Achtung, Australien (3): Die Wüste steht unter Wasser

Auf unserer Fahrt im BushcamCampervan von Perth in Western Australia nach Darwin im Northern Territory führen wir ein Reisetagebuch und wählen unseren „Mensch des Tages“. Wir waren im August und September unterwegs. Hier erreichen wir unsere dritte Station.  

Das Erbe der Wanderdüne

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Nein, die Straßenverhältnisse sind alles andere als gut in den Pinnacles, als wir uns ihnen nähern. Foto: Bücheratlas

Bis zu vier Meter sind sie hoch, die Pinnacles. Die senfgelben, verwitterten Kalksteinsäulen sind die Hauptattraktion des 170 Quadratmeter großen Nambung Nationalpark rund 30 Kilometer südlich des Fischerdorfs Cervantes. Entstanden sind sie vor etwa 500.000 bis 50.000 Jahren. Dänische Seefahrer, die sich im 17. Jahrhundert als erste Weiße in das Wüstengebiet verirrten, hielten die merkwürdigen Gebilde für die Ruinen von Gebäuden, erbaut von einer längst untergegangenen Zivilisation.  Heute weiß man, dass die Herren irrten. Woraus genau die Pinnacles bestehen, weiß man indes auch knapp 400 Jahre später nicht.

Fest steht allein, dass es sich bei dem Säulenfeld um die Relikte einer riesigen, aus Quarzsand bestehenden Wanderdüne handelt. Mehr dazu erfährt man im Pinnacles Desert Discovery Centre am Eingang des Parks, wo auch ein großer Parkplatz ist.

Petra Pluwatsch

Mensch des Tages: Klimawandel, na klar

Wir zitieren mal kurz die offizielle australische Tourismus-Website: „Der Nambung-Nationalpark ist von einer für Westaustralien typischen Wüstenlandschaft geprägt, in der die Pinnacles, die vom Wetter geformten Felstürme, aus den gelben Sanddünen emporragen.“ Das haben wir vor vielen Jahren schon einmal besichtigen können. Das war so schön, dass es uns abermals einen Abstecher wert war.

Doch nun empfängt uns die Dame am Eingang zum Nationalpark, wo es um das Eintrittsgeld und entscheidende Informationen geht, mit einem herzlichen Lachen. Der Spalt, den sie an ihrem Schiebefenster öffnet, ist nicht wirklich breit. Gegen eine größere Offenheit spricht der starke Regenschauer, der gerade über uns niedergeht. Mal wieder. Das geht nun schon seit dem Vorabend so. Und es hat Konsequenzen: Der berühmte „Desert Drive“, der mitten durch die ockerfarbenen Natur-Stelen führt, ist gesperrt, weil aufgeweicht, verschlammt, unpassierbar. Selbst mit unserem Allrad-Fahrzeug haben wir keine Chance. Ist das der Klimawandel?

Wir verweisen darauf, dass wir mit einem sonnigen Australien gerechnet haben. Da lacht die Dame erneut: „Das hatten wir gestern!“ sagt sie begeistert. Und wann wird es mal wieder besser? „Vielleicht morgen!“ Aber heute steht die Wüste unter Wasser.

Martin Oehlen

Unser Campground:

„Dongara Tourist Park“ in Port Denison, George Street, Site #70

Was bisher geschah:

Den Start in Perth gibt es HIER und die Tage in Ledge Point HIER.

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