Gehen, sehen, stehenbleiben: Bilderspaziergang über die Frankfurter Buchmesse 2021

„Blaue Frau“ auf „Blauem Sofa“

Antje Rávik Strubel, die für ihren Roman „Blaue Frau“ aus dem S. Fischer Verlag den Deutschen Buchpreis 2021 erhalten hat, ist auf der Frankfurter Buchmesse selbstverständlich besonders gefragt. Hier ist sie zu Gast auf dem „Blauen Sofa“ von Bertelsmann, ZDF, Deutschlandfunk Kultur und 3sat. Was unschwer zu erspähen ist, gilt für alle öffentlichen Gespräche: die Plätze fürs Publikum sind auf Abstand arrangiert. Foto: Bücheratlas

Hello From the Other Side

Kanada ist das Gastland der Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr. Der Pavillon betont den Reichtum der Natur und der Literatur. Im dunklen, chillig beschallten Ambiente tritt einem, geht man nur nahe genug heran, so manche schreitende Spitzenkraft aus dem virtuellen Raum entgegen und sagt ein paar freundliche Worte. Nur unsere Antwort kriegen die Auserwählten nicht mit. Wenn wir das richtig sehen, handelt es sich hier um Lisa Moore. Falls wir uns irren sollten – bitte melden! Foto: Bücheratlas


As Time Goes By

Es war einmal, da haben sich Cheflektor Fritz J. Raddatz (1931-2015) und Verleger Heinrich Maria Ledig-Rowohlt (1908-1992) vieles vorstellen können. Und bei vielem war Ledig-Rowohlt in Deutschland vorneweg – erst bei den Rotationsromanen auf Zeitungspapier und dann bei der Etablierung des Taschenbuchs. Doch ob der Weitblick auch erfasst hat, dass eines Tages Desinfektionsflaschen zur Pflichtausstattung eines jeden Standes auf der Buchmesse gehören würde? Foto: Bücheratlas

Petronas Towers

Es ist alles etwas kleiner als gewöhnlich auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Aber da und dort blitzt die alte Lust an der Repräsentation auf. Wenn man nur ein wenig blinzelt, dann könnte man hier doch gleich an die Schöne Neue Architekturwelt denken. Sind das nicht die Petronas-Towers in Kuala Lumpur oder doch eher die Büchersäulen im Empfangsbereich des Piper-Verlags? Foto: Bücheratlas

Jubiläum mit Lyrik

Das ist Dincer Gücyeter! Er hat guten Grund, so zufrieden dreinzuschauen. Vor zehn Jahren hat er den Elif-Verlag in Nettetal-Lobberich gegründet. Der bietet viele Debüts und noch mehr Gedichtbände. Und das Programm funktioniert und hat Bestand. Da mögen die Stürme auf dem Buchmarkt noch so heftig sein. Mit dem im Hintergrund zu sehenden Band „Mein Prinz, ich bin das Ghetto“, in dem Dincer Gücyeter eigene Gedichte versammelt hat, landete er im September auf der SWR-Bestenliste. All das: eine Erfolgsgeschichte.  Foto: Bücheratlas

Best Book Design

Das Schöne an Büchern ist, dass sie besonders schön sein können. Nicht nur inhaltlich, sondern auch in ihrer Gestaltung. Die Stiftung Buchkunst ist allzeit auf der Pirsch nach solchen Attraktionen. Und das weltweit. Fast 500 Einsendungen gab es in diesem Jahr zum Wettbewerb um das „Best Book Design“. Die Sieger kommen aus Südkorea („Leaves“) und Deutschland („Das Jahr 1990 freilegen“). Da kann das Design des Messestandes nicht mithalten.  Foto: Bücheratlas

Der Dritte schweigt, der Vierte lügt

Nie und nirgends gibt es mehr Auskünfte von Autorinnen und Autoren als auf der Frankfurter Buchmesse. Auskünfte zu allem und jedem. Naheliegend sind selbstverständlich solche zum eigenen Schreiben. Eva Menasse ist mit ihrem Roman „Dunkelblum“ unterwegs. Hier wird sie am Stand von Kiepenheuer & Witsch befragt. Unmittelbar zuvor hatte sie sich schon am FAZ-Stand erklärt: „Was ich glaube zu können, weil es mich immer interessiert hat, ist Gruppendynamik, sind Gruppen, die miteinander agieren, wo die einen ausweichen und die anderen versuchen zu einem Punkt zu kommen, wo der Dritte schweigt und der Vierte lügt und der Fünfte vielleicht die Wahrheit sagt, aber zum falschen Moment.“ Foto: Bücheratlas

Ein frommer Wunsch

Traditionell ist die literarische Welt im Oktober zu Gast in Frankfurt. Doch das war im vergangenen Pandemie-Jahr überhaupt nicht möglich und ist es im laufenden Pandemie-Jahr nur unter Schwierigkeiten. Immerhin sind 80 Länder auf der Messe vertreten – darunter auch dieser Stand aus Bangladesch. Aber es fehlen viele, die dazugehören. Hier mal ein frommer Wunsch: Höchste Zeit, dass dem Virus der Garaus gemacht wird. Mal sehen, wie es um diesen Wunsch in einem Jahr bestellt sein wird. Foto: Bücheratlas

Martin Oehlen


Auf diesem Blog finden sich weitere Beiträge rund um die Frankfurter Buchmesse 2021: HIER gibt es Grundsätzliches von der Eröffnung und HIER Anmerkungen von Margaret Atwood zum Gastlandauftritt Kanadas (und ihrem Plan, sich mit Moos zu bedecken und als Arktische Tundra aufzutreten).

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