Achtung, Australien (13): Mit Bootsführer Boxy aus Heidelberg auf dem Yardie Creek

Auf unserer Reise im Bushcamper von Perth in Western Australia nach Darwin im Northern Territory haben wir ein Reisetagebuch geführt. Darin küren wir auch jedes Mal einen „Mensch des Tages“. Hier erreichen wir die 13. Station.   

Rotbraune Ungetüme in schroffer Einsamkeit

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Steil ragen die Felswände auf im Yardie Creek. Foto: Bücheratlas

Das Boot, mit dem wir hineinfahren in den tiefblauen Yardie Creek, ist bis auf den letzten Platz besetzt. Von den Felsen, rotbraune Ungetüme mit steilen Wänden, äugen Bergkängurus mit riesigen Ohren und sehr langen Schwänzen auf uns herab. Euros nennt man sie hier. Vögel mit einem pinkfarbenen Fleck im Nacken zanken sich im Schatten dürrer Büsche.

Mehr als 500 Quadratkilometer misst der Cape Range Nationalpark mit seinen zerklüfteten roten Felsen und tiefen Schluchten. Man kann ein paar Kilometer am Yardie Creek entlangwandern oder von der Ostseite des North West Capes hineinfahren in die schroffe Berglandschaft und kilometerweit durch die Einsamkeit wandern.

Petra Pluwatsch

 

Mensch des Tages: Der Pionier trug Lederhosen

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Boxy überprüft vor dem Start die Passagierliste. Foto: Bücheratlas

„Okay, woher kommt Ihr?“ fragt der Touristenführer mit der sandfarbenen Schirmmütze. Und dann fliegen ihm die Orts- und Länderangaben entgegen. Melbourne, nochmal Melbourne, Brisbane – „ah, ein Brissie“ – Port Hedland, Südafrika, Deutschland. „Oh, woher denn da?“ Köln? Daraufhin sagt Boxy ein paar Brocken auf Deutsch. Und allen Gästen, die mit ihm die Bootstour auf dem Yardie Creek machen wollen, erzählt er: „Meine Eltern kamen in den 50er aus Deutschland nach Australien. Erst wohnten wir im Süden, dann sind wir hochgezogen, am Ende sind wir hier am Nordwest-Cape gelandet. Damals gab es hier noch keine Teerstraße, ist ja klar. Eineinhalb Jahre lebte ich mit meinen Eltern im Zelt. Die haben hier den ersten Campingplatz aufgebaut. Wenn Ihr Euch in der neuen Touristen-Information des Cape Range Nationalparks umschaut, dann seht Ihr da ein historisches Foto gleich am Eingang. Der Kleine am Rande, der mit der Lederhose, das bin ich.“

Nachher erzählt uns Boxy, der eigentlich Peter Meier heißt – „das ist so wie hier ein Jim Smith“ -, dass er von Australien noch zweimal nach Heidelberg gereist sei. „Da haben meine Eltern bis zu ihrer Ausreise gelebt, in der Altstadt.“ Kaum lässt sich ein größerer Unterschied denken zu Boxys aktueller Wirkungsstätte, wo Rockwallabys und Adler und Wale und Haie zuhause sind. Zum Abschied sagt er akzentfrei „Tschüss“.

Martin Oehlen

Fortsetzung folgt.

Was bisher geschah:

Wir starteten mit „Achtung., Australien“  HIER in Perth und waren zuletzt an den Buchten des Cape Range National Park unterwegs – nämlich HIER.

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