Achtung, Australien (4): Bei Gregory hat sich die Natur für Pink entschieden

Auf unserer Reise im Bushcamper von Perth in Western Australia nach Darwin im Northern Territory führen wir ein Reisetagebuch. Darin küren wir auch jedes Mal einen „Mensch des Tages“. Hier erreichen wir die nächste Station.  

Hutt Lagoon trägt Rosa

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Pink leuchtet die Hutt Lagoon, weil hier ein paar Algen sehr nervös sind. Foto: Bücheratlas

Weiter geht es Richtung Kalbarri, Richtung Norden, wo mittags die Sonne hoch am Himmel steht. Rosellas, so rosig wie ein Glücksschwein an Silvester, jagen über einen stahlblauen Himmel. Wir fahren durch Rapsfelder und sattgrüne Wiesen, auf denen Schafe grasen. In der Ferne sieht man die Silhouette einer viele Kilometer langen Sanddüne, hinter der sich der Indische Ozean verbirgt.

Bei Northampton biegen wir vom Highway 1 ab Richtung Meer. Die Hutt Lagoon, rund 45 Kilometer entfernt, ist unser Ziel. Rosa soll deren Wasser sein, wir wollen es kaum glauben. Doch dann liegt er vor uns, der Pink Lake, einer der schönsten pinkfarbenen Seen Australiens.

Seine Farbe verdankt er einer Grünalge namens Dunaliella salina, die unter bestimmten Bedingungen – Wärme, hoher Salzgehalt des Wassers, starker Lichteinfall – Beta-Karotin produziert. Das wiederum als Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittelfarbe begehrt ist. Der Chemiekonzern BASF hat an der Hutt Lagoon eine Zweigstelle und züchtet die begehrte Alge im großen Stil. Wir genießen die Ruhe, die spezielle Atmosphäre, den bizarren Kontrast zwischen dem Rosa der Lagune und dem Blau des dahinterliegenden Meeres.

Petra Pluwatsch

Mensch des Tages: Unterwegs mit dem Metall-Detektor

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Da fährt niemand vorbei, der eine Kamera zur Hand hat. Foto: Bücheratlas

Wohin in den Urlaub? Die muntere Frau ist mit Mann und Tochter in der Heimat, in Australien geblieben. Eigentlich wäre wieder Europa an der Reihe gewesen. Aber ihr Mann hatte einen Arbeitsunfall: Drei Vorderzähne fehlten ihm danach. Wir gucken uns die Implantate an. Tadellos. Aber jetzt wartet das sympathische Trio auf das Geld der Versicherung. Andererseits scheint Geld nicht das Problem zu sein: Man habe ein Anwesen/Unternehmen (nachzufragen wäre leicht peinlich gewesen), welches das Reisen ermögliche. Aktuell an die Hutt Lagoon, viel besser bekannt als Pink Lake bei dem Örtchen Gregory, an dessen Ufer wir zusammenstehen. Was die formidable Färbung mit den Algen zu tun hat und wieso BASF hier eine Dependance hat, wird uns anschaulich erläutert.

Dann noch dies: Gerne sei sie mit einem Metall-Detektor unterwegs. „Ich sammele Münzen. Meistens finde ich nur australische, was schade ist. Aber es gibt auch sehr interessante Knöpfe. Wenn eine Kiste voll ist, schaffen wir die zu uns nach Hause. Dann geht es weiter.“  Der Ehemann hat zwei Kamera-Drohnen im Gepäck – darauf kommen wir, als gerade die Drohne eines japanischen Touristen über uns surrt wie ein Monstermückenschwarm.

In Europa war die Familie schon oft. Mit dem Campingwagen, der in England stationiert ist, bis nach Rumänien. Auch Deutschland sei „toll“, wenngleich sie da kaum waren, nur im Norden, auf dem Weg nach Dänemark. Weil Europa diesmal ins Wasser gefallen ist, wegen der Implantate, wollen sie beim nächsten Mal etwas länger bleiben. Ob das ein oder zwei Monate sein sollen, fragen wir. „Nein, nein – wir verreisen in der Regel fünf Monate. Aber – wie gesagt – beim nächsten Mal wollen wir etwas länger in Europa bleiben.“

Martin Oehlen

Was bisher geschah:

Den Start in Perth gibt es HIER, Ledge Point am Indischen Ozean HIER und die Pinnacles im Nambung-Nationalpark unter Wasser HIER.

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