape Leveque kundig machen. Sie wollen sich nach einem Flug zum „Horizontal Waterfall“ erkundigen. „Ganz schön teuer“, sagt er. „Aber man übernachtet dafür auf einem Hausboot“, sagt sie.

Auf dem Weg nach Broome hatten sie einen Platten. „Klar, den habe ich selbst gewechselt.“ sagt er, „Aber es war sehr, sehr heiß“, sagt sie. „Und ein Funknetz hatten wir da auch nicht.“ Er ist Fan der Australian-Rules-Football-Mannschaft aus Melbourne. Deshalb hat er ein Hawks-T-Shirt, eine Hawks-Handy-Schutzhülle und ein Hawks-Tattoo am Oberarm. Köln kennen die beiden, weil sie mal in Düsseldorf gewohnt haben, als er in Frankreich ein Jahr lang gearbeitet hat. „Deutschland gefällt uns sehr.“ sagen sie. Und dann verabreden wir uns fürs nächste Mal – vielleicht sehen wir uns ja in Derby. Aber erst einmal wollen wir nach Cape Leveque.

Martin Oehlen

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Die Karte verdanken wir WikiCommons By Summerdrought – Own work, CC BY-SA 4.0

⊕ Unser Campground:

„Kooljaman Cape Leveque Wilderness Camp“ im Cape Leveque NP, Site #8

Was bisher geschah:

1 Wir starteten in Perth (HIER),

2 gelangten nach Ledge Point (HIER),

3 waren eingeregnet im Nambung National Park (HIER),

4 sahen den tatsächlich pinken Pink Lake (HIER),

5 trafen Pelikan-Flüsterer in der Nähe des Kalbarri-NP (HIER),

6 lebten unter Stromatolithen am Hamelin Pool (HIER),

7 wandelten am Shell Beach (HIER),

8 haben uns im Peron-NP im Sand festgefahren (HIER),

9 sind in Carnarvon zum Mond geflogen (HIER),

10  haben die fitten Korallen an der Coral Bay gesehen (HIER) ,

11 blieben länger am North West Cape (HIER),

12 besuchten den Cape Range National Park (HIER),

13 fuhren auf dem Yardie Creek (HIER),

14 haben den Highway genossen (HIER),

15 sahen die Aborigine-Kultur von einst und von heute (HIER),

16 waren begeistert vom Eighty Mile Beach (HIER) und

17 sahen in Broome endlich mal wieder eine Stadt (HIER).

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