"Die beste Art, ein Land kennen zu lernen, ist es, seine Literatur zu lesen. So ist es mir beispielsweise mit dem Werk meines Freundes Mario Vargas Llosa gegangen. Würde ich eines Tages als Tourist nach Peru reisen, dann würde ich sicherlich ein paar Attraktionen des Landes besichtigen, doch ich hätte nicht die Gelegenheit, in die … Amos Oz, 1939 – 2018 weiterlesen
Bücher
Judith Schalansky rettet Sappho und den Kaspischen Tiger
„Am Leben zu sein bedeutet, Verluste zu erfahren“ schreibt Judith Schalansky. Mag dieser Satz aus dem Vorwort noch wenig überraschend sein, so sind es dann doch viele Belege, die die Autorin in ihrem rundum verlockenden „Verzeichnis einiger Verluste“ vorstellt. Das gilt für die Geschichten, die sie erzählt, wie auch für die Gestaltung des Buches, die … Judith Schalansky rettet Sappho und den Kaspischen Tiger weiterlesen
Elizabeth Strout ist die großartige Chronistin der amerikanischen Provinz
Eine Kleinstadt in der amerikanischen Provinz. Hier leben Menschen wie Tommy Guptill, der einen Milchbetrieb besaß, bis eines Nachts seine Ställe abbrannten. „Es war seine eigene Schuld gewesen – etwas anderes wäre ihm nie eingefallen –, weil er sich an dem Abend nicht vergewissert hatte, dass die Melkmaschinen alle ordnungsgemäß abgeschaltet waren, und bei den … Elizabeth Strout ist die großartige Chronistin der amerikanischen Provinz weiterlesen
Spezialitäten-Trio: Das Meer, Blitzpulver am Niederrhein und was man in Köln Toleranz nennt
Jacques Devaulx war der Mann, der über den Tellerrand schaute. Als die Welt noch nicht per GPS zu erkunden war, kam es auf tendenziell zuverlässige Karten und Instrumente an. Dass bei der Erläuterung all dessen die Ästhetik eine großartige Rolle spielen kann, beweist die Handschrift „Les premières œuvres de Jacques Devaulx“ von 1583. Schließlich sollte … Spezialitäten-Trio: Das Meer, Blitzpulver am Niederrhein und was man in Köln Toleranz nennt weiterlesen
Hannelore Hippe erinnert an die heimatlosen „Deutschenkinder“
Wann ist ein Buch ein Krimi? Wenn ein Verbrechen geschieht, eine Leiche gefunden wird? Wenn Menschen einander betrügen und belügen? Dann gehört Hannelore Hippes Roman „Die verlorenen Töchter“ auf jeden Fall in diese Kategorie. Doch die Kölner Autorin, unter dem Pseudonym Hannah O’Brien als Verfasserin stimmungsvoller Irland-Krimis bekannt, ist diesmal andere Wege gegangen. Auch wenn … Hannelore Hippe erinnert an die heimatlosen „Deutschenkinder“ weiterlesen
„Unfassbar schön“ – Kölner Okapi namens Dayo ist das erste Patentier von Mariana Leky
Dayo hat tatsächlich eine sehr lange, sehr vielfältig einsetzbare und vor allem sehr blaue Zunge. Im Kölner Zoo ist der Bulle zu Hause, gleich wenn man reinkommt den rechten Weg hinein, vorbei an Erdmännchen, Flamingos und allerlei Raubgetier. Es ist ein wunderbares, wundersames Wesen. Längst weiß man noch nicht alles über das Okapi, lebt es … „Unfassbar schön“ – Kölner Okapi namens Dayo ist das erste Patentier von Mariana Leky weiterlesen
Das ist das Neue in der Kölner Literaturszene
Das Schöne an einem „Jahresausklang“, wie ihn jetzt das Literaturhaus Köln begangen hat, ist ja, dass man sich einmal den Gesamtzusammenhang vor Augen führen kann. Also sagte Bettina Fischer, die Leiterin der Kölner Institution, am Großen Griechenmarkt: „Ich finde es großartig, dass sich in Köln so viel Neues rund um die Literatur entwickelt.“ Was nichts … Das ist das Neue in der Kölner Literaturszene weiterlesen
Arno (of Arnoheim) Schmidt und Hans Wollschläger schreiben sich was
Dieses Buch ist ein Monstrum. Aber ein liebenswertes. Es ist eine Spezialität. Aber eine mit vielen Zugängen. Es birgt Einblicke in die Literatur und das Publizieren, in die philologische Feinarbeit und in die psychologischen Spannungen im Zwischenmenschlichen. Die Hauptpersonen: Arno Schmidt (1914–1979) und Hans Wollschläger (1935–2007). Das Medium, in dem sie nun - sozusagen - … Arno (of Arnoheim) Schmidt und Hans Wollschläger schreiben sich was weiterlesen
Helge Malchow schildert Bettina Böttinger den Königsweg
Es ist das Ende einer Ära. Aber gleichzeitig gilt: Niemals geht man so ganz. So steht Helge Malchow, wenn er zum Jahresende die Leitung bei Kiepenheuer & Witsch an Kerstin Gleba übergeben wird, dem Verlag weiter als „Editor at Large“ unterstützend zur Seite. Das erläuterte er noch einmal im Alten Pfandhaus in der Kölner Südstadt, … Helge Malchow schildert Bettina Böttinger den Königsweg weiterlesen
Helge Malchow zieht Bilanz als Verleger von Kiepenheuer & Witsch
Herr Malchow, Sie geben die Verlagsleitung bei Kiepenheuer & Witsch zum Jahresende auf und werden „Editor at large“ – was macht man da so? Ich gehe unter anderem dahin zurück, wo ich angefangen habe: Zur Lektoratsarbeit, ich betreue weiter Autoren und Bücher, vor allem Autoren, mit denen ich auch schon bisher als Lektor zusammen … Helge Malchow zieht Bilanz als Verleger von Kiepenheuer & Witsch weiterlesen
Hakan Tezkans dunkel leuchtendes Debüt: „Den Kern schluckt man nicht“
Der Großvater liegt im Sterben, der Großvater stirbt, der Großvater ist gestorben – so ließen sich die drei Kapitel des schmalen Romans „Den Kern schluckt man nicht“ von Hakan Tezkan überschreiben. Doch diese Titel geben nur vage den Rahmen an, in dem der Autor seine Miniaturen platziert. "M" heißt der Jugendliche, aus dessen Perspektive diese … Hakan Tezkans dunkel leuchtendes Debüt: „Den Kern schluckt man nicht“ weiterlesen
Kaiserliches Köln: Mauerfall und Turmbau am Rhein
Köln erlebte im Kaiserreich wahrhaft stürmische Zeiten, wie Thomas Mergel in seiner Einleitung mehrmals versichert. Stürmisch war nach Ansicht des Professors für Europäische Geschichte an der Berliner Humboldt-Universität der Aufbruch in die Moderne, stürmisch der Aufholprozess gegenüber anderen Kommunen, stürmisch auch der Veränderungsprozess auf allen Feldern. So recht hob das Gebrause mit der Schleifung der … Kaiserliches Köln: Mauerfall und Turmbau am Rhein weiterlesen
Spezialitäten-Trio: Chinas ältestes Schulbuch, deutsche Exil-Buchhandlung in Paris, Wahl des Weines beim Staatsbesuch
Der „Tausend-Zeichen-Klassiker“ (Reclam, 24 Euro) ist Chinas älteste Schulfibel – und zuweilen noch heute im Einsatz. Die Schrift aus dem 6. Jahrhundert führt nicht nur ein in die Kalligraphie. Sie informiert zudem in 250 mal 4 Zeichen über alles Wichtige der (damaligen) Welt, buchstäblich geht es um Himmel und Erde. Erstmals liegen diese Zeichen auf … Spezialitäten-Trio: Chinas ältestes Schulbuch, deutsche Exil-Buchhandlung in Paris, Wahl des Weines beim Staatsbesuch weiterlesen
Unbekannte Seiten von Bachmann und Enzensberger
Der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Hans Magnus Enzensberger währt noch nicht lange, da verrät die Autorin ihrem drei Jahre jüngeren Kollegen die Schuhgröße. Danach hatte er sich erkundigt. Und nun schreibt sie am ersten Weihnachtstag 1958: „Früher hatte ich 36½ und war stolz darauf, aber 37 ist bequemer. Seit ich mir das selbst zugebe, … Unbekannte Seiten von Bachmann und Enzensberger weiterlesen
Martin Suter schickt Allmen in die Porzellan-Abteilung
Es darf frohlockt werden. Denn hier geht es um einen neuen Roman von Martin Suter und einen neuen Fall für und um Johann Friedrich von Allmen, die beide rundum geglückt sind. Nicht dass uns die letzten beiden Bände um den kultivierten Lebemann gelangweilt hätten. Doch bei diesem nun insgesamt fünften Fall geht es nicht überambitioniert … Martin Suter schickt Allmen in die Porzellan-Abteilung weiterlesen
Richard Powers zum Hambacher Forst
Mensch oder Baum – was ist wichtiger? Gut, im Allgemeinen fällt die Antwort nicht so schwer. Fällt sie wohl auch Richard Powers nicht so schwer. Gleichwohl weist der US-Autor darauf hin, dass der Mensch aufhören sollte, sich für die einzige Besonderheit auf Erden zu halten. Es gilt, was er auch in seinem neuen Roman „Die … Richard Powers zum Hambacher Forst weiterlesen
Eva Menasse („Vienna“) erzählt eine Anekdote: Unter Flüchtlingen
Hans Menasse ist die zentrale Persönlichkeit in Eva Menasse Debüt-Roman "Vienna" aus dem Jahre 2005, dem "Buch für die Stadt 2018" in Köln und der Region. Bei der Eröffnungs-Matinee der Lese- und Literaturaktion von Literaturhaus Köln und "Kölner Stadt-Anzeiger" erzählte die österreichische Autorin eine Anekdote, die freilich nicht aus dem Familienroman stammt, sondern … Eva Menasse („Vienna“) erzählt eine Anekdote: Unter Flüchtlingen weiterlesen
Klaus Bittner: „Es schließen immer noch zu viele Buchhandlungen“
Die Kölner Buchhandlung Klaus Bittner ist einer der drei Hauptgewinner des Deutschen Buchhandlungspreises, der von Kulturstaatsministerin Monika Grütters verliehen worden ist. Klaus Bittner sieht es so: "Dass wieder eine Kölner Buchhandlung – nach der Lengfeld’schen Buchhandlung im letzten Jahr – ausgezeichnet worden ist, ist doch einfach großartig. Das beweist, wie gut der unabhängige Buchhandel in … Klaus Bittner: „Es schließen immer noch zu viele Buchhandlungen“ weiterlesen
Peter Handkes schönes Durcheinander
Es ist „ein schönes Durcheinander“, meint Peter Handke mit Blick auf seine Notizbücher. Die Aufzeichnungen, die er seit 1975 regelmäßig macht, seien eine „Mischung aus Vielerlei, ein Arbeitsjournal“. Mittlerweile hortet er die Notate nicht mehr im privaten Umfeld. Nachdem er 67 Notizbücher bereits im Jahre 2007 an das Deutsche Literaturarchiv in Marbach gegeben hatte, … Peter Handkes schönes Durcheinander weiterlesen
Jürgen Beckers Losung: „Immer neu anfangen“
Warum schreiben? Dieser Frage ging Jürgen Becker auf den Grund, als er seine Dankesrede zur Verleihung des Büchnerpreises hielt, der bedeutendsten literarischen Ehrung in Deutschland. „Vielleicht, um mich besser kennenzulernen“, sagte er, „und wenn dabei so etwas wie ein Bild von den Widersprüchen der eigenen Identität entsteht, vielleicht erkenne ich dann besser, was in meinen … Jürgen Beckers Losung: „Immer neu anfangen“ weiterlesen