Maxim Biller ist kein Harmonie-Virtuose. Das ist nicht nur bei seinen Fernsehauftritten zu bemerken, sondern auch seiner Literatur eingeschrieben. Exemplarisch steht dafür der Roman „Esra“, der weiterhin dem Buchhandel vorenthalten wird, weil die Justiz die Persönlichkeitsrechte einer real nachweisbaren Romanheldin verletzt sieht. Zwar hat nahezu jedes Werk eine autobiographische Grundierung – und sei es, … Maxim Biller packt „Sechs Koffer“ weiterlesen
Bücher
Olivier Guez erzählt vom „Verschwinden des Josef Mengele“
Den Anfang macht ein Zitat des polnischen Dichters Czeslaw Milosz: „Ihr, die ihr Leid über den einfachen Mann brachtet,/ ihr, die ihr über sein Leid lachtet, fühlt euch nicht sicher./ Der Dichter erinnert sich.“ Einer, der Leid über viele Menschen gebracht hat, war Josef Mengele; und einer, der nun an den Nazi-Arzt erinnert, … Olivier Guez erzählt vom „Verschwinden des Josef Mengele“ weiterlesen
Kurz und gut: Jack Kerouac
Kurz und gut (10): Jack Kerouac mit "Gammler, Zen und hohe Berge" Okay, die Geschichte ist uralt. Und trotzdem so taufrisch wie eben erst in den Computer gehauen. Die Kurzfassung: Japhy Ryder kifft sich die amerikanische Westküste hoch. Jazz, Frauen, Joint und seinen Schlafsack – mehr braucht der Mann nicht. Jack Kerouac hat die fantastische … Kurz und gut: Jack Kerouac weiterlesen
Galerie (6): Tokio
Alles so schön blau hier: Mindestens einen Titel auf diesem Bücherregal kann auch der Leser erkennen, der des Japanischen ganz und gar nicht mächtig ist. Oder? Werke von Haruki Murakami in einer Buchhandlung in Tokio.Foto: Bücheratlas
Auch Deutsche unter den Opfern: Rom zur Goethezeit
Franz Wercker hatte einen Traum. Von dem erzählt der Kölner Schriftsteller Christian Schnalke in seinem Debütroman „Römisches Fieber“: „Jahrelang hatte Franz davon geträumt, aufzusteigen vom Sohn eines Tagelöhners zu einem respektierten, vielleicht sogar angesehenen Dichter, doch seine geduldigen heimlichen Studien, all die durchlesenen und durchschriebenen Nächte, in denen er mit fiebernden Augen und glühendem Herzen … Auch Deutsche unter den Opfern: Rom zur Goethezeit weiterlesen
Galerie (5): Köln
Kurz und gut: Hilary Mantel
Kurz und gut (9): Hilary Mantel mit "Der Hilfsprediger" Ein Mann mischt ein Dorf auf. Bringt die Nonnen des nahen Klosters auf dumme und den abtrünnigen Father Angwin auf noch viel dümmere Gedanken. Ist der neue Hilfsprediger von Fetherhoughton, der eines nachts tropfnass vor dem Pfarrhaus steht, der Teufel? Ein Engel? Oder ein stinknormaler Betrüger, … Kurz und gut: Hilary Mantel weiterlesen
Galerie (4): Lourmarin
Comic-Zeichnerinnen erzählen von der Arbeit: „Spring“ mit Jubiläumsausgabe
„Spring“ bleibt, was es war: Ein Illustrationsmagazin, das ausschließlich von Zeichnerinnen organisiert wird. Jetzt schon zum 15. Mal. Einmal im Jahr kommt es in Hamburg heraus, mittlerweile erscheint es im mairisch-Verlag. Und zum Jubiläum machen sich die Frauen an die „Arbeit“ – im doppelten Sinne. Aber wieso müssen Männer draußen bleiben? Auf diese Frage … Comic-Zeichnerinnen erzählen von der Arbeit: „Spring“ mit Jubiläumsausgabe weiterlesen
Galerie (2): Nordwijk aan Zee
Nordwijk aan Zee, in den Niederlanden zwischen Katwijk und Zandvoort gelegen und gar nicht so weit entfernt von Amsterdam, ist ein Luft-und-Licht-Paradies. Margriet de Moor, die große niederländische Autorin, wurde hier geboren. Die Leser wissen es: Heimatliche Spuren finden sich in ihrem Werk nicht selten.Foto: Bücheratlas
Galerie (1): Frankfurt/M.
Salman Rushdie hat gerade auf einem Schreibblock seines Frankfurter Hotels den New Yorker Innenhof skizziert, der das topographische Zentrum seines Romans "Golden House" (2017) ist. In einem Werk, das nicht zuletzt dem Kino huldigt, darf man dabei getrost an Alfred Hitchcocks "Fenster zum Hof" (Rear Window, 1954) denken.Foto: Bücheratlas
Julia von Lucadous „Hochhausspringerin“ steigt aus
Die Frage stellt sich dem Leser der „Hochhausspringerin“ von Seite zu Seite drängender: Wie weit entfernt sind wir von der Zukunft, die in diesem Roman ausgestellt wird? Sind es 5000 Jahre – oder doch nur 50? Es ist eine Welt der totalen Kontrolle. Perfektion ist Trumpf. Wer nicht effizient arbeitet, wer seinen Köper und Geist … Julia von Lucadous „Hochhausspringerin“ steigt aus weiterlesen
Eva Menasses Jahrhundertfamilienroman „Vienna“
Der Roman geht los, wie ein Roman losgehen muss, der überreich ist an Stoff und Drama: „Mein Vater war eine Sturzgeburt. Er und ein Pelzmantel wurden Opfer der Bridgeleidenschaft meiner Großmutter, die, obwohl die Wehen einsetzten, unbedingt noch die Partie fertigspielen musste.“ Indem Eva Menasse gleich zu Beginn ihres Romans „Vienna“ eine Geburt mit einer … Eva Menasses Jahrhundertfamilienroman „Vienna“ weiterlesen
Kurz und gut: Kent Haruf
Kurz und gut (7): Kent Haruf mit "Unsere Seelen bei Nacht" Die 70jährige Addie ist einsam seit dem Tod ihres Mannes. Also fragt sie einer Tages ihren Nachbarn Louis, ob er nicht bei ihr übernachten möchte. Was ganz und gar nicht gut ankommt im Städtchen Holt in Colorado. Von Addies Sohn Gene ganz zu schweigen. … Kurz und gut: Kent Haruf weiterlesen
Michael Köhlmeiers neuer Roman über „Bruder und Schwester Lenobel“
Dr. Robert Lenobel (55) ist verschwunden. Der Psychoanalytiker aus Wien hat keine Nachricht hinterlassen, warum oder wohin. Muss man sich Sorgen machen? Ehefrau Hanna alarmiert ihre Schwägerin Jetti in Irland. Die eilt nach Wien. Doch mehr als ein paar Psychokämpfe zwischen den Frauen kommt dabei erst einmal nicht heraus. Hanna beklagt das „Lenobeltum“, das … Michael Köhlmeiers neuer Roman über „Bruder und Schwester Lenobel“ weiterlesen
Patrick Modianos Erinnerungen an die Frauen von Paris
Plötzlich dieser Anruf am späten Abend im Sommer 1965. Eine Frau sagt, es sei ein Unfall geschehen. Sie bittet den Mann, den sie erst einige Wochen vorher kennengelernt hatte, sofort in die Avenue Rodin 2 zu kommen. Dort angelangt, blickt er auf den Leichnam eines gewissen Ludo F. Die Frau, deren Name ausdrücklich nicht … Patrick Modianos Erinnerungen an die Frauen von Paris weiterlesen
Lange verboten, jetzt öffentlich: Alberto Giacometti und sein Modell
Am frühen Nachmittag ist Alberto Giacometti (1901–1966) begeistert: „So weit war ich noch nie. Heute habe ich den Mut, der mir sonst aus unerfindlichen Gründen fehlt. Ich hätte nicht gedacht, dass man so frei sein kann.“ Doch die Euphorie des Künstlers, der sein Modell mit blutunterlaufenen Augen fixiert, währt nicht lange. Bald schon zaudert und … Lange verboten, jetzt öffentlich: Alberto Giacometti und sein Modell weiterlesen
Kurz und gut: Claudia Rikl
Kurz und gut (5): Claudia Rikl mit "Ende des Schweigens" Hans Konrad, ehemaliger Major der NVA, hat die Nase voll. In seiner Datscha schneidet er sich die Pulsadern auf. Aber wer hat ihm anschließend die Zunge abgeschnitten und neben ihn auf ein Uniform-Käppi gelegt? Ein Krimi über die Vergangenheit der DDR und die Qualen von … Kurz und gut: Claudia Rikl weiterlesen
Kurz und gut: Hiltrud Leenders
Kurz und gut (4): Hiltrud Leenders mit "Pfaffs Hof" 1963 auf dem Land. Der Krieg ist seit 18 Jahren vorbei, doch Annemaries Vater schlägt noch immer im Schlaf um sich. Opa war Aufseher in Dachau, doch „darüber reden wir nicht“. Und Annemarie wird bald neun und will nicht länger mit diesem dämlichen Dutt auf dem … Kurz und gut: Hiltrud Leenders weiterlesen
Kurz und gut: Mordecai Richler
Kurz und gut (3): Mordecai Richler mit "Wie Barney es sieht" In dieser Reihe dürfen auch mal etwas ältere Schätzlein Beachtung finden. In diesem Falle geht es um einen Herrn: Zynisch, böse, politisch unkorrekt. Das ist Barney Panofsky aus Montreal. Drei Ehen hat er durch. Jetzt sitzt er an seinen Memoiren und erinnert sich an … Kurz und gut: Mordecai Richler weiterlesen