Literaturzeitschrift „die horen“ unter neuer Leitung: Engel gesichtet, Fellini gefeiert

Es ist Frühling. Ab sofort. Da grünt’s nicht nur so grün. Da ist auch eine neue Ausgabe der Zeitschrift „die horen“ fällig. Denn die Publikation beruft sich im Titel auf die Göttinnen der Jahreszeiten, die in der griechischen Mythologie verehrt wurden, und erscheint deshalb viermal im Jahr zur jeweiligen Saison. Thallo, die fürs Blühen zuständig … Literaturzeitschrift „die horen“ unter neuer Leitung: Engel gesichtet, Fellini gefeiert weiterlesen

Um keinen Reim verlegen: Zum Tode des Satirikers Dieter Höss

Dieter Höss, einer der freundlichsten, humorvollsten und beharrlichsten Satiriker der Bundesrepublik Deutschland, ist gestorben. Er war kein Mann des Derben, kein Lautsprecher auf großer Bühne, sondern einer, der mit seinen feinen Limericks, seiner Kurzprosa, seinen Sentenzen, seinen Gedichten ein treues Publikum fand. Zuletzt erschien von ihm im Ende des vergangenen Jahres „Wo die wilden Männle … Um keinen Reim verlegen: Zum Tode des Satirikers Dieter Höss weiterlesen

Die Kinder-Detektive vom Bhoot-Basar übernehmen die Suche nach den Entführern

Wer dieses Buch (oder ein anderes) erwerben will, der ist beim Buchhändler um die Ecke bestens aufgehoben. Nicht vergessen - sehr viele Buchhändlerinnen und Buchhändler bieten ihre Titel online an und liefern frei Haus. Der deutsche Buchhandel ist einzigartig - das soll er auch bleiben. Die Lage ist ernst. Im Slum einer nordindischen Großstadt verschwindet … Die Kinder-Detektive vom Bhoot-Basar übernehmen die Suche nach den Entführern weiterlesen

Das Glück der Ladenhüterin: Sayaka Murata kommt nicht zur Lesung, aber ihr Roman ist ja längst da

Auch so ein Kollateralschaden! Sayaka Murata sollte am 20. März 2020 im Japanischen Kulturinstitut in Köln aus ihrem Roman "Die Ladenhüterin" lesen. Genau dort hatte im November 2019 der Japanologe Christian Chappelow von der Goethe-Universität in Frankfurt am Main festgestellt, dass die Autorin aktuell noch populärer in der Literaturwelt sei als Haruki Murakami (einen Artikel … Das Glück der Ladenhüterin: Sayaka Murata kommt nicht zur Lesung, aber ihr Roman ist ja längst da weiterlesen

„Ich bin Dynamit“: Friedrich Nietzsches Leben fesselnd erzählt von Sue Prideaux

Langeweile? Das muss doch nicht sein. Friedrich Nietzsche fragt in „Jenseits von Gut und Böse“ rhetorisch zurück: „Ist das Leben nicht hundert Mal zu kurz, sich in ihm zu langweilen?“ Alles andere als langweilig, jetzt kriegen wir hier die Kurve, ist die Biografie, die Sue Prideaux vorlegt: „Ich bin Dynamit“. Worum es darin geht? Genau: … „Ich bin Dynamit“: Friedrich Nietzsches Leben fesselnd erzählt von Sue Prideaux weiterlesen

Erstmals veröffentlicht: Sylvia Plath schickt Mary Ventura in die Freiheit

Viel schmaler kann ein Buch kaum sein. Und dennoch ist es ein kleines Schmuckstück, attraktiv und wertvoll zugleich. Die Kurzgeschichte „Mary Ventura und das neunte Königreich“ ist ein bislang unveröffentlicht gebliebenes Werk von Sylvia Plath (1932 - 1962), der Autorin des Romans „Die Glasglocke“ und des nachgelassenen Lyrik-Bandes „Ariel“. Nachdem Plath 1952 einen Schreibwettbewerb der … Erstmals veröffentlicht: Sylvia Plath schickt Mary Ventura in die Freiheit weiterlesen

Vorsicht auf der Bibliotheksleiter: Carl Spitzwegs wunderbare Welt der Bücher

Carl Spitzweg (1808 – 1885) lebte in einer „Welt zwischen Restauration und Revolution“, in einer Phase der Zerrissenheit, in der die Sehnsucht nach der heilen Welt ausgeprägt war. So steht es geschrieben im Katalog zur Spitzweg-Ausstellung im Kunst Museum Winterthur in der Schweiz. Doch Spitzweg selbst war alles andere als der biedermeierliche Idylliker, als der … Vorsicht auf der Bibliotheksleiter: Carl Spitzwegs wunderbare Welt der Bücher weiterlesen

Edna O’Brien reiste nach Nigeria, um die Geschichte der entführten Schulmädchen zu erzählen

Eine Nachricht aus Nigeria erschütterte im April 2014 die Welt. 276 Schulmädchen waren aus einem christlichen Internat in Chibok im Nordosten des Landes von der islamistische Terrormiliz Boko Haram verschleppt worden. Monatelang fehlte von den Entführten jede Spur. Sechs Jahre später ist das Schicksal von mehr als 100 der jungen Mädchen noch immer ungeklärt. Lediglich … Edna O’Brien reiste nach Nigeria, um die Geschichte der entführten Schulmädchen zu erzählen weiterlesen

Schatzsuche auf dem Dachboden: Sarah Kirschs unveröffentlichte Gedichte

Diese Fundsache ist ein Gedicht. Moritz Kirsch, der 1969 geborene Sohn von Sarah Kirsch, hat nach dem Tod seiner Mutter im Mai 2013 ihren Nachlass geordnet. Dazu durchforstete er auch das Haus im schleswig-holsteinischen Tielenhemme bis unters Dach. Zwischen dem Allerlei, das sich auf so einem Speicher ansammelt, fand er zwei Klemmhefter aus DDR-Zeiten, die … Schatzsuche auf dem Dachboden: Sarah Kirschs unveröffentlichte Gedichte weiterlesen

Jubiläum und Abschied: Werner Köhler, Erfinder und Mitbegründer der lit.Cologne, blickt zurück

Werner Köhler ist Urvater und Mitbegründer der lit.Cologne. Im Jubiläumsjahr des Internationalen Literaturfestival, das zum 20. Mal stattfindet (10. bis 21. März 2020), zieht er sich aus der Leitung zurück. Hier spricht er über Elke Heidenreich und Roger Willemsen, große Momente und ideale Moderatoren, starke Musik und ein Lebensbuch. Herr Köhler, wie war das mit … Jubiläum und Abschied: Werner Köhler, Erfinder und Mitbegründer der lit.Cologne, blickt zurück weiterlesen

„Menschlich, allzu menschlich“: Erich Witschke stellt seinen Roman „Hegel, Hölderlin, Schelling“ im Literaturhaus Köln vor

Es ist das Jahr des Friedrich Hölderlin! Der Dichter des hohen Tons, gepriesen für Hymnen und Oden, den „Hyperion“ und den „Tod des Empedokles“, wurde am 20. März 1770 geboren, vor bald 250 Jahren. Da verwundert es rein gar nicht, dass einige Neuerscheinungen den Dichter aus dem Königreich Württemberg würdigen. Zuletzt erschienen mit dieser Tendenz … „Menschlich, allzu menschlich“: Erich Witschke stellt seinen Roman „Hegel, Hölderlin, Schelling“ im Literaturhaus Köln vor weiterlesen

Tragikomischer Showdown: Young-ha Kim mit den „Aufzeichnungen eines Serienmörders“, der an Demenz erkrankt

Manchmal ist der erste Satz das Beste, was ein Roman zu bieten hat. Und manchmal erfüllt der erste Satz genau die Erwartung, die er geweckt hat. In diesem Fall geht die Geschichte so los: „Meinen letzten Mord habe ich vor fünfundzwanzig Jahren begangen.“ Was dann folgt, ist eine der ungewöhnlichsten Plots, die in diesem Frühjahr … Tragikomischer Showdown: Young-ha Kim mit den „Aufzeichnungen eines Serienmörders“, der an Demenz erkrankt weiterlesen

Laetitia Colombani führt in den Pariser Palast der Frauen

Der erste Roman der französischen Schauspielerin und Regisseurin Laetitia Colombani, „Der Zopf“, wurde enthusiastisch gefeiert. Inzwischen ist das Buch um das Schicksal von drei Frauen aus drei Kontinenten in knapp 30 Sprachen übersetzt. Die Filmrechte sind selbstverständlich auch schon verkauft. Nun hat Laetitia Colombani mit „Das Haus der Frauen“ ihren zweiten Roman vorgelegt. Handlungsort: das … Laetitia Colombani führt in den Pariser Palast der Frauen weiterlesen

Ulla Lenze über ihren Großonkel Josef Klein aus Neuss, den Nazi-Spion in New York

„Du wirst nie wissen, was die Motive der anderen waren“, sagt Lauren zu Josef, der je nach Aufenthaltsort auch Joe oder José genannt wird. „Aber du weißt, was du getan hast. Und falls du dir etwas vorzuwerfen hast, lerne damit zu leben.“ Damit meint sie nicht ihre gemeinsame Liebesbeziehung, die sich da schon dem Ende … Ulla Lenze über ihren Großonkel Josef Klein aus Neuss, den Nazi-Spion in New York weiterlesen

Stan & Tommie: Markus Orths erzählt die unglaubliche Begegnung von Stummfilm-Komik und Mittelalter-Gläubigkeit

Sie sind ein prächtiges Paar: Stan Laurel und – nein, nicht Oliver „Ollie“ Hardy, sondern Thomas von Aquin. Es darf als gesichert gelten, dass bislang noch nie davon die Rede gewesen ist, dass diese beiden Herren je in Kontakt getreten sein könnten. Das liegt schon an dem nicht unerheblichen Umstand, dass den mittelalterlichen Mönch und … Stan & Tommie: Markus Orths erzählt die unglaubliche Begegnung von Stummfilm-Komik und Mittelalter-Gläubigkeit weiterlesen

Michael Kumpfmüller über die letzten zehn Tage der Virginia Woolf

Es ist die letzte große Krise der Virginia Woolf. Im März des Kriegsjahres 1941, im englischen Cottage „Monk’s House“ bei Rodmell in East Sussex, fällt sie immer wieder in die Depression, befürchtet sie einen Nervenzusammenbruch, wähnt sie sich leergeschrieben: „Vielleicht hat sie ja einfach nichts mehr zu sagen.“ Über den Freitod hat sie schon oft … Michael Kumpfmüller über die letzten zehn Tage der Virginia Woolf weiterlesen

Tanya Tagaqs „Eisfuchs“ erzählt von Gewalt und Schönheit bei minus 40 Grad

„Wenn jemand den Saal verlassen will“, sagte Tanja Tagaq zu Beginn ihres Konzertes im Kennedy Center in Washington 2019, „ist das okay.“ Der Kehlkopfgesang sei nicht jedermanns Geschmack. Was die 1975 im kanadischen Nunavut geborene Inuit über ihr vokales Feuerwerk sagte, mit dem sie eine archaische Welt erschafft, gilt auch für ihr Schreiben: „Eisfuchs“ ist … Tanya Tagaqs „Eisfuchs“ erzählt von Gewalt und Schönheit bei minus 40 Grad weiterlesen

Luft und Liebe: Aris Fioretos erzählt von Nelly B., der ersten Pilotin in Deutschland

„Mein voller Name lautet Ruth Cornelia Becker-Boulard. Ich bin Bildhauerin, Eisseglerin und Aviatikerin gewesen. Sowie, bis vor Kurzem, eine treue Gattin.“ So stellt sich Nelly, die Zentralgestalt in Aris Fioretos Roman „Nelly B.s Herz“, im Berlin der 20er Jahre vor. Allerdings fehlt in dieser Kurzbeschreibung eine entscheidende Angabe: Nelly ist überdies verliebt in die deutlich … Luft und Liebe: Aris Fioretos erzählt von Nelly B., der ersten Pilotin in Deutschland weiterlesen