Eric Vuillard flaniert weiter durch die Historie. Der französische Schriftsteller kleidet seine literarische Nische immer üppiger aus. Es sind Momentaufnahmen aus der Geschichte, gleichsam Geschichtsgeschichten. Sei es die Berliner Kongokonferenz oder Buffalo Bills Wilder Westen – das Detail soll jeweils auf das Größere verweisen. Das beschert ihm nicht nur viele Leser, sondern auch angesehene … Eric Vuillard lässt’s beim Sturm auf die Bastille richtig krachen weiterlesen
Bücher
Galerie 14: Welttag 2019
Martin Böttcher, 1927 – 2019
Der Schauspieler Pierre Brice schrieb einmal in einem Brief, den er in seiner Autobiografie veröffentlicht hat, an die Produzentin Regina Ziegler: „Auf keinen, gar keinen Fall die Musik von Martin Böttcher aufgeben. Das wäre ein fataler Fehler.“ Winnetou wusste, dass der Soundtrack des Komponisten einen enormen Anteil am Erfolg der Karl-May-Verfilmungen hatte. 50 Prozent? Mehr? … Martin Böttcher, 1927 – 2019 weiterlesen
„Deine kalten Hände“ ist ein faszinierend bizarrer Künstlerroman der Koreanerin Han Kang
Die Schriftstellerin H. hat Post bekommen. In ihrer Einzimmerwohnung im koreanischen Gwangju hält sie das Manuskript eines Mannes in Händen, das sie zunächst nicht aufschlagen will - und dann doch in einer Nacht durchliest. Was der Bildhauer Jang Unhyong vor seinem plötzlichen Verschwinden zu Papier gebracht hat, ist eine kühl beeindruckende Geschichte von Verletzung und … „Deine kalten Hände“ ist ein faszinierend bizarrer Künstlerroman der Koreanerin Han Kang weiterlesen
Wellershoff-Stipendien 2019 an Bleier und Schneider
Ulrike Anna Bleier und Bastian Schneider erhalten die Dieter-Wellershoff-Stipendien für das Jahr 2019. Das gaben die Stadt Köln und das Literaturhaus Köln am Dienstag bekannt. Ulrike Anna Bleier, 1968 in Regensburg geboren, veröffentlichte 2016 ihren Debütroman „Schwimmerbecken“, auf den im vergangenen Jahr der Roman „Bushaltestelle“ folgte. Über ihr neues Romanprojekt „Spukhafte Fernwirkung“ sagt die Jury: … Wellershoff-Stipendien 2019 an Bleier und Schneider weiterlesen
Der vergöttlichte Hofdichter im Museum für Ostasiatische Kunst
Auf der Buchspur lässt sich wunderbar wandeln. Da gelangt man auch ins Museum für Ostasiatische Kunst in Köln, das derzeit mit einer Ausstellung daran erinnert, dass es seit 40 Jahren am Aachener Weiher residiert. Das Museum selbst wurde schon 1909 gegründet, also vor 110 Jahren. Und der Neubau nach Plänen des Architekten Kunio Maekwa wurde … Der vergöttlichte Hofdichter im Museum für Ostasiatische Kunst weiterlesen
Brechts „Galilei“ mit fabelhafter Wertsteigerung auf der Art Cologne
Wer gelegentlich den Eindruck hat, er müsste sich mal von ein paar Büchern trennen, um Platz für neue zu schaffen, sollte sich dies mehrmals überlegen. Aus Prinzip. Aus Sentimentalität. Aus Solidarität mit den langjährigen Begleitern. Auch weiß man nicht, wann man ausgerechnet dieses eine Buch dann doch noch einmal aufschlagen wird. Und für alle, denen … Brechts „Galilei“ mit fabelhafter Wertsteigerung auf der Art Cologne weiterlesen
Harry Potters Studio-Tour führt nun auch zur Zaubererbank Gringotts
Kurz vor der Winkelgasse wartet das Grauen. Zerborstene Säulen, umgestürzte Schreibpulte. Die Luft ist schwer von Staub. Und dann hört man es. Dieses Zischen und Schnauben. Ein Schatten löst sich aus der Dunkelheit, und plötzlich steht er zwischen den Trümmern, ein Drache mit aschgrauer Haut und spitzen Zähnen. Reißt röhrend sein großes Maul auf … Harry Potters Studio-Tour führt nun auch zur Zaubererbank Gringotts weiterlesen
Mustafa Khalifas Roman „Das Schneckenhaus“ erzählt vom Überleben in der Folterhölle
Ein Tagebuch aus der Hölle – das ist „Das Schneckenhaus“ von Mustafa Khalifa. Dass es sich hierbei um einen Roman handelt, muss mit Nachdruck betont werden. Denn der Leser ist geneigt, hier einen autobiographischen Text zu vermuten. Was schlicht daran liegt, dass der Autor den Folterterror in einem syrischen Gefängnis der 80er Jahre mit solch … Mustafa Khalifas Roman „Das Schneckenhaus“ erzählt vom Überleben in der Folterhölle weiterlesen
Christoph Heins „Anekdoten aus dem letzten deutsch-deutschen Kriege“
Ein schönes Buch zum Geburtstag. Mit Anekdoten aus einem intensiven Dichterleben. Das war vermutlich die Überlegung gewesen, als sich Christoph Hein an den Band „Gegenlauschangriff“ machte. Der liegt nun vor. Aber die Freude darüber ist nicht völlig ungetrübt, jetzt, da der Schriftsteller am 8. April seinen 75. Geburtstag begeht. Es gibt einige kräftige Geschichten. Die … Christoph Heins „Anekdoten aus dem letzten deutsch-deutschen Kriege“ weiterlesen
Das Standardwerk zum Bauhaus, das vor 100 Jahren gegründet wurde
Gefeiert wird das Bauhaus-Jubiläum schon eine ganze Weile. Doch jetzt ist das historische Datum tatsächlich erreicht. Es war der Aufbruch in eine neue Zeit, den diese Kunstschule bei ihrer Gründung am 12. April 1919 in Weimar wagte. Das Bauhaus wollte Kunst und Kunsthandwerk, Schönheit und Einfachheit vereinen. Walter Gropius, der erste Direktor, hatte als Ziel ausgegeben, … Das Standardwerk zum Bauhaus, das vor 100 Jahren gegründet wurde weiterlesen
Feridun Zaimoglu über den Kampf der Frauen und das Unrecht der Männer
*** Feridun Zaimoglu trat mit seinem Roman "Die Geschichte der Frau" auf dem Kölner Literaturfestival lit.Cologne auf. Gemeinsam mit Karen Duve war er auf dem Literaturschiff zu erleben. Am darauffolgenden Tag trafen wir den Autor in seinem Hotel. Der Roman lässt in zehn sprachmächtigen Kapiteln Frauen aus Sage und Geschichte zu Wort kommen, die von … Feridun Zaimoglu über den Kampf der Frauen und das Unrecht der Männer weiterlesen
Jochen Schmidts groteske Exkursion mit Otto Kwant durchs wilde Urfustan
Nach Urfustan? Otto Kwant ist überrascht. Um das mindeste zu sagen. Auf die Idee, in die ehemalige Sowjetrepublik zu reisen, wäre er so schnell nicht gekommen. Überhaupt ist Otto Kwant, Sohn des bekannten Baumeisters Nepomuk Kwant, von defensivem Wesen. Eher Oblomow als Marco Polo. Auch leidet er unter Darmkrämpfen. Immerzu. Aber dann sitzt er bereits … Jochen Schmidts groteske Exkursion mit Otto Kwant durchs wilde Urfustan weiterlesen
Karen Duve und Feridun Zaimoglu über starke Frauen und bange Männer
Sie war anders als die anderen Frauen: Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), die Autorin der Novelle „Die Judenbuche“, von der Karen Duve sich und uns in ihrem Roman „Fräulein Nettes kurzer Sommer“ ein Bild macht. Aber auch diese Frauen waren anders als die anderen: Zippora, „die schwarzhäutige Frau des Moses“, dann Antigone, Judith, Brunhild, die … Karen Duve und Feridun Zaimoglu über starke Frauen und bange Männer weiterlesen
Judith Schalansky über Monster, Verluste und ihren Sprung aus dem Fenster
Einen „Naturführer der Monster“ hatte Judith Schalansky ursprünglich im Sinn gehabt. Bei der Recherche wurde ihr klar, so sagte sie es beim Auftritt auf der lit.Cologne in Köln, dass die Monster erfunden worden seien, um die Leere zu füllen: „Denn nichts ist schlimmer als das Nichts.“ Solche Lücken gebe es zudem, wenn ein Mensch sterbe. … Judith Schalansky über Monster, Verluste und ihren Sprung aus dem Fenster weiterlesen
Der einzigartige Julian Barnes beim einzigen Auftritt mit „Die einzige Geschichte“
Das gibt's nur einmal: Diese Lesung, so sagte es Werner Köhler von der lit.Cologne zur Begrüßung im Börsensaal der Industrie- und Handelskammer in Köln, ist die einzige, die der britische Schriftsteller mit seinem neuen Roman in Deutschland absolviert. Die Literaturfreunde, die sich für diese Veranstaltung entschieden hatten, werden es nicht bedauert haben. Unterhaltsam und … Der einzigartige Julian Barnes beim einzigen Auftritt mit „Die einzige Geschichte“ weiterlesen
Eva Menasse über die spektakuläre Wirkung der Doderer-Lektüre auf Herz und Hirn
Immer noch ist Franz Carl Heimito Ritter von Doderer (1896-1966) einer der großen Unbekannten der modernen Literatur. Dabei hat er namhafte Fürsprecher, ja, Fans unter den zeitgenössischen Autoren. Sybille Lewitscharoff, Daniel Kehlmann und Martin Mosebach gehören dazu. Und selbstverständlich Eva Menasse. Schon vor drei Jahren hat die österreichische Schriftstellerin mit dem Wohnsitz in Berlin ihre … Eva Menasse über die spektakuläre Wirkung der Doderer-Lektüre auf Herz und Hirn weiterlesen
Miriam Toews erzählt von acht Frauen, die vor ihren Vergewaltigern in einer Mennoniten-Gemeinschaft fliehen – nach einer wahren Begebenheit
Miriam Toews kennt sich aus in der klaustrophobisch engen Welt, in der ihr jüngster Roman spielt. Schauplatz von „Die Aussprache“ ist ein mennonitisches Dorf irgendwo in der Einsamkeit Boliviens. Die kanadische Bestsellerautorin, die heute in Toronto lebt, wuchs selbst in einer mennonitischen Gemeinschaft auf. Ihr Elternhaus stand zwar nicht in Südamerika, sondern in Steinbach, einem … Miriam Toews erzählt von acht Frauen, die vor ihren Vergewaltigern in einer Mennoniten-Gemeinschaft fliehen – nach einer wahren Begebenheit weiterlesen
Gunther Geltinger über Afrika, Seitensprünge und seinen Roman „Benzin“ im Kölner Literaturhaus
Am Ende lobte Gunther Geltinger die „knisternde Dichte“, die am Großen Griechenmarkt geherrscht habe. Was vollkommen korrekt war. Die Aufmerksamkeit des Publikums im bis auf den letzten Platz besetzten Literaturhaus Köln war tatsächlich aufs Schönste gespannt. Das lag am Autor selbst, der seinen neuen Roman „Benzin“ klug und anschaulich erläuterte. Unterstützt wurde er dabei von … Gunther Geltinger über Afrika, Seitensprünge und seinen Roman „Benzin“ im Kölner Literaturhaus weiterlesen
Gunther Geltingers packende Road-Novel „Benzin“ führt in den Süden Afrikas und durch eine Beziehungskrise
Vielleicht hätte Nyami Nyami helfen können. Der Flussgott mit dem Fischkopf und dem Schlangenkörper, der im Zambezi zuhause ist. Im Süden Afrikas erzählt man sich, dass die mythologische Gestalt einst für Schutz gesorgt habe, wenn die Not groß gewesen sei. Doch nach dem Bau eines Staudamms in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts habe … Gunther Geltingers packende Road-Novel „Benzin“ führt in den Süden Afrikas und durch eine Beziehungskrise weiterlesen