Achtung, Australien (7): Ein Shell Beach wie keiner sonst auf Erden

Auf unserer Reise im Bushcamper von Perth in Western Australia nach Darwin im Northern Territory führen wir ein Reisetagebuch. Darin küren wir auch jedes Mal einen „Mensch des Tages“. Hier erreichen wir die nächste Station: Denham. Eine Anmerkung aus aktuellem Anlass: Von den schockierenden Buschbränden ist in unseren Texten nicht die Rede, weil sie im Osten und Süden noch nicht wüteten, als wir im Westen des riesigen Landes unterwegs waren, über vier Flugstunden entfernt von Sydney. 

Am Strand mit Milliarden von Herzmuscheln

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Wer hier gräbt, stößt noch viele Meter tiefer auf dieses Herzmuscheln. Foto: Bücheratlas

In Denham, 71, Knight Tce., steht das Old Pearler Restaurant, ein unscheinbares Häuschen, das doch eine kleine Sensation ist. Seine Wände bestehen aus Millionen aneinander gebackener Muscheln. Die grauweißen Blöcke, aus denen es zusammengesetzt ist, stammen vom Shell Beach, vom nahen Muschelstrand an der Shark Bay.

An dem kommt man unweigerlich vorbei, wenn man vom Hamelin Pool nach Denham oder Monkey Mia fährt. Bis zu zehn Meter tief ist die Schicht aus Milliarden von Herzmuscheln, die seit 6000 Jahren hier angespült werden. Noch in den 1950er Jahren wurde das „biogene Sedimentgestein“ abgebaut und als Baumaterial verwendet. Heute pflügen nur noch Touristen mit festem Schuhwerk durch die scharfkantigen Schalen und staunen über einen Strand, wie es ihn nur einmal gibt auf der Welt.

Petra Pluwatsch

Mensch des Tages: Das Motorhome des Vertrauens

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Die sehr entspannte Strandpromenade von Denham, an der unser Campground lag. Foto: Bücheratlas

Gespräche unter Campern haben einen vertrauten Verlauf, einen ewig gleichen Rhythmus. Good day! Wie geht’s? Prima, mate. Das ist die Standard-Version. Wenn man dann stehenbleibt, geht es noch ein bisschen weiter. Der Nachbar hat einen bronzefarbenen Fiat-Caravan, wie man ihn unter all den Toyota- und Mercedes-Motorhomes nicht oft sieht. Das ist selbstverständlich ein vorzügliches Gesprächsthema. Bei dem Fahrzeug – Fortbewegungsmittel wie auch Wohn- und Schlafstätte – hatte anfangs der Motor ein bisschen gemuckt. Doch mittlerweile haben sich Fiat und Fahrer aneinander gewöhnt.

Fünf Monate im Jahr steht das Gefährt im Heimathafen an der Ostküste, den Rest des Jahres ist es im Land unterwegs, allerdings bislang nicht weiter nördlich als Broome an der Westküste gelangt. Besonders gefällt dem Reisenden aus Yepoon, dass der Wagen über einen enorm großen Wassertank verfügt. Der Frontantrieb ist gut. Und die Betten kann man längsseitig oder auch quer aufstellen.

Die Frage, welche Station als nächstes anstehe, ist mit einem Nord oder Süd schnell beantwortet. Er will mit seiner Frau die nächste Nacht auf einem „freien“ Platz verbringen. Endlich „raus aus dem Chaos“ des touristischen Caravan-Parks von Denham im Weltnaturerbegebiet. „Duschen und Waschmaschine“ – so komfortabel brauche er es nicht. Der Yepooner freut sich schon: „Ach, das wird ein fauler Tag. Erst gucken wir uns die Hai-Fütterung an, dann gehen wir über den Boardwalk am Eagles Bluff.“ Sein Ziel: Süden. Unseres: Norden. Da sieht man sich so bald nicht wieder.

Martin Oehlen

⊕ Unser Campground:

„Denham Seaside Caravan Park“ in Denham, Stella Rowley Dr., Site #9

Was bisher geschah:

Teil 1 gibt es HIER. Und von dort aus immer weiterklicken, wenn es gefällt.

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