„Hier bekommt jeder eine Chance“ – Teil 1 der Kölner Autoren-Umfrage

 

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Foto: Bücheratlas

Die 1. Kölner Literaturnacht findet am Samstag, 4. Mai 2019, zwischen 16 Uhr und Mitternacht statt. Initiator ist der vor einem Jahr gegründete Verein Literaturszene Köln. Geboten werden 137 Veranstaltungen an 42 Orten.  

Wie beurteilen Kölner Autorinnen und Autoren die Entwicklung der Literaturstadt Köln? Erster Teil der Umfrage.

 

Ulrike Anna Bleier

Vorsichtig gesagt: vielversprechend! Die jüngsten Entwicklungen haben gezeigt: Literatur braucht eine Lobby, gerade weil sie im Verborgenen wirkt und die leiseste aller Künste ist! Wir Kölner Literatinnen und Literaten haben uns lange mit schlechten Produktionsbedin­gungen arrangiert. Deshalb freue ich mich, dass wir letztes Jahr eine Interessens­vertretung – den Literaturszene Köln e.V. –  gegründet haben und in so kurzer Zeit einiges bewegen konnten. Denn Literatur ist ja nicht nur das Buch, das sich gut verkauft oder uns gut unterhält. Literatur vermittelt ganz nebenbei unsere wichtigste Kulturtechnik: Wie wir uns einander besser verständlich machen können – auch wenn wir immer wieder aneinander verzweifeln. Für künftige Entwicklungen wird vielleicht genau das entscheidend sein: wie gut unsere Gesellschaft diese Technik beherrscht.

Ulrike Anna Bleier, die soeben das Dieter-Wellershoff-Stipendium 2019 der Stadt Köln erhalten hat, liest aus ihrem („ewig fast fertigen“) Ehrenfeldkrimi im Hostel Weltempfänger, Venloer Straße 196, am 4. Mai um 23 Uhr. Mehr? Hier.

 

Joachim Geil

Als Stipendiat der Stadt, der seit fast dreißig Jahren in Köln lebt, sehe ich natürlich den Weg, der nun beschritten wird, mit Freude, mit Erwartungen – und ein wenig überrascht. Es gab hier einige bemerkenswerte Schriftstellerinnen und Schriftsteller, aber Köln war nie als ausgesprochene Literaturstadt wahrnehmbar, wenn es so etwas überhaupt gibt. Köln war die letzte Großstadt, die ein Literaturhaus bekam, das dann mit einer gerne behaupteten Liebe durch die Stadt geschickt wurde, bis es nun eine herrlich altmodische Bleibe gefunden hat, als wäre die Literatur die eigentliche Wurzel kölscher Identität. Dabei ist es eher das Herkömmliche, das in Köln auch mal länger bleibt. Ja, für eine legendäre Kulturstadt würde man Köln nicht halten, aber in allen Bereichen hat sie immer wieder Progressives und Unangepasstes hervorgebracht. Vielleicht weil es sich dort recht unbehelligt leben und arbeiten lässt. Die Literaturszene ist derzeit jedenfalls sehr vielfältig – und artikuliert sich immer deutlicher. Sie nutzt Köln als Tummelplatz und Schmelztiegel und ab und zu auch als Jeföhl.

Joachim Geil, Wellershoff-Stipendiat der Stadt Köln 2018, stellt sein aktuelles Romanprojekt „Angespannt“ im Literaturhaus vor, am 4. Mai um 21 Uhr. Mehr? Hier.

 

Werner Köhler

Eine solche Frage zu beantworten, fällt mir als Gründer und Geschäftsführer der lit.Cologne nicht eben leicht. Natürlich bin ich glücklich, aber eher über die Menschen, die Köln zu einem solch lebendigen Kulturort machen, über unser Publikum ebenso wie über das des Literaturhauses, der Salons, der Poetica. In Köln bekommt jeder eine Chance, sich und seine Idee zu zeigen. Wir konnten sie nutzen. Unsere Geschichte ist die eines großen Erfolges, der mich mit Dankbarkeit erfüllt. Ich möchte es so formulieren: da, wo etwas aus der Gesellschaft heraus entsteht, ist es interessant, spannend und lohnend. Nun bin ich, als ein Kopf der lit.Cologne, von Helga Resch, einer der Initiatorinnen der 1. Kölner Literaturnacht, selbst als Autor eingeladen. Das fühlt sich noch etwas fremd an, denn natürlich würde ich, obwohl inzwischen elf Romane von mir erschienen sind, niemals auf der lit.Cologne auftreten.

Werner Köhler, dessen neuer Kriminalroman „Johannisfeuer“ bei Kiepenheuer & Witsch erscheint, stellt diesen neuen Perez-Krimi im Kölner Verlagsgebäude vor (Bahnhofsvorplatz 1, 2. Stock), am 4. Mai um 20 Uhr. Mehr? Hier.

 

Das Gesamt-Ticket für alle Veranstaltungen kostet 21 Euro (erm. 15 Euro), im Vorverkauf bei KölnTicket erhältlich. Einzeltickets je nach Verfügbarkeit an den Abendkassen für 10 Euro (erm. 7 Euro).

Das Programm unter http://www.koelner-literaturnacht.de

Noch mehr Antworten unter http://www.ksta.de

Ein Gedanke zu “„Hier bekommt jeder eine Chance“ – Teil 1 der Kölner Autoren-Umfrage

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