Crime Cologne Award 2021: Joachim B. Schmidt gewinnt den Krimipreis mit seinem fabelhaften Roman „Kalmann“

Joachim B. Schmidt siegt mit „Kalmann“. Foto: Eva Schram/ © Diogenes Verlag  

Es ist vollbracht. Stapelweise Bücher gelesen, hitzig darüber diskutiert. Sich schließlich auf eine Shortlist mit sechs Titeln geeinigt Und endlich den Sieger gekürt. Der Träger des Crime Cologne Award 2021 ist – Tusch und Fanfarenklang – Joachim B. Schmidts fabelhafter Roman „Kalmann“, erschienen bei Diogenes.

Wer die Story noch nicht kennt, dem sei sie hier kurz skizziert. Kalmann, der selbsternannte Sheriff von Raufarhöfn, einem Kaff im Norden Islands, entdeckt im Schnee eine große Blutlache. Vermutlich stammt sie vom verschwundenen Hotelbesitzer Róbert McKenzie. Kalmann schlägt Alarm – und die Dinge nehmen ihren Lauf.

Die Jury überzeugte die sprachliche Kraft des Romans, der so fein, so kundig erzählt ist, dass man ihn am liebsten ganz langsam lesen würde, um ja nicht zu schnell an sein Ende zu gelangen. Doch vor allem verliebten wir uns in Kalmann, der das, was ihm an Geistesgaben fehlt, durch Herzenswärme und Lebensklugheit ersetzt. In der offiziellen Jury-Begründung ist von einem klassischen Schelmenroman im Gewand eines Krimis die Rede.

Die glorreichen Sechs von der Shortlist Foto: Bücheratlas

Wie das so ist mit einer Shortlist: Im Grunde sind sie alle Sieger, die darauf stehen. In diesem Jahr waren ebenfalls nominiert:

Orkun Ertener mit „Was bisher geschah“ (Scherz),

Marcel Huwyler mit „Frau Morgenstern und der Verrat“ (Grafit),

Merle Kröger mit „Die Experten“ (Suhrkamp),

Ben Riffko mit „Grünes Öl“ (Heyne) und

Matthias Wittekindt mit „Vor Gericht“ (Kampa).

Mit dem Preis will das Crime Cologne Festival dem Krimigenre eine besondere Bühne bieten. Die Auszeichnung ist mit 3000 Euro dotiert. Alle Shortlist-Nominierten erhalten zudem den Ehrenpreis „Die silberne Lupe“. Das Preisgeld wird von der KölnBusiness Wirtschaftsförderung bereitgestellt.

Petra Pluwatsch


Die Jury besteht aus dem Buchhändler Mike Altwicker (Vorsitz), dem Germanisten Prof. Dr. Christof Hamann, der Journalistin Petra Pluwatsch, der Literaturkritikerin und Autorin Margarete von Schwarzkopf sowie der Journalistin Birgitt Schippers.

Wer sich die Longlist ansehen will, auf der sich gewiss viele gute Tipps finden lassen, der gelangt HIER dorthin.

Auf diesem Blog finden sich Besprechungen zu den Büchern von Orkun Ertener (HIER), Joachim B. Schmidt (HIER) und Matthias Wittekindt (HIER)

Joachim B. Schmidt: „Kalmann“, Diogenes, 352 Seiten, 22 Euro. E-Book 18,99 Euro.

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