Schafe mit dem richtigen Riecher: Leonie Swanns tierisch-amüsanter Kriminalroman „Widdersehen“

Foto: Bücheratlas / M. Oe.

Das muss man erst einmal hinbekommen! Nach 16 Jahren setzt Leonie Swann ihre Schafskrimi-Reihe mit einem dritten Band fort. 2005 erschien der erste Band der Reihe unter dem Titel „Glenkill“. Die Geschichte von Mopple the Whale, dem Detektivschaf Miss Maple, dem schwerhörigen Sir Ritchfield und natürlich ihrem Schäfer George verkaufte sich allein in Deutschland mehr als eine Million Mal und wurde in 25 Sprachen übersetzt. 2005 folgte der Schafsthriller „Garou“, in dem es die irische Herde aufs europäische Festland verschlägt, wo neue Abenteuer auf sie warten.

Nun hat die deutsche Krimiautorin, die ihren wahren Namen nicht preisgeben möchte, einen weiteren Band mit dem bezeichnenden Titel „Widdersehen“ vorgelegt. Nach dem gewaltsamen Tod von George hat die Herde Irland verlassen und zieht nun mit seiner Tochter Rebecca als Schäferin durch Frankreich. Ein Handygespräch beendet jäh die Idylle, in der saftige Wiesen, Baguettes und wärmende Sonnenstrahlen eine große Rolle spielen. „Wir müssen zurück“, verkündet Rebecca und begründet den hastigen Aufbruch mit den Worten: „Sie haben ihn sich geschnappt. Diese Arschlöcher.“

Schäferin Rebecca ist verschwunden

Für die Schafherde bedeutet die Rückkehr nach Irland den Beginn einer Zeit voller Unwägbarkeiten. Kaum auf der heimischen Wiese angekommen, verschwindet Rebecca, nachdem ihr ein Unbekannter ein Päckchen mit einem abgeschnittenen Finger vor den Schäferwagen gelegt hat. Bei der Suche nach ihr geraten die Schafe von einer Patsche in die nächste. Auch ihr neuer Schäfer Theseus, der merkwürdigerweise nur neun Finger und eine zwielichtige Vergangenheit hat, kann daran nichts ändern. Ganz im Gegenteil.

Leonie Swann erzählt die wendungsreiche Geschichte konsequent aus der Sicht der Schafe. Das liest sich ausgesprochen witzig, birgt die Perspektive aus Schafsnasenhöhe doch genügend Raum für mancherlei Missverständnisse und Fehlinterpretationen. Dass der verzwickte Fall – mehrere Morde, Bandenkriege und Drogenschmuggel – schließlich aufgeklärt wird, ist nicht zuletzt den Schafen zu verdanken, die keineswegs so dumm sind, wie ihnen oft nachsagt wird.

Petra Pluwatsch

Lesungen

mit Leonie Swann in Berlin (12. 5. 2026), Bremen (13. 5.), Odenthal (26. 6.) und München (21. 7. 2026). 

Leonie Swann: „Widdersehen – Ein Schafskrimi“, DuMont, 336 Seiten, 25 Euro. E-Book: 19,99 Euro.

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