Gespenster sind für alle da: Die famose Comic-Anthologie „Spring“ präsentiert neue Ansichten von alten Bekannten

Doris Freigofas erzählt die Geschichte „My Big Five Ghosts“. Sämtliche Bilder für diesen Beitrag entnehmen wir dem „Spring“-Magazin.

Manche meinen ja, dass wir in besonders gespenstischen Zeiten leben. Da wird dann auf Immer-noch-Corona und Immer-noch-Trump verwiesen. Aber tatsächlich finden Gespenster seit Adam und Eva jede Menge Gelegenheiten, ihr Unwesen zu treiben. Nicht nur als Schlange.

Davon erzählen jetzt die 16 Illustratorinnen der 2004 gegründeten Gruppe „Spring“. Die 17. Ausgabe des gleichnamigen, Jahr für Jahr erscheinenden  Magazins widmet sich eben diesen Geistern. Dass sie in jedweder Form auftauchen können, als Schemen und als Großvater, als Alp und als riesengroßer Elefant, nicht zuletzt auch als Bettlaken mit zwei schwarzen Augenhöhlen – ja, das wird in den Bildgeschichten so spooky wie witzig zur Anschauung gebracht.

Ein Gespenstergruß aus „Schlaflos“ von Birgit Weyhe.

Wie immer ist „Spring“ eine Ausstellung der Stile, eine attraktive Überblicksschau zum Stand der Illustrations-Kunst. Die Zeichnungen sind mal wie hingehaucht und mal wie eingekerbt, wirken mal malerisch und dann wieder wie ein Comicstrip in nuce. Die Mitwirkenden sind: Larissa Bertonasco, Romy Blümel (mit gleich drei Geschichten), Almuth Ertl, Anke Feuchtenberger, Doris Freigofas, Katharina Gschwendtner, Inga Kählke, Mari Kanstad Johnsen, Marah Mazzetti, marialuisa, moki, Nina Pagalies, Katrin Stangl (von der auch das Cover stammt, das in der Dunkelheit leuchtet), Kati Szilágyi,  Birgit Weyhe (deren Geister-Quartett zum Finale ein herzliches „Schlaf gut!“ entbietet) und schließlich Stephanie Wunderlich. Einen Einleitungstext gibt es von Karen Köhler, die dem Film „Ghostbusters“ entnommen hat, wie man die unwillkommenen Geister bändigen kann – also im Prinzip.  

Die Gespenster, um die es hier geht, sind nicht selten jene, die einem das Leben dauerhaft schwer machen – seien es die Erwartungen an das eigene Dasein oder die nicht zu lokalisierenden Ängste, sei es die Droge oder das Burnout. Doch manchmal sind Gespenster auch  die verstorbenen Großeltern, an die man sich gerne erinnert – im Falle von Katharina Gschwendtner gelingt dies mit Hilfe eines Zahns und eines selbstgenähten Heftchens.

Larissa Bertonasco erzählt von einem „Hirngespenst“.

Und schließlich können Gespenster ganz schön hilfsbereit sein. Dann geben sie zum Beispiel der Zeichnerin Larissa Bertonasco einen Schubs, damit sie nicht den Einsendeschluss für ihre Gespenstergeschichte in der Gespensterausgabe des Magazins „Spring“ verpasst: „Zusammen schaffen wir das!“ So ist es.

Martin Oehlen

„Spring #17 – Gespenster“, Mairisch Verlag, 276 Seiten, 24 Euro.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s