Tatort Australien: Emma Viskic schickt ihren gehörlosen Ermittler zu seinem zweiten Fall

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Emma Viskic macht vertraut mit den Weiten Australiens. Foto: Bücheratlas

Das zweite Buch, so heißt es, sei das schwierigste. Also schauen wir mal rein in Emma Viskics „Die Sprache der Opfer“, den zweiten Band ihrer „No-Words“-Reihe.

Im Mittelpunkt des Geschehens: der gehörlose Privatermittler Caleb Zelic aus dem australischen Melbourne. Zelic, jung ertaubt nach einer Hirnhautentzündung, hat gelernt, mit seinem Handicap zu leben. In seinen Ohren stecken zwei Hörgeräte, und er versteht es, die Sprache der Hörenden von deren Lippen abzulesen.

Wieder führt ihn ein Fall in seine Heimatstadt Resurrection Bay, ein Provinznest, wo sich „Abos“ und Weiße alles andere als grün sind. Unbekannte haben mehrere Häuser der Aborigines abgefackelt, auch das Krankenhaus von Zelics Schwiegermutter ist ein Opfer der Vandalen geworden. Nachts ziehen randalierende Jugendbanden durch die Straßen und verbreiten Angst und Schrecken.

Zelic verfolgt die Spur einer jungen Frau, die bei ihrem Vater in Resurrection Bay gewohnt hat.  Portia hatte ihn wenige Tage zuvor um Hilfe gebeten, war dann jedoch auf der Flucht vor einem Verfolger vor ein Auto gestürzt und tödlich verunglückt. Zelic lässt der Tod der jungen Frau keine Ruhe, und schon bald bringen seine Nachfragen nicht nur ihn, sondern auch andere in Gefahr.

„Die Sprache der Opfer“ knüpft nahtlos an die erste Folge der Reihe an („Die Stille des Todes“, 2019, HIER besprochen). Allerdings fehlt dem Fortsetzungsband deren Tempo. Der Einstieg kommt ein wenig lahm daher, erst nach und nach nimmt die Geschichte Fahrt auf, um in einem furiosen Finale zu enden. Dennoch lohnt sich die Lektüre. Emma Viskic ist eine gute Erzählerin und entführt ihre Leser in die Weiten Australiens. Überzeugend schildert sie die Bemühungen Zelicas, mit seiner Gehörlosigkeit umzugehen und sein Privatleben in Ordnung zu bringen.

Man darf gespannt sein auf den dritten Band der Reihe. Der soll sich ja bekanntlich leichter schreiben als der zweite.

Petra Pluwatsch

Eine Besprechung des starken ersten Bandes der „No Sound“-Reihe findet sich HIER.

Emma Viskic: „No Words. Die Sprache der Opfer“, dt. von Ulrike Brauns, Piper, 334 Seiten, 15 Euro. E-Book: 12,99 Euro.

Viskic

 

 

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