Stecker gezogen: Arno Strobels Thriller über fünf mörderische Tage ohne Handy

Stecker (2)

Kein Anschluss, nirgends. Foto: Bücheratlas

Fünf Tage ohne Handy. Fünf Tage keine E-Mails checken, keine WhatsApp-Nachrichten schicken. Fünf Tage nicht telefonieren. Geht das?

Zehn Menschen wollen es ausprobieren. Und buchen ein Event namens „Digital-Detox“. In einem abgelegenen Berghotel in den Berchtesgadener Alpen sollen sie lernen, ohne moderne Kommunikationsmittel auszukommen. Sämtliche Handys werden vorab konfisziert, im Hotel gibt es weder ein Telefon noch einen Fernseher. Doch schnell entpuppt sich das tief verschneite „Mountain Paradise“ als tödliche Falle. Ein Teilnehmer wird am nächsten Morgen schwer verletzt in einem Keller gefunden und stirbt wenig später. Ein Schneesturm macht es der Gruppe unmöglich, Hilfe zu holen.

Man ist bei der Lektüre von Arno Strobels gerade erschienenem Thriller „Offline“ an Agatha Christies Klassiker „Und dann gabs keines mehr“ von 1939 erinnert. Schon die Queen of Crime wusste um den Reiz isoliert gelegener Tatorte und ließ in ihrem bekanntesten Krimi eine zehnköpfige Festgesellschaft auf einer einsamen Insel namens Nigger Island stranden. Ein Gast nach dem anderen wird von einem Unbekannten ermordet, und bald ist klar, dass der Mörder oder die Mörderin aus den Reihen der Inselbesucher stammen muss.

Strobel hat aus Agatha Christies Grundidee einen spannenden und hochaktuellen Thriller gemacht. Auch den Protagonisten von „Offline“ schwant Böses, als am zweiten Morgen ein weiteres Gruppenmitglied nicht zum Frühstück erscheint. Anna, eine junge IT-Spezialistin, hat die Nacht offensichtlich nicht in ihrem Zimmer verbracht. Ihr Bett ist unberührt. Als sie schließlich schwer verletzt gefunden wird, ist sie unfähig zu sprechen oder auf anderem Wege zu kommunizieren. Unter den Mitgliedern der Digital-Detox-Gruppe kommt Panik auf. Wer wird der nächste sein? Und: Wer von ihnen ist der Täter?

Eindrucksvoll schildert Strobel, was Isolation und Todesangst mit Menschen machen können. Der 57-Jährige, bis vor fünf Jahren hauptberuflich als IT-Experte unterwegs, kennt sich aus mit den Untiefen der menschlichen Psyche. 2007 erschien sein erstes Buch „Magus – die Bruderschaft“. Seitdem hat er knapp zwei Dutzend Thriller für Erwachsene und Jugendliche geschrieben, einige davon zusammen mit der österreichischen Krimiautorin Ursula Poznanski.

Mit „Offline“ ist ihm ein weiterer spannender Thriller gelungen, der psychologisch überzeugt und mit zahlreichen überraschenden Wendungen punktet.

Petra Pluwatsch

http://www.ksta.de

Lesungen mit Arno Strobel

in Köln am 26. September um 20.15 Uhr in der Mayerschen Buchhandlung am Neumarkt im Rahmen der Crime Cologne,

in Lahnstein am 15. Oktober 2019 um 19 Uhr im Globus Handelshof St. Wendel,

in Frankfurt am 17. Oktober um 19 Uhr im Kriminalmuseum im Polizeipräsidium,

in Venne am 19. Oktober um 19 Uhr in der Gemeindebücherei,

in Wolfenbüttel am 23. Oktober um 19.30 Uhr bei Bücher Behr,

in Bargteheide am 24. Oktober um 19.30 Uhr im Ganztagszentrum,

in Leer am 25. Oktober um 20 Uhr in der Krimibuchhandlung Tatort,

in Aurich am 26. Oktober um 20 Uhr in der Stadthalle,

in Hannover am 28. Oktober um 19.30 Uhr im Pelikan TintenTurm,

in Erfurt am 29. Oktober um 20.15 Uhr in der Buchhandlung Hugendubel,

in Obertshausen am 30. Oktober um 20 Uhr in der Stadtbücherei,

in Dillingen am 31. Oktober um 20 Uhr in der Buchhandlung Drachenwinkel.

Weitere Lesungen folgen.

Arno Strobel: „Offline“, S. Fischer, 368 Seiten, 14,99 Euro. E-Book 12,99 Euro.

Strobel

 

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