Harry Potters deutscher Übersetzer

Harry kam, sah und siegte

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Klaus Fritz hat sie alle ins Deutsche übersetzt – die sieben Bände der Saga des Harry Potter.    Foto: Bücheratlas

Klaus Fritz ist der deutsche Übersetzer der Harry-Potter-Bücher, die im Carlsen-Verlag erscheinen. Hier erzählt er von Witz und Wortspielen. Die ganze Geschichte zum Jubiläum der Saga, die vor 20 Jahren in Deutschland startete, gibt es nur einen Link entfernt. (P.P.)

Ich habe den „Stein der Weisen“, den ersten  Band der Potter-Reihe,   im Herbst 1997 in die Hand bekommen – und das Buch hat mir sofort gefallen, unabhängig von irgendeinem Hype, den es damals noch gar nicht gab. Im Gegenteil. Das Buch war ja von mehreren Verlagen abgelehnt worden. Es war das Werk einer völlig unbekannten Autorin. Niemand wusste, was daraus werden würde. Wenn es mir nicht gefallen hätte, dann hätte ich es abgelehnt.

Dieses Urteil hat sich in den nächsten Jahren bestätigt. Die Potter-Bücher zeugen nicht nur von einer enormen erfinderischen Kraft in der Schöpfung einer fantastischen Welt und magischer Wesen. Das wurde ja schon oft zu Recht hervorgehoben. Weniger betont werden andere Gesichtspunkte. Die Potter-Bücher sind auch eine Art satirisches Porträt Großbritanniens. Übrigens mit aller Sympathie für gewisse Eigenarten, etwa das Festhalten an bestimmten Maßen und Gewichten. Das Zauberinternat ist eine durchaus konservative Institution, die ziemlich rigoros, aber insgesamt fair geführt wird. In jedem Band wird der britischen Tradition des „Whodunit“ die Ehre erwiesen. Die Helden müssen gleichsam mit detektivischem Spürsinn ein Rätsel lösen.

Viele Szenen sind haarsträubend komisch und erinnern an Monty Python. Ich habe beim Übersetzen etliche Male laut gelacht. Die Bücher hätte ich, bei all diesen Qualitäten, auch ohne Übersetzungsauftrag gelesen.

Die Arbeit an Potter war natürlich etwas Besonderes. Die Zeit war knapp bemessen, während der Aufwand, etwa für die Geheimhaltung, recht groß war.  Vor allem durften die Texte nicht vorzeitig ins Netz kommen. Um dies zu verhindern, habe ich im Mailverkehr mit dem Verlag und auf meinem Rechner schon relativ früh Verschlüsselungstechniken eingesetzt.

Bestimmte Stellen, etwa Wortspiele, waren nur schwer zu übersetzen. Aber das heißt nicht, dass sie nicht durch andere Wortspiele ersetzbar gewesen wären, sozusagen durch Äquivalente im Deutschen. Und insgesamt lässt sich ein Werk wie Harry Potter durchaus „wirkungsäquivalent“ übertragen. Was die  Kritik an meinen Übersetzungen angeht, so ist natürlich der Hinweis auf Irrtümer immer willkommen. Es gab  auch durchaus positive Stimmen, was die Gesamtübersetzung angeht.

Klaus Fritz

http://www.ksta.de

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