Das Kölner Literaturhaus blickt entschieden optimistisch ins neue Jahr. Bettina Fischer, die Leiterin der Institution am Großen Griechenmarkt, sieht die Entwicklung ihres Hauses wie auch der gesamten Kölner Literaturlandschaft „positiv“. Vom Publikum und aus der Szene selbst gebe es „viel motivierenden Zuspruch“. Überhaupt sei zu beobachten: „Literatur in Köln wird sichtbarer.“ Und im Literaturhaus wisse … Literaturhaus Köln startet durch ins Jahr 2037 weiterlesen
Edgar Hilsenrath, sein wahnwitziger Schelmenroman und der Holocaust – ein Nachruf
Kennt die deutschsprachige Literatur einen zweiten bedeutenden Roman, der den Horror des Holocausts als derart pechschwarzes Schelmenstück erzählt? Nein. Und die Frage, ob man das überhaupt so wie Edgar Hilsenrath in „Der Nazi & der Friseur“ machen dürfe, haben sich Ende der 70er Jahre sehr viele deutsche Verlage gestellt. Angeblich waren es über 60, … Edgar Hilsenrath, sein wahnwitziger Schelmenroman und der Holocaust – ein Nachruf weiterlesen
Amos Oz, 1939 – 2018
"Die beste Art, ein Land kennen zu lernen, ist es, seine Literatur zu lesen. So ist es mir beispielsweise mit dem Werk meines Freundes Mario Vargas Llosa gegangen. Würde ich eines Tages als Tourist nach Peru reisen, dann würde ich sicherlich ein paar Attraktionen des Landes besichtigen, doch ich hätte nicht die Gelegenheit, in die … Amos Oz, 1939 – 2018 weiterlesen
Judith Schalansky rettet Sappho und den Kaspischen Tiger
„Am Leben zu sein bedeutet, Verluste zu erfahren“ schreibt Judith Schalansky. Mag dieser Satz aus dem Vorwort noch wenig überraschend sein, so sind es dann doch viele Belege, die die Autorin in ihrem rundum verlockenden „Verzeichnis einiger Verluste“ vorstellt. Das gilt für die Geschichten, die sie erzählt, wie auch für die Gestaltung des Buches, die … Judith Schalansky rettet Sappho und den Kaspischen Tiger weiterlesen
Die letzte Chance: Dionysos-Mosaik wird für sechs Jahre weggepackt
Jetzt wird es ernst: Das Römisch-Germanische Museum (RGM) am Kölner Dom wird wegen der notwendigen Generalsanierung geschlossen. Nach Angaben der Stadt Köln soll das RGM an seinem Stammsitz im Jahre 2025 wiedereröffnet werden. Demnach wäre das Interim in sechs Jahren beendet. Dass es womöglich länger dauern könnte, ist allerdings nicht ausgeschlossen. Wer also noch einmal … Die letzte Chance: Dionysos-Mosaik wird für sechs Jahre weggepackt weiterlesen
Nur einer kam durch: Carsten Niebuhrs Malaria-Reise nach Arabien
Carsten Niebuhr (1733-1815) fasst zusammen: „Überhaupt muss man eine Reise nach Arabien nicht als eine Lustreise ansehen.“ Wer die drei Bände gelesen hat, in denen Niebuhr von genau einer solchen Reise erzählt, weiß, was der Forschungsreisende damit gemeint hat. Am 7. Januar 1761 war er in Kopenhagen als Mitglied einer sechsköpfigen Spezialistengruppe aufgebrochen und erst … Nur einer kam durch: Carsten Niebuhrs Malaria-Reise nach Arabien weiterlesen
Elizabeth Strout ist die großartige Chronistin der amerikanischen Provinz
Eine Kleinstadt in der amerikanischen Provinz. Hier leben Menschen wie Tommy Guptill, der einen Milchbetrieb besaß, bis eines Nachts seine Ställe abbrannten. „Es war seine eigene Schuld gewesen – etwas anderes wäre ihm nie eingefallen –, weil er sich an dem Abend nicht vergewissert hatte, dass die Melkmaschinen alle ordnungsgemäß abgeschaltet waren, und bei den … Elizabeth Strout ist die großartige Chronistin der amerikanischen Provinz weiterlesen
Spezialitäten-Trio: Das Meer, Blitzpulver am Niederrhein und was man in Köln Toleranz nennt
Jacques Devaulx war der Mann, der über den Tellerrand schaute. Als die Welt noch nicht per GPS zu erkunden war, kam es auf tendenziell zuverlässige Karten und Instrumente an. Dass bei der Erläuterung all dessen die Ästhetik eine großartige Rolle spielen kann, beweist die Handschrift „Les premières œuvres de Jacques Devaulx“ von 1583. Schließlich sollte … Spezialitäten-Trio: Das Meer, Blitzpulver am Niederrhein und was man in Köln Toleranz nennt weiterlesen
Hannelore Hippe erinnert an die heimatlosen „Deutschenkinder“
Wann ist ein Buch ein Krimi? Wenn ein Verbrechen geschieht, eine Leiche gefunden wird? Wenn Menschen einander betrügen und belügen? Dann gehört Hannelore Hippes Roman „Die verlorenen Töchter“ auf jeden Fall in diese Kategorie. Doch die Kölner Autorin, unter dem Pseudonym Hannah O’Brien als Verfasserin stimmungsvoller Irland-Krimis bekannt, ist diesmal andere Wege gegangen. Auch wenn … Hannelore Hippe erinnert an die heimatlosen „Deutschenkinder“ weiterlesen
„Unfassbar schön“ – Kölner Okapi namens Dayo ist das erste Patentier von Mariana Leky
Dayo hat tatsächlich eine sehr lange, sehr vielfältig einsetzbare und vor allem sehr blaue Zunge. Im Kölner Zoo ist der Bulle zu Hause, gleich wenn man reinkommt den rechten Weg hinein, vorbei an Erdmännchen, Flamingos und allerlei Raubgetier. Es ist ein wunderbares, wundersames Wesen. Längst weiß man noch nicht alles über das Okapi, lebt es … „Unfassbar schön“ – Kölner Okapi namens Dayo ist das erste Patentier von Mariana Leky weiterlesen
Das ist das Neue in der Kölner Literaturszene
Das Schöne an einem „Jahresausklang“, wie ihn jetzt das Literaturhaus Köln begangen hat, ist ja, dass man sich einmal den Gesamtzusammenhang vor Augen führen kann. Also sagte Bettina Fischer, die Leiterin der Kölner Institution, am Großen Griechenmarkt: „Ich finde es großartig, dass sich in Köln so viel Neues rund um die Literatur entwickelt.“ Was nichts … Das ist das Neue in der Kölner Literaturszene weiterlesen
Arno (of Arnoheim) Schmidt und Hans Wollschläger schreiben sich was
Dieses Buch ist ein Monstrum. Aber ein liebenswertes. Es ist eine Spezialität. Aber eine mit vielen Zugängen. Es birgt Einblicke in die Literatur und das Publizieren, in die philologische Feinarbeit und in die psychologischen Spannungen im Zwischenmenschlichen. Die Hauptpersonen: Arno Schmidt (1914–1979) und Hans Wollschläger (1935–2007). Das Medium, in dem sie nun - sozusagen - … Arno (of Arnoheim) Schmidt und Hans Wollschläger schreiben sich was weiterlesen
Elizabeth Georges Kuschelkrimi um einen toten Diakon
Ein Diakon erhängt sich nach seiner Festnahme in einer Arrestzelle. Doch hat Ian Druitt tatsächlich Selbstmord begangen, weil er den Vorwurf, ein Kinderschänder zu sein, nicht ertragen konnte? Oder ist der Gottesmann nicht ganz freiwillig aus dem Leben geschieden? Letzteres schließt zumindest dessen Vater, ein reicher Brauereibesitzer, nicht aus. Und da der mit einem Abgeordneten … Elizabeth Georges Kuschelkrimi um einen toten Diakon weiterlesen
Helge Malchow schildert Bettina Böttinger den Königsweg
Es ist das Ende einer Ära. Aber gleichzeitig gilt: Niemals geht man so ganz. So steht Helge Malchow, wenn er zum Jahresende die Leitung bei Kiepenheuer & Witsch an Kerstin Gleba übergeben wird, dem Verlag weiter als „Editor at Large“ unterstützend zur Seite. Das erläuterte er noch einmal im Alten Pfandhaus in der Kölner Südstadt, … Helge Malchow schildert Bettina Böttinger den Königsweg weiterlesen
Helge Malchow zieht Bilanz als Verleger von Kiepenheuer & Witsch
Herr Malchow, Sie geben die Verlagsleitung bei Kiepenheuer & Witsch zum Jahresende auf und werden „Editor at large“ – was macht man da so? Ich gehe unter anderem dahin zurück, wo ich angefangen habe: Zur Lektoratsarbeit, ich betreue weiter Autoren und Bücher, vor allem Autoren, mit denen ich auch schon bisher als Lektor zusammen … Helge Malchow zieht Bilanz als Verleger von Kiepenheuer & Witsch weiterlesen
Hakan Tezkans dunkel leuchtendes Debüt: „Den Kern schluckt man nicht“
Der Großvater liegt im Sterben, der Großvater stirbt, der Großvater ist gestorben – so ließen sich die drei Kapitel des schmalen Romans „Den Kern schluckt man nicht“ von Hakan Tezkan überschreiben. Doch diese Titel geben nur vage den Rahmen an, in dem der Autor seine Miniaturen platziert. "M" heißt der Jugendliche, aus dessen Perspektive diese … Hakan Tezkans dunkel leuchtendes Debüt: „Den Kern schluckt man nicht“ weiterlesen
Jo Nesbø entführt Macbeth ins 21. Jahrhundert
Wie kann ein aufrechter junger Mann zu einem Despoten, zu einem skrupellosen Mörder werden? Eine Frage, die sich vor gut 400 Jahren der englische Dramatiker William Shakespeare stellte. Seine Antwort darauf war ein blutrünstiges Bühnenstück: „Macbeth“, die Geschichte eines ehrgeizigen Vasallen, der durch die Einflüsterungen seiner Frau zum Königsmörder wird. Jetzt hat der norwegische … Jo Nesbø entführt Macbeth ins 21. Jahrhundert weiterlesen
Rom für Eingeweihte: Mit dem Passwort vorbei an der Schweizergarde
Passwort vergessen? Das ist nicht so toll. "Dänemark" heißt es in Arthur Schnitzlers "Traumnovelle", mit dem sich der eigentlich recht brave Fridolin Zugang zu einer Orgie erhofft (daraus wurde dann in Stanley Kubricks Verfilmung C das Codewort "Fidelio"). Fridolin kommt dann zwar weit, aber doch nicht zum Ziel, weil dafür noch ein zweites Passwort erforderlich ist. … Rom für Eingeweihte: Mit dem Passwort vorbei an der Schweizergarde weiterlesen
Kaiserliches Köln: Mauerfall und Turmbau am Rhein
Köln erlebte im Kaiserreich wahrhaft stürmische Zeiten, wie Thomas Mergel in seiner Einleitung mehrmals versichert. Stürmisch war nach Ansicht des Professors für Europäische Geschichte an der Berliner Humboldt-Universität der Aufbruch in die Moderne, stürmisch der Aufholprozess gegenüber anderen Kommunen, stürmisch auch der Veränderungsprozess auf allen Feldern. So recht hob das Gebrause mit der Schleifung der … Kaiserliches Köln: Mauerfall und Turmbau am Rhein weiterlesen
Christoph Gottwald, der Pionier des Köln-Krimis, holt Manni zurück an den Rhein
Manni Thielen ist wieder in Köln. Etwas zerrupfter als bei seiner Flucht vor mehr als 20 Jahren, mit zerschossenem Knie und schneeweißen Haaren, ansonsten aber putzmunter. 1984 betrat der Kölner Zocker und Gelegenheitsdetektiv die deutsche Krimiszene – und schrieb gleich Geschichte. „Tödlicher Klüngel“ aus der Feder des Journalisten, Schriftstellers und Drehbuchautors Christoph Gottwald erschien mit … Christoph Gottwald, der Pionier des Köln-Krimis, holt Manni zurück an den Rhein weiterlesen