Mario Vargas Llosa, 1936 – 2025  

Mario Vargas Llosa Fotos: Bücheratlas / M. Oe.

Mario Vargas Llosa ist am Sonntag im Alter von 89 Jahren gestorben. Nicht in seiner Wahlheimat Spanien, sondern in Peru, wo er aufgewachsen ist. Seinem Heimatland hat er viele Romane, Aufsätze und Kommentare gewidmet. Noch in „Die große Versuchung“, seinem letzten Roman zu Lebzeiten, sorgte er sich um die Einheit in der Bevölkerung. Aber auch einem Land wie den USA schenkte er seine Aufmerksamkeit. Bereits vor der ersten Amtszeit von Donald Trump erklärte er auf dem Internationalen Literaturfest in Berlin, dass dieser seine Macht missbrauche, systematisch lüge, den Rechtsstadt aushöhle und die USA in ein „Entwicklungsland“ verwandele.

Mario Vargas Llosa war ein Weltautor, dessen Werke von universaler Bedeutung waren und sind. Viermal habe ich ihn getroffen – in Duisburg an der Uni, in Köln vor dem Dom, in Salzburg während der Festspiele und in Frankfurt im Schauspielhaus. Und jedes Mal war er ein Vorbild an Höflichkeit und Zugewandtheit. Selbst wenn ihm die Fragen zu seiner gescheiterten Bewerbung als Staatspräsident im Jahre 1990 oder zum Gewinn des Literaturnobelpreises im Jahre 2010 schon unzählige Male gestellt worden waren, so dass er die Antworten rückwärts hätte singen können.

Auch die Frage nach der Wirkkraft der Literatur, die ich ihm 2011 stellte, war für ihn alles andere als neu. „Literatur ist Feuer“ hatte er bereits 1967 gesagt, als er den Romulo-Gallegos-Preis in Caracas entgegennahm. Die Antwort, die er mir 2011 gab, klingt heute noch aktueller als damals:

„Das ist noch immer meine Überzeugung. Literatur bildet die Menschen, regt die Vorstellungskraft an, steigert die Sensibilität, fördert den kritischen Blick auf die Gesellschaft. Genau solche Menschen braucht die Demokratie.“

Was also tun? Vielleicht mal wieder Mario Vargas Llosa lesen. Wenn es zwei Leseempfehlungen sein sollen, dann – es lebe die Subjektivität – der Liebesroman „Tante Julia und der Kunstschreiber“ wegen der Leichtigkeit und der Diktatoren-Roman „Das Fest des Ziegenbocks“ wegen der Intensität.

Martin Oehlen

Auf diesem Blog

haben wir Mario Vargas Llosa mehrfach gewürdigt.

Seinen letzten Roman „Die große Versuchung“ haben wir HIER vorgestellt.

Seine Aussagen über Donald Trump aus dem Jahre 2020 finden sich HIER.

Außerdem gibt es Besprechungen der Bücher „Harte Jahre“ (HIER) und „Der Ruf der Horde“ (HIER).

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..