Michelle Obama über den „Frauenfeind“ im Weißen Haus und den Literaturfreund an ihrer Seite

  Vor allem Ehrgeiz. Das  ist der Begriff, den Michelle Obama in ihrer Autobiographie „Becoming –  Meine Geschichte“ vorzugsweise  propagiert. Kein krankhafter Ehrgeiz, keiner, der einem die Gesichtszüge verzerrt. Vielmehr geht es der  US-Amerikanerin darum, sich lebenslang  zu bemühen, zu streben, sich weiterzuentwickeln. Das Werden habe nie ein Ende, meint sie. Oder in den Worten … Michelle Obama über den „Frauenfeind“ im Weißen Haus und den Literaturfreund an ihrer Seite weiterlesen

Vladimir Sorokin entzündet ein Grillfeuer mit erlesenen Büchern

Das muss man mögen. Extravagante Speisen sind beileibe nicht jedermanns Sache. Und hier reden wir nicht von Steaks, die mit Goldblättchen verfeinert werden. Sondern von Fisch und Fleisch, die über brennenden Büchern gegrillt werden. Denn das ist der neueste Gourmettrend: „Book ’n’ Grill“. Die verwöhnten Zeitgenossen des Jahres 2037, denen wir in Vladimir Sorokins Roman … Vladimir Sorokin entzündet ein Grillfeuer mit erlesenen Büchern weiterlesen

Michel Houellebecqs Abgesang auf Frankreich und einen Mann wie – nun ja

  Doktor Azote versucht sich in Paris an einer Diagnose, und seine Lippen zittern ein wenig, als er sie formuliert: „Ich habe den Eindruck, Sie sind schlicht dabei, vor Kummer zu sterben.“ Florent-Claude Labrouste, der seine beiden Vornamen nicht mag, ist darüber wenig bestürzt. Weiß er doch selbst, wie es um ihn bestellt ist. Aber … Michel Houellebecqs Abgesang auf Frankreich und einen Mann wie – nun ja weiterlesen

Literaturhaus Köln startet durch ins Jahr 2037

Das Kölner Literaturhaus blickt entschieden optimistisch ins neue Jahr. Bettina Fischer, die Leiterin der Institution am Großen Griechenmarkt,  sieht  die Entwicklung ihres Hauses wie auch der gesamten Kölner Literaturlandschaft „positiv“. Vom Publikum und aus der Szene selbst gebe es „viel motivierenden Zuspruch“.  Überhaupt sei zu beobachten: „Literatur in Köln wird  sichtbarer.“ Und im Literaturhaus wisse … Literaturhaus Köln startet durch ins Jahr 2037 weiterlesen

Edgar Hilsenrath, sein wahnwitziger Schelmenroman und der Holocaust – ein Nachruf

  Kennt die deutschsprachige Literatur einen zweiten bedeutenden Roman, der  den Horror des Holocausts als derart pechschwarzes Schelmenstück erzählt? Nein. Und die Frage, ob man das überhaupt so wie  Edgar Hilsenrath in  „Der Nazi &  der Friseur“ machen dürfe, haben sich Ende der 70er Jahre sehr viele deutsche Verlage gestellt. Angeblich waren es über 60, … Edgar Hilsenrath, sein wahnwitziger Schelmenroman und der Holocaust – ein Nachruf weiterlesen

Amos Oz, 1939 – 2018

"Die beste Art, ein Land kennen zu lernen, ist es, seine Literatur zu lesen. So ist es mir beispielsweise mit dem Werk meines Freundes Mario Vargas Llosa gegangen. Würde ich eines Tages als Tourist nach Peru reisen, dann würde ich sicherlich ein paar Attraktionen des Landes besichtigen, doch ich hätte nicht die Gelegenheit, in die … Amos Oz, 1939 – 2018 weiterlesen

Judith Schalansky rettet Sappho und den Kaspischen Tiger

„Am Leben zu sein bedeutet, Verluste zu erfahren“ schreibt Judith Schalansky. Mag dieser Satz aus dem Vorwort noch wenig überraschend sein, so sind es dann doch viele Belege, die die Autorin in ihrem rundum verlockenden „Verzeichnis einiger Verluste“ vorstellt. Das gilt für die Geschichten, die sie erzählt, wie auch für die Gestaltung des Buches, die  … Judith Schalansky rettet Sappho und den Kaspischen Tiger weiterlesen

Elizabeth Strout ist die großartige Chronistin der amerikanischen Provinz

Eine Kleinstadt  in der amerikanischen Provinz. Hier leben Menschen wie Tommy  Guptill, der einen Milchbetrieb besaß, bis eines Nachts  seine  Ställe abbrannten. „Es war seine eigene Schuld gewesen  – etwas anderes wäre ihm nie eingefallen –, weil er sich an dem Abend nicht vergewissert hatte, dass die Melkmaschinen alle ordnungsgemäß  abgeschaltet waren, und bei den … Elizabeth Strout ist die großartige Chronistin der amerikanischen Provinz weiterlesen

Spezialitäten-Trio: Das Meer, Blitzpulver am Niederrhein und was man in Köln Toleranz nennt

Jacques Devaulx war der Mann, der über den Tellerrand schaute. Als die Welt noch nicht  per GPS  zu erkunden war, kam es auf tendenziell zuverlässige Karten und Instrumente an. Dass bei der Erläuterung all dessen die Ästhetik eine großartige Rolle spielen kann, beweist die Handschrift „Les premières œuvres de Jacques Devaulx“ von 1583. Schließlich sollte … Spezialitäten-Trio: Das Meer, Blitzpulver am Niederrhein und was man in Köln Toleranz nennt weiterlesen

Hannelore Hippe erinnert an die heimatlosen „Deutschenkinder“

Wann ist ein Buch ein Krimi? Wenn ein Verbrechen geschieht, eine Leiche  gefunden wird? Wenn Menschen einander betrügen und belügen? Dann gehört Hannelore Hippes Roman „Die verlorenen Töchter“ auf jeden Fall in diese Kategorie.  Doch die Kölner Autorin,   unter dem Pseudonym Hannah O’Brien als Verfasserin stimmungsvoller Irland-Krimis bekannt, ist diesmal andere Wege gegangen. Auch wenn … Hannelore Hippe erinnert an die heimatlosen „Deutschenkinder“ weiterlesen

„Unfassbar schön“ – Kölner Okapi namens Dayo ist das erste Patentier von Mariana Leky

Dayo hat tatsächlich eine sehr lange, sehr vielfältig einsetzbare und vor allem sehr blaue Zunge.  Im Kölner Zoo ist der Bulle zu Hause, gleich wenn man reinkommt den rechten Weg hinein, vorbei an Erdmännchen, Flamingos und allerlei Raubgetier. Es ist ein wunderbares, wundersames Wesen. Längst weiß man noch nicht alles über das Okapi,  lebt es … „Unfassbar schön“ – Kölner Okapi namens Dayo ist das erste Patentier von Mariana Leky weiterlesen

Das ist das Neue in der Kölner Literaturszene

Das Schöne an einem „Jahresausklang“, wie ihn jetzt das Literaturhaus Köln begangen hat, ist ja, dass man sich einmal den Gesamtzusammenhang vor Augen führen kann. Also sagte Bettina Fischer, die Leiterin der Kölner Institution, am Großen Griechenmarkt: „Ich finde es großartig, dass sich in Köln so viel Neues rund um die Literatur entwickelt.“ Was nichts … Das ist das Neue in der Kölner Literaturszene weiterlesen

Arno (of Arnoheim) Schmidt und Hans Wollschläger schreiben sich was

Dieses Buch ist ein Monstrum. Aber ein liebenswertes. Es ist eine Spezialität. Aber eine mit vielen Zugängen. Es birgt Einblicke in die Literatur und das Publizieren, in die philologische Feinarbeit und in die psychologischen Spannungen im Zwischenmenschlichen. Die Hauptpersonen: Arno Schmidt (1914–1979) und Hans Wollschläger (1935–2007). Das Medium, in dem sie nun - sozusagen - … Arno (of Arnoheim) Schmidt und Hans Wollschläger schreiben sich was weiterlesen

Helge Malchow schildert Bettina Böttinger den Königsweg

Es ist das Ende einer Ära. Aber gleichzeitig gilt: Niemals geht man so ganz. So steht Helge Malchow, wenn er zum Jahresende die Leitung bei Kiepenheuer & Witsch an Kerstin Gleba übergeben wird, dem Verlag weiter als „Editor at Large“  unterstützend zur Seite. Das erläuterte er noch einmal im Alten Pfandhaus in der Kölner Südstadt, … Helge Malchow schildert Bettina Böttinger den Königsweg weiterlesen

Helge Malchow zieht Bilanz als Verleger von Kiepenheuer & Witsch

  Herr Malchow, Sie geben die Verlagsleitung bei Kiepenheuer & Witsch zum Jahresende auf und werden „Editor at large“ – was macht man da so? Ich gehe unter anderem dahin zurück, wo ich angefangen habe:  Zur Lektoratsarbeit, ich betreue weiter Autoren und Bücher, vor allem Autoren, mit denen ich auch schon bisher  als Lektor zusammen … Helge Malchow zieht Bilanz als Verleger von Kiepenheuer & Witsch weiterlesen

Hakan Tezkans dunkel leuchtendes Debüt: „Den Kern schluckt man nicht“

Der Großvater liegt im Sterben, der Großvater stirbt, der Großvater ist gestorben – so ließen sich die drei Kapitel des schmalen Romans „Den Kern schluckt man nicht“ von Hakan Tezkan überschreiben. Doch diese Titel geben nur vage den Rahmen an, in dem der Autor seine Miniaturen platziert. "M" heißt der Jugendliche, aus dessen Perspektive diese … Hakan Tezkans dunkel leuchtendes Debüt: „Den Kern schluckt man nicht“ weiterlesen

Kaiserliches Köln: Mauerfall und Turmbau am Rhein

Köln erlebte im Kaiserreich wahrhaft stürmische Zeiten, wie Thomas Mergel in seiner Einleitung mehrmals versichert. Stürmisch war nach Ansicht des Professors für Europäische Geschichte an der Berliner Humboldt-Universität der Aufbruch in die Moderne, stürmisch der Aufholprozess gegenüber anderen Kommunen, stürmisch auch der Veränderungsprozess auf allen Feldern. So recht hob das Gebrause mit der Schleifung der … Kaiserliches Köln: Mauerfall und Turmbau am Rhein weiterlesen

Spezialitäten-Trio: Chinas ältestes Schulbuch, deutsche Exil-Buchhandlung in Paris, Wahl des Weines beim Staatsbesuch

Der „Tausend-Zeichen-Klassiker“ (Reclam, 24 Euro)  ist Chinas älteste Schulfibel – und zuweilen noch heute im Einsatz. Die Schrift aus dem 6. Jahrhundert führt nicht nur ein in die  Kalligraphie. Sie informiert zudem in 250 mal 4 Zeichen über  alles Wichtige der (damaligen) Welt, buchstäblich geht es um Himmel und Erde. Erstmals liegen diese Zeichen auf … Spezialitäten-Trio: Chinas ältestes Schulbuch, deutsche Exil-Buchhandlung in Paris, Wahl des Weines beim Staatsbesuch weiterlesen

Unbekannte Seiten von Bachmann und Enzensberger

Der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Hans Magnus Enzensberger währt noch nicht lange, da verrät die Autorin ihrem drei Jahre jüngeren Kollegen die Schuhgröße. Danach hatte er sich erkundigt. Und nun schreibt sie am ersten Weihnachtstag 1958: „Früher hatte ich 36½ und war stolz darauf, aber 37 ist bequemer. Seit ich mir das selbst zugebe, … Unbekannte Seiten von Bachmann und Enzensberger weiterlesen

Martin Suter schickt Allmen in die Porzellan-Abteilung

Es darf frohlockt werden. Denn hier geht es um einen neuen Roman von Martin Suter und einen  neuen Fall für und um Johann Friedrich von Allmen, die beide rundum geglückt sind. Nicht dass uns die letzten beiden Bände um den  kultivierten Lebemann gelangweilt hätten. Doch bei diesem nun insgesamt fünften Fall geht es nicht überambitioniert … Martin Suter schickt Allmen in die Porzellan-Abteilung weiterlesen