Ausflug ins Kaiserjahr (4): Das Kloster Limburg, wo der 5. Advent gestrichen wurde

Das „Kaiserjahr“ in Rheinland-Pfalz widmet sich an vielen historischen Orten dem Mittelalter. Im Zentrum steht die Mainzer Ausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere mittelalterliche Stätten. Einige davon wollen wir vorstellen.

Klosterruine Limburg

In der Klosterruine Limburg markieren die Bäume die ehemals dort platzierten Säulen, welche die Kirchenschiffe der Basilika voneinander trennten. Foto: Bücheratlas

Im Kloster Limburg bei Bad Dürkheim wurde Weltgeschichte geschrieben. Mit Folgen für die christliche Gegenwart. Alle Jahre wieder. Denn gegen Ende des Jahres 1038 wurde hier eine Synode abgehalten, die die Adventszeit auf vier Sonntage festlegte – bis dahin gab es keine einheitliche Regelung, wurde auch schon mal der fünfte Advent gefeiert.

Die Synode fand unter dem Vorsitz des Salierkaisers Konrad II. statt. Er hatte im Jahre 1025 den Grundstein für das Benediktinerkloster gelegt – so dass in Bälde eine 1000-Jahr-Feier abgehalten werden kann. Ein in jeder Hinsicht mächtiges Kloster ist es gewesen, in dem für kurze Zeit auch die Reichskleinodien aufbewahrt worden sind. Ausdruck der Bedeutung ist zudem das Limburger Evangeliar, das Anfang des 11. Jahrhunderts im Kloster Reichenau entstanden ist, dann wohl als Schenkung nach Limburg gelangte und sich heute in der Erzbischöflichen Diözesan- und Dombibliothek in Köln befindet.

Doch Kämpfe, Feuer, Verwahrlosung haben über die Jahrhunderte hinweg dem Kloster radikal zugesetzt. Auf dem Limburgberg geblieben sind eindrucksvolle Ruinen, die eine gute Vorstellung von der romanischen Pracht ermöglichen. Mit dem Bau der Basilika war noch vor der Grundsteinlegung für den Speyrer Dom begonnen worden. Heute markiert mitten auf der Rasenfläche, wo sich einst der Altar befand, eine Grabplatte (von 1942) die letzte Ruhestätte der Königin Gunhild. Die Ehefrau Heinrichs III. war nach kurzer Ehe im Jahre 1038 im Alter von 18 Jahren gestorben.

Gleich neben dem ehemaligen Speisesaal der Mönche, dem Refektorium, befindet sich eine Gaststätte. Eine gute Adresse ist das, um den Besuch der ehemaligen Abtei „Zum Heiligen Kreuz“ abzuschließen. Nicht nur zur Weihnachtszeit.

Martin Oehlen

Die weiteren Beiträge zum Kaiserjahr

Mainzer Ausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ – HIER

Speyer mit Dom, Judenhof und „Medicus“-Ausstellung – HIER

Burg Trifels – HIER

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