Empfehlung vor dem Fest (7): Horst Eckert über Michael Connellys hochspannenden Kriminalroman „Late Show“

Im Dezember 2020 präsentieren Gastautorinnen und Gastautoren Bücher, die ihnen besonders am Herzen liegen. Mal sind es Neuerscheinungen, mal sind es Klassiker. Tag für Tag und exklusiv auf dem „Bücheratlas“ – bis kurz vorm Tannenbaum.

Horst Eckert, 1959 in Weiden in der Oberpfalz geboren und heute in Düsseldorf lebend, hat nach einer Karriere als Fernsehreporter im Jahre 1995 seinen Debütroman „Annas Erbe“ veröffentlicht. Für seine Kriminalromane wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2001 mit dem Friedrich-Glauser-Preis für „Die Zwillingsfalle“.  Nach Veröffentlichungen im Grafit-Verlag und im Wunderlich-Verlag ist sein jüngstes Werk „Im Namen der Lüge“ bei Heyne herausgekommen, das auf der Shortlist zum „Crime Cologne Award 2020 “ stand. Foto: Kathie Wewer

Michael Connellys erster L.-A.-Polizeiroman mit dem Protagonisten Harry Bosch galt auf Anhieb als Meilenstein der Kriminalliteratur. Seine späteren Bücher versprühten manchmal den Charme solider Routine, aber immer, wenn Connelly eine neue Hauptfigur einführt, läuft er zu neuer Hochform auf. Das war so, als 2007 „Der Mandant“ erschien, und jetzt wieder: In „Late Show“ (Kampa Verlag, aus dem Amerikanischen übersetzt von von Sepp Leeb) begleiten wir die Ermittlerin Renée Ballard, die in ihrer Nachtschicht mit gleich drei Verbrechen konfrontiert wird und sie in den folgenden Tagen aufklärt.

Ein durch und durch realistisches police procedural, Literatur der Arbeitswelt, wenn man so will, und hochspannend, wie es nicht viele andere Autoren hinkriegen. Bemerkenswert ist auch Connellys nüchterne, lakonische Sprache. Er hat es nicht nötig, Gefühle zu schildern. Er lässt sie im Kopf der Leserinnen und Leser entstehen, denen Renée Ballard rasch ans Herz wächst.

Horst Eckert

Horst Eckert: Michael Connelly: „Late Show“, dt. von Sepp Leeb, Kampa Verlag, 432 Seiten, 19,90 Euro. E-Book: 14,99 Euro.


Auf diesem Blog findet sich eine Besprechung von Horst Eckerts aktuellem Thriller Im Namen der Lüge – und zwar HIER . Weitere Beiträge lassen sich über die Suchfunktion auffinden.

  • Was bisher geschah

    Die 1. Empfehlung: Rafik Schami über „Fahrplanmäßiger Aufenthalt“ von Franz Hohler – HIER .

  • Die 2. Empfehlung: Antje Deistler über „Nach vorn, nach Süden“ von Sarah Jäger – HIER .

  • Die 3. Empfehlung: Mark Benecke über „The complete MAUS“ von Art Spiegelman – HIER .

  • Die 4. Empfehlung: Nina George über „Ich bin Circe“ von Madeline Miller, „Ein Gentleman in Moskau“ von Amor Towles, „Der Wal und das Ende der Welt“ von John Ironmonger, „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens und „Offene See“ von Benjamin Myers – HIER .

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