Empfehlung vor dem Fest (5): Klaus Bittner über die sehr, sehr amüsante „Schlange im Wolfspelz“ von Michael Maar

Jetzt kommen unsere Gäste zu Wort! Persönlichkeiten, die der Buchwelt eng verbunden sind, präsentieren Titel, die ihnen besonders am Herzen liegen. Mal sind es Neuerscheinungen und mal sind es Klassiker. Tag für Tag exklusiv auf dem „Bücheratlas“ – bis kurz vorm Tannenbaum.

Klaus Bittner , 1950 in Grevenbroich geboren, gründete 1980 die Buchhandlung Klaus Bittner, die zu den besten Buchhandlungen Deutschlands zählt und mehrfach ausgezeichnet wurde. Wer in der Albertusstraße 6 in Köln einkehrt, hat die ganze schöne Vielfalt des deutschsprachigen Literaturmarktes im Blick. Und dann das noch: Im Verlag der Buchhandlung Klaus Bittner erscheinen unter anderem die Bände zu „Literatur in Köln“, zum Heinrich-Böll-Preis und zur TransLit-Literaturreihe. Foto: Privat/KB

Mein Lieblingsbuch seit Wochen. Ganz großes Literatur-Theater. Was ist das Geheimnis des guten Stils, wie wird aus Sprache Literatur? Dieser Frage geht Michael Maar in seinem Haupt- und Lebenswerk nach, für das er 40 Jahre lang gelesen hat: „Die Schlange im Wolfspelz – Das Geheimnis großer Literatur“. Was ist Manier, was ist Jargon, und in welche Fehlerfallen tappen fast alle? Wie müssen die Elementarteilchen zusammenspielen für den perfekten Prosasatz? Maar zeigt, wer Dialoge kann und wer nicht, warum Hölderlin über- und Rahel Varnhagen unterschätzt wird, warum ohne die österreichischen Juden ein Kontinent des Stils wegbräche, warum Kafka ein Alien ist und warum nur Heimito von Doderer an Thomas Mann heranreicht.

In 50 Porträts, von Goethe bis Gernhardt, von Kleist bis Kronauer, entfaltet er en passant eine Geschichte der deutschen Literatur und das sehr, sehr unterhaltsam, geist- und lehrreich und vor allem unglaublich amüsant.

Klaus Bittner

Michael Maar: „Die Schlange im Wolfspelz – Das Geheimnis großer Literatur“, Rowohlt, 656 Seiten, 34 Euro.


Mehr von und über Klaus Bittner findet sich auf diesem Blog – zuletzt ein Statement zur Lage der Buchhandlungen HIER und ein Statement über die jüngste Veröffentlichung des Verlags HIER . Alle Artikel lassen sich schnell unter Nutzung der Suchmaschine auf diesem Blog orten – einfach nur den Namen eingeben.

  • Was bisher geschah

    Die 1. Empfehlung: Rafik Schami über „Fahrplanmäßiger Aufenthalt“ von Franz Hohler – HIER .

  • Die 2. Empfehlung: Antje Deistler über „Nach vorn, nach Süden“ von Sarah Jäger – HIER .

  • Die 3. Empfehlung: Mark Benecke über „The complete MAUS“ von Art Spiegelman – HIER .

  • Die 4. Empfehlung: Nina George über „Ich bin Circe“ von Madeline Miller, „Ein Gentleman in Moskau“ von Amor Towles, „Der Wal und das Ende der Welt“ von John Ironmonger, „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens und „Offene See“ von Benjamin Myers – HIER .

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