Der Mondfisch trifft den Blaufußtölpel beim „Jungen Buch für die Stadt“

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High Noon und Hitze: Auftakt zur dritten Ausgabe vom „Jungen Buch für die Stadt“ in der Stadtbibliothek Köln. Foto: Bücheratlas

Deutschland muss sich um seinen wissenschaftlichen Nachwuchs keine Sorgen machen. Jedenfalls nicht um den der Biologen. Das ist die schöne Erkenntnis, die bei der Eröffnungs-Matinee zum „Jungen Buch für die Stadt“ in der Kölner Stadtbibliothek gewonnen werden konnte. Da stellte Moderator Ralph Caspers die kniffligsten Fragen. Doch das junge Publikum ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. Gut, die beiden ersten Antworten auf die Frage, wo denn die Nacktmulle leben, gingen leicht daneben: „In der Sahara?“ Nein. „In der Toilette?“ Auch nicht. Sondern? In Höhlen.

Aber ansonsten stand das Auditorium auf recht vertrautem Fuße mit den elf eigenartigen Tieren, die in dem Bilderbuch „Der Mondfisch in der Waschanlage“ vorgestellt wurden. Allesamt sind es Wesen, die nicht so sehr ins Niedlichkeits-Schema passen. Auch ist kein König der Wüste, des Urwalds, der Meere, Berge oder Lüfte unter ihnen. Gleichwohl sind es nicht nur schrullige Tiere, sondern auch sehr sympathische, die uns über den Weg laufen, kriechen, schwimmen, trippeln, watscheln oder krebsen. Sei es nun das Thermometerhuhn, der Nasenbär, der Schlammspringer, der Pistolenkrebs oder zumal der sehr adrette Blaufußtölpel.

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Autorin Andrea Schomburg und Moderator Ralph Caspers Foto: Bücheratlas

Was man nicht alles lernen kann aus diesem Bilderbuch mit den liebevoll-lustigen Illustrationen von Dorothee Mahnkopf und den erläuternden Gedichten von Andrea Schomburg. Das betonten zur Eröffnung der Lesewoche auch die Veranstalter: Hannelore Vogt von der Stadtbibliothek Köln, Anne Burgmer vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ und Ines Dettmann vom Jungen Literaturhaus Köln. Die Sache mit dem Lernen wurde dann gleich auf der Bühne vorgeführt. Wer weiß denn schon, wie groß eine Nacktmulle-Kolonie sein kann? Sind es a) 100 Tiere oder b) 300 Tiere oder c) 250 Tiere? Also, jetzt nicht googeln, sondern mal entspannt das eigene Wissen strapazieren. Keine Ahnung? Okay, noch ein Test: Wie gräbt der Schlammspringer seine Wohnhöhlen? Mit a) seinem Maul, b) seinen Brustflossen oder c) seiner Schwanzflosse? „Es gibt nichts zu gewinnen“, sagte der ziemlich großartige Moderator Caspers, als er diese Quiz-Fragen aufrief. Das Gute an dieser Regelung sei allerdings, „dass es auch nichts zu verlieren gibt.“

Wer von den Familienverhältnissen der Nacktmullen noch nie etwas gehört hat und bei den Fertigkeiten der Schlammspringer im Dunkeln tappt, der könnte sich jetzt auf die Sonderausgabe vom „Mondfisch in der Waschanlage“ (Tulipan) einlassen. Oder bis zum 6. Juli eine der zahlreichen Veranstaltungen der Aktion „Junges Buch für die Stadt“ besuchen – vielleicht gleich an diesem Sonntag die Familienlesung mit der Autorin Andrea Schomburg im Kölner Literaturhaus (30. Juni, 15 Uhr). Allen anderen sei gesagt: Bei der ersten Frage ist die Antwort a) und bei der zweiten die Antwort b) richtig. Mondfisch heißt im Englischen übrigens Sunfish. Was man nicht alles lernen kann.

Martin Oehlen

Dorothee Mahnkopf (Bilder) und Andrea Schomburg (Text): „Der Mondfisch in der Waschanlage“, Tulipan Verlag, 36 Seiten, Sonderausgabe 10 Euro.

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