Der letzte Zeuge: Lektor Klaus Reichert erinnert sich an Paul Celan

Klaus Reichert war der Lektor, den Paul Celan unbedingt haben wollte, als der Lyriker 1966 beim Suhrkamp Verlag untergekommen war. Doch schon zuvor war Reichert mit Celan vertraut, hatte er ihm doch noch als frisch gebackener Abiturient im April 1958 in Paris – Rue de Longchamp 78, fünfter Stock – einen ersten Besuch abgestattet. Nun … Der letzte Zeuge: Lektor Klaus Reichert erinnert sich an Paul Celan weiterlesen

Literaturland NRW (2): Irmgard Keuns Spuren in Köln

Literarische Orte in Nordrhein-Westfalen besuchen wir in lockerer Folge: Schauplätze, Wohnorte, Institutionen. Diesmal sind wir auf den Kölner Spuren von Irmgard Keun unterwegs. Nur ein schlichter Schriftzug im Pflaster erinnert an die Autorin: Irmgard Keun. Kein Geburts-, kein Sterbedatum. Irmgard Keun (1905 - 1982). Schauspielschülerin, Schriftstellerin. Verfolgte des NS-Regimes. Hier, vor dem Haupteingang der Technischen … Literaturland NRW (2): Irmgard Keuns Spuren in Köln weiterlesen

Literaturland NRW (1): Der Heinrich-Böll-Wanderweg rund um Marienfeld im Bergischen Land

Literarische Orte in Nordrhein-Westfalen wollen wir in lockerer Folge besuchen: Schauplätze, Wohnorte, Institutionen. Und zum Auftakt: einen Wanderweg. Heinrich Bölls kritische Verbundenheit mit seiner Heimatstadt Köln ist bekannt. Auch seine Fluchten in die Ruhe Irlands und die der Eifel mögen in Erinnerung geblieben sein. Doch von den zwei entbehrungsreichen Jahren, die Böll und seine Ehefrau … Literaturland NRW (1): Der Heinrich-Böll-Wanderweg rund um Marienfeld im Bergischen Land weiterlesen

Martin Walker schenkt nach: Brunos zwölfter Fall ist ein Genuss

Zugegeben, nach der Anfangseuphorie über die Schreiblust des Martin Walker wurde die Lektüre seiner heiter-sinnlichen Périgord-Krimis in den letzten Jahren zunehmend mühsam. Zu viele Kochrezepte, zu viele Elogen auf feine Weine und saftig gegarte Perlhuhn-Brüstchen. Ein neuer Walker? Na, schau‘n wir mal, ob wir den nicht schon kennen. Jetzt liegt er also vor uns: „Connaisseur. … Martin Walker schenkt nach: Brunos zwölfter Fall ist ein Genuss weiterlesen

Theres Essmanns Erzähldebüt über Väter und Söhne, Taxen und Takte: „Federico Temperini“

„Und dann begann die Musik mit einem riesigen Wumms!“ Das klingt nicht nach dem feinen Besteck, mit dem ein Musikkritiker ein Konzert zu sezieren pflegt. Aber Jürgen Krause, der da gerade im Block B der Kölner Philharmonie sitzt, sagt selbst von sich, dass er mit klassischer Musik wenig vertraut sei. Zu diesem Kunst-Erlebnis ist er … Theres Essmanns Erzähldebüt über Väter und Söhne, Taxen und Takte: „Federico Temperini“ weiterlesen

„So etwas macht doch in der DDR keiner“: Max Annas über einen Mordfall, der nicht sein darf

Oktober 1983: Ein junger Schwarzer wird tot an einer Bahnstrecke in der Nähe von Jena aufgefunden. Teo Macamos Hände sind zerschunden, der Schädel weist schwere Verletzungen auf.  Keine Frage, der afrikanische „Fremdarbeiter“ ist eines grausamen Todes gestorben. Doch wer in der Deutschen Demokratischen Republik ist zu einer solchen Tat fähig? „So etwas macht doch in … „So etwas macht doch in der DDR keiner“: Max Annas über einen Mordfall, der nicht sein darf weiterlesen

Dem Nobelpreis einen Schritt näher: Brinkmann-Stipendium für Literatur vergeben

Es geht voran! Vor einem Jahr trat Kamala Dubrovnik im Rahmen der ersten Kölner Literaturnacht auf – zu einer Uhrzeit, als die Sonne noch ins Seminargebäude der Kunsthochschule für Medien schien und die Menschen sich dicht an dicht zusammensetzen konnten. Damals erklärte die Autorin, dass sie für den Nobelpreis im Jahre 2054 nominiert sei (den … Dem Nobelpreis einen Schritt näher: Brinkmann-Stipendium für Literatur vergeben weiterlesen

„Klare Antworten sind systemrelevant“ – Husch Josten im virtuellen Literaturhaus Köln

Viel aktueller kann eine literarische Erzählung kaum grundiert sein. Husch Josten, die bei der vierten Veranstaltung des „Literaturhaus Köln virtuell“ zu Gast war, landete mit ihrer zweifellos frisch vom Schreibtisch kommenden Kurzgeschichte „Bar jeder Kritik“ mitten in der pandemischen Gegenwart. Denn da ist zügig vom US-Präsidenten die Rede, der alles auf sich beziehe und immer … „Klare Antworten sind systemrelevant“ – Husch Josten im virtuellen Literaturhaus Köln weiterlesen

Heilige, Könige und ein lesender Hund mit Kapuze: Die Welt von Arnt dem Bilderschneider

Jetzt sind auch die Diener in Köln angekommen. Vier frisch erworbene Fragmente vervollständigen das Relief mit der Anbetung der Heiligen drei Könige, das bereits 1993 aus französischem Privatbesitz für das Museum Schnütgen in Köln erworben werden konnte. Der Anbau auf der rechten Seite hat schöne Folgen. Noch größer ist nun das Figurenaufkommen, noch klarer werden … Heilige, Könige und ein lesender Hund mit Kapuze: Die Welt von Arnt dem Bilderschneider weiterlesen

Gartenkrimi mit Witz: Der „Magnolienmord“ von Elsemarie Maletzke

Elsemarie Maletzke ist bekannt als hervorragende Reisejournalistin und Englandkennerin. Mittlerweile reüssiert sie auch als Krimiautorin. Soeben hat sie ihren zweiten Gartenkrimi vorgelegt: "Magnolienmord". Im Mittelpunkt des Geschehens: die zurückhaltende und nicht mehr ganz junge Elinor Sander, bei der sich der polnische Baumexperte Simon Jankowski einmietet. Der Mann hat Charme, ein Alkoholproblem und das Talent, sich … Gartenkrimi mit Witz: Der „Magnolienmord“ von Elsemarie Maletzke weiterlesen

Reifrock und Emanzipation: Simone Scharberts poetische Biografie der Alice James

Ein neues Genre hat Simone Scharbert in die Literatur eingeführt: die Anrufung. Diese hat nichts mit der Anbetung einer Gottheit zu tun, ist aber gleichwohl Ausdruck einer entschiedenen Zuneigung. Eine solche hegt die Autorin - und hegt auch bald schon der Leser - für Alice James (1848 – 1892). Die Ostküsten-Amerikanerin litt ein Leben lang … Reifrock und Emanzipation: Simone Scharberts poetische Biografie der Alice James weiterlesen

Darwin war begeistert: Die Amazonas-Tagebücher des Naturforschers Henry Walter Bates

„Unbedingt weitermachen“, ermuntert der renommierte Naturforscher Charles Darwin den jungen Kollegen, als der sich resigniert von einem geplanten Buchprojekt verabschieden will. Henry Walter Bates befolgt den Rat des 16 Jahre Älteren: Er schreibt auf, was er während seines elfjährigen Aufenthalts am Amazonas erlebt hat. Und landet damit einen Verkaufsschlager, der ihn auf einen Schlag berühmt … Darwin war begeistert: Die Amazonas-Tagebücher des Naturforschers Henry Walter Bates weiterlesen

„Der rote Judas“: Thomas Ziebulas Kriminalroman erzählt von Tätern und Traumata nach dem Ersten Weltkrieg

Wir blicken 100 Jahre zurück: Deutschland im Jahr 1920, der Erste Weltkrieg ist seit zwei Jahren zu Ende. Männer ohne Beine hocken am Straßenrand und betteln um ein paar Groschen. Andere ehemalige Frontkämpfer schrecken nachts schreiend im Bett hoch und wähnen sich wieder auf den Schlachtfeldern von Verdun oder Ypern. Keine Spur von den „Roaring … „Der rote Judas“: Thomas Ziebulas Kriminalroman erzählt von Tätern und Traumata nach dem Ersten Weltkrieg weiterlesen

Die Zukunft der Lesungen vor Augen: Gunther Geltinger im „Literaturhaus Köln virtuell“

Wenn es immer besser wird, ist es eines Tages richtig gut. Die dritte Ausgabe des neuen Formats „Literaturhaus Köln virtuell“ setzte den stetigen Aufwärtstrend entschieden fort – technisch wie konzeptionell. So war es nur folgerichtig, dass Gunther Geltinger, der diesmal mit seinem Reise-, Liebes- und Afrika-Roman „Benzin“ im digitalen Raum zu Gast war, am Ende … Die Zukunft der Lesungen vor Augen: Gunther Geltinger im „Literaturhaus Köln virtuell“ weiterlesen

Vorteil für den gehörlosen Ermittler: „No Sound“ von Emma Viskic ist ein hervorragender Australien-Thriller

Ein nicht behinderter Mensch schreibt über einen behinderten Menschen. Kann ordentlich schiefgehen. Tut es im Fall von Emma Viskic aber nicht. 2016 bekam die australische Krimiautorin für ihren Debütroman „No Sound - Die Stille des Todes“ gleich mehrere Preise. Jetzt ist der Thriller um den gehörlosen Ermittler Caleb Zelic in deutscher Übersetzung erschienen. Und rechtfertigt … Vorteil für den gehörlosen Ermittler: „No Sound“ von Emma Viskic ist ein hervorragender Australien-Thriller weiterlesen

Der Eifelschatz aus dem Rheinischen Bildarchiv: Heinrich Pieroths Fotografien werden erstmals veröffentlicht

Es gab das Drinnen und das Draußen. So stellen es Karlheinz und Ulrich Pieroth in den Erinnerungen an ihren Vater, den Fotografen Heinrich Pieroth (1893-1964) dar. Drinnen – das war die „Werkstätte“ in dem Eifelstädtchen Mayen, wo die zahllosen Porträtfotografien entstanden, die dem Fotografen als Existenzgrundlage dienten. Draußen – das waren Aufnahmen von Menschen, Gebäuden, … Der Eifelschatz aus dem Rheinischen Bildarchiv: Heinrich Pieroths Fotografien werden erstmals veröffentlicht weiterlesen

So ticken Karrieristen: „Die Cannabis-Connection“ des Thriller-Duos Hoeps und Toes

Nichts scheint den Aufstieg von Marcel Kamrath stoppen zu können. In Berlin wird der smarte Politiker bereits als künftiger Entwicklungshilfeminister gehandelt, seine Gesetzesinitiative zur Cannabis-Legalisierung steht kurz vor dem Durchbruch. Doch plötzlich bricht der Boden unter ihm weg, seine Karriere droht gegen die Wand zu fahren, sogar sein Leben scheint in Gefahr zu sein. Auslöser … So ticken Karrieristen: „Die Cannabis-Connection“ des Thriller-Duos Hoeps und Toes weiterlesen

Viral und virtuell: Simone Scharbert stellt die Frauenfrage

Eine doppelte Premiere für Simone Scharbert: Die Autorin aus Erftstadt – dem „Speckgürtel von Köln“ - stellte ihr jüngstes Werk soeben in der Literaturclip-Reihe des Literaturhauses Köln vor (via YouTube zu finden) und war am Freitag zudem live zu erleben beim preiswürdigen Viral-Online-Literaturfestival (via Facebook). Das eine Format wie das andere nutzte sie zum ersten … Viral und virtuell: Simone Scharbert stellt die Frauenfrage weiterlesen

Plötzlich Komplizin: Romy Hausmanns kunstvoll komponierter Thriller „Marta schläft“

„Irgendwann fahren wir ans Meer“, verspricht die namenlose Briefschreiberin dem kleinen Bruder. Schwimmen, spielen, mit den Füßen durch den Sand pflügen. Doch dazu soll es nie kommen. Warum das so ist - nun, das ist eine kompliziere Geschichte, die zu erzählen Romy Hausmann 400 Seiten braucht. „Marta schläft“ ist der zweite Kriminalroman der Crime-Cologne-Preisträgerin des … Plötzlich Komplizin: Romy Hausmanns kunstvoll komponierter Thriller „Marta schläft“ weiterlesen

Sessel, Weißwein, Butzenscheiben: Literaturhaus Köln und Literaturklub Köln live im Netz

Wir nehmen es als Zeichen der schönen Fülle und nicht als unglückliche Planung: Zeitgleich präsentierten sich am Donnerstag zwei Kölner Literatur-Veranstaltungen live im Netz. Literaturhaus-Chefin Bettina Fischer stellte in der zweiten Veranstaltung der neuen Reihe „Literaturhaus Köln virtuell“ den Autor Bastian Schneider und seinen Roman-im-Werden vor. Und Adrian Kasnitz bat zur zweiten Feier anlässlich des … Sessel, Weißwein, Butzenscheiben: Literaturhaus Köln und Literaturklub Köln live im Netz weiterlesen