Reise ans Ende der Welt (1): Straßburgs Sonnenschein bei Regen

Dies ist eine Reise ans Ende der Welt und wieder zurück. Durchs Elsaß, die Auvergne und Aquitanien, durch  Spaniens starken Norden übers Baskenland und Galicien bis nach Finis terrae, dann zurück über die Provence und den Kanton Freiburg. Sächliches und Nebensächliches in loser Folge.

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Die Sonne lacht als Cover-Schwarm: Die „Librairie Quai des Brumes“ in Straßburg. Foto: Bücheratlas

Wo gibt es die meisten Buchhandlungen? Pro Kopf, pro Quadratmeter? Wir wissen es nicht. Aber dass Straßburg schon beim flüchtigen Augenschein mit seinem einschlägigen Angebot aufzufallen weiß, sei hier vermerkt.

So viele Buchhandlungen in einem eher kleinen Innenstadtbereich sind nicht die Regel. Kleine, religiöse, antiquarische oder rabattselige rund um das Liebfrauenmünster. Solche mit Büchern „aus der ganzen Welt“, was am Sitz des Europäischen Parlaments  nur recht ist, die Sprachen Nordeuropas zur Linken und die Südeuropas zur Rechten. Natürlich auch solche über viele Etagen und Winkel. In einer davon, in der Librairie Kléber nahe dem gleichnamigem Platz, signiert gerade Philippe Lançon sein Buch „Der Fetzen“. Der Prix-Femina-Gewinner behandelt darin das Charlie-Hebdo-Attentat von 2015, dem er zufällig entkommen war. Er tut es ernst und stirnrunzelnd, aber auskunftsbereit gegenüber seinen Leserinnen und Lesern.

 

Und dann noch auf der Grand’Rue die „Librairie Quai des Brumes“, in deren großem Schaufenster ausschließlich gelbe Buchcover strahlen. Die gehören zu Werken von Mordecai Richler oder Robert Menasse, zu Abhandlungen über Martin Scorsese oder die Kunst der Karikatur. Dazu ein Hinweisschild: „Heute regnet es. Darum lassen wir die Sonne hier scheinen.“ Auf Französisch natürlich. Supersache. Wenn es regnet, liest man so etwas mit emotionalem Gewinn. Wir haben es erleben dürfen.

Auch das noch

Der Zenith von Straßburg, der mit einem Fassungsvermögen von 12.000 Besuchern größte Veranstaltungssaal der Region, leuchtet wie in orangefarbener Reifrock (Architekt: Massimiliano Fuksas).  Dort unterbricht Mark Knopler seinen Auftritt mit dem Hinweis: „Please, stop filming.“ Allerdings folgt das Publikum der Bitte nur eineinhalb Minuten. Und im Musée d’Art Moderne an der Place Hans-Jean-Arp fragt Richard Baquié in seiner Installation von 1985: „Que reste-t-il de ce que l’on a pensé et non dit“ (Was bleibt von dem, was man gedacht und nicht gesagt hat?).

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Zenith von Strasbourg Foto: Bücheratlas

Übernachten

** „Hotel D“ in der Rue du Fossé des Treizes in Strasbourg. Angenehmes, komfortables, unspektakuläres, von außen leicht zu übersehendes Haus mit Garage und gutem Frühstück. Das Beste: Die Lage am Rande der Innenstadt, gegenüber dem Justizpalast – nah am Altstadt-Trubel, aber weit genug, um Ruhe zu finden, falls Ruhe nötig ist.

PS: Alle Übernachtungs-Tipps sind ohne Kenntnis oder gar Unterstützung der betroffenen Unterkünfte recherchiert und verfasst worden. Die Wohlfühl-Sterne: * ordentlich ** gut *** sehr gut **** überragend ***** außergewöhnlich.
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Unauffällig, aber auffindbar Foto: Bücheratlas

Martin Oehlen

Teil 2 (Dijon) gibt es HIER.

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