Blick in die Zukunft: Fünf Januar-Romane, die Leselust aufs neue Jahr machen

Wenn die Rollläden hochgehen, wird es noch viel bunter. Foto: Bücheratlas

Da kommt etwas auf uns zu. Noch verharren die Neuerscheinungen des Jahres 2022 in ihren Startlöchern. Bleiben also unter Verschluss. Aber es ist ja bekannt, welche Bücher zur Veröffentlichung vorgesehen sind. Noch können oder dürfen wir nicht sagen, was wir von diesem oder jenem Titel im Detail halten. Deshalb blicken wir nur kurz in die Zukunft und schreiben auf, was uns im Januar verlockend erscheint. Fünf Titel zum neuen Jahr.

11. Januar: Michel Houellebecq

Als erstes naht Frankreichs Superstar. Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung von Michel Houellebecqs „Anéantir“ in Frankreich kommt „Vernichten“ am 11. Januar im DuMont Buchverlag heraus. Auf über 600 Seiten geht es um eine Reihe extremer Terroranschläge, um Ehe und Alter und eine schwere Krebserkrankung – sowie um den Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich. In der Realität findet der nächste Wahlgang im April 2022 statt. Das passt also ganz gut. Allerdings spielt die Handlung des Romans eine Amtszeit später – nämlich um den Jahreswechsel 2026/2027.

11. Januar: Hanya Yanagihara

Jetzt sind wir wieder auf der Reihe. Veröffentlichungstechnisch gesehen. Erst nachdem Hanya Yanagiharas Erfolgsroman „Ein wenig Leben“ auf Deutsch reüssiert hatte, folgte hierzulande ihr Debütroman „Das Volk der Bäume“ – nämlich 2019. Nun aber verlockt der Claassen-Verlag, dass die deutsche Übersetzung zeitgleich mit der amerikanischen Originalausgabe erscheint. Der Roman „Zum Paradies“ schildert auf über 900 Seiten Lebensschicksale aus drei Jahrhunderten – und jedes Mal, sei es 1893 oder 1993 oder 2093, finden wir uns am Washington Square in New York City ein.

24. Januar: Yasmina Reza

Yasmina Reza hat mit ihren Theaterstücken „Kunst“ und „Der Gott des Gemetzels“ für Furore gesorgt. Es braucht nicht viel, um vorauszusagen, dass auch ihr Roman „Serge“ für erhebliche Aufmerksamkeit sorgen wird. Immerhin befasst sich die französische Autorin darin nicht nur mit Holocaust und Antisemitismus, sondern auch mit Auschwitz als Ort des Gedenkens. Was das Besondere daran ist: Komik mischt sich mit Tragik. Der Hanser-Verlag zitiert Frédéric Beigbeder: „Yasmina Reza hatte die verrückteste Idee des Jahres: eine Komödie über Auschwitz zu schreiben.“

24. Januar: Monika Helfer

Ist das schon eine Tradition? Monika Helfer bietet auch zum neuen Jahresbeginn einen Familienroman im Hanser-Verlag an. Nach der „Bagage“ vom Februar 2020, in der die Großmutter im Zentrum stand, folgte „Vati“ aus dem Januar 2021, mit dem Monika Helfer in die Endrunde zum Deutschen Buchpreis gelangte. Nun wirft sie in „Löwenherz“ einen Blick auf den Bruder Richard. Wird dies womöglich der bislang stärkste Band werden?

27. Januar: Willi Achten

Willi Achten schickt Jakob Kilv zurück in die Kindheit. Der Roman „Rückkehr“ aus dem Piper-Verlag erzählt von früher Freundschaft und einem radikalen Wendepunkt. Klingt noch nicht so richtig spektakulär. Doch hier wie so oft darf man darauf bauen, dass es die Art des Erzählens ist, die imponiert. Der Ton macht die Musik – und ist zudem wesentlich beteiligt am Gelingen eines jeden Romans.

Martin Oehlen

Auf diesem Blog

gibt es zahlreiche Beiträge über Michel Houellebecq. Zuletzt haben wir hier den fantastischen Sammelband „Michel Houellebecq“ vorgestellt, den Agathe Novak-Lechevalier herausgegeben hat – und zwar HIER.

Monika Helfers Bücher haben wir auch schon gelobt – „Die Bagage“ HIER und „Vati“ HIER.

Hanya Yanagiharas Roman „Das Volk der Bäume“ ist HIER besprochen worden.

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