Elefantöse Erfahrungen: Rüdiger Schaper porträtiert das mächtigste Tier an Land

Foto: Bücheratlas
Foto: Bücheratlas
Foto: Bücheratlas
Foto: Bücheratlas

Rüdiger Schaper teilt seine Wohnung mit Elefanten. Mit vielen Elefanten. Sie hocken in seinem Portemonnaie (Prägung auf einer römischen Münze), lümmeln sich auf seinem Bett herum (Tagesdecke). Sie sind im Badezimmer zu finden (Seife), in der Küche (Flaschenetikett) und im Wohnzimmer (Staubfänger).

Wie viele es sind, vermag der Journalist, 1959 in Worms geboren und Feuilletonchef beim Berliner „Tagesspiegel“, nicht zu sagen. „Ein vielleicht zehn Zentimeter hoher, gedrungener Holzelefant aus Senegal, ein Geschenk meiner Tochter; ein kleiner weißer Alabaster-Elefant aus Ägypten; ein kleiner Marmorfant, ein Geschenk meines Sohnes; und ein freundlich dreinblickender Teak-Elefant aus Thailand.“ Und natürlich Ganesha, „das Standbild des indischen Elefantengottes aus versilbertem Messing, gut zwanzig Zentimeter hoch und recht schwer. Er hat seinen Ehrenplatz auf der Fensterbank gefunden.“ Sein Arbeitszimmer weise die höchste Elefantendichte auf, verrät er in einem wunderbaren Büchlein mit dem schlichten Titel „Elefanten“. Erschienen ist es in der Reihe „Naturkunden“ des Matthes & Seitz-Verlags in Berlin.

Elefantengeschichte sei Menschengeschichte, philosophiert der Autor mit dem Faible für die mächtigsten Landbewohner der Welt. „Ihr Leben hängt an unserem, und manchmal ist es auch umgekehrt.“ Kapitel für Kapitel rollt Schaper auf, was es auf sich hat mit seinem Lieblingstier.

Er erzählt von seiner Zeit mit Mowa, einer schwergewichtigen Elefantenkuh, die er im nordthailändischen Örtchen Mae Sapok trifft, und von schlaflosen Nächten, in denen er Elefanten statt Schäfchen zählt, um zur Ruhe zu kommen. Man erfährt, wie Elefanten schlafen, wovon sie sich ernähren und wie sie von den Menschen verehrt und sehr viel häufiger missbraucht werden als Kriegselefanten, Zirkus- und Arbeitstiere.

All das wird mit einer Leichtigkeit erzählt, die die Lektüre trotz der vielen Informationen, die in das Buch hineingepackt sind, zu einem reinen Lesevergnügen macht. Prima bebildert ist das Ganze auch noch. Ein im besten Sinne elefantöses Werk.

Rüdiger Schaper: „Elefanten“, Matthes & Seitz, 151 Seiten, 20 Euro.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s