Reise ans Ende der Welt (11): Das falsche und das echte Finis terrae

Dies ist eine Reise ans Ende der Welt und wieder zurück. Durchs Elsaß, die Auvergne und Aquitanien, durch  Spaniens starken Norden übers Baskenland und Galicien bis nach Finis terrae, dann zurück über die Provence und den Kanton Freiburg. Sächliches und Nebensächliches in loser Folge.

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Einsame Schönheit am Kap Touriñán  Foto: Bücheratlas

Finis Terra – da wollen manche Jakobspilger noch hin, wenn sie nach wochenlanger Wanderung in Santiago de Compostella angekommen sind. Direkt an der Küste gelegen. Hier vermuteten unsere Vorfahren einst das Ende der Welt. Das wollte man schon damals ganze gerne sehen. Der Leuchtturm von Fisterra ist ein kräftig frequentierter Ort. Selbst hier gibt es noch einen Stempel fürs Pilgerbuch („Ultimo sello/Last Stamp“). Nichts möge man hier zurücklassen, wird aus leidiger Erfahrung gemahnt. Dennoch finden sich beschriftete Steine, geopferte Socken oder in Ritzen gequetschte Briefe zuhauf an den markanten Punkten dieses Areals.  Manche dokumentieren diesen Akt per Foto. Oder schauen besonders intensiv in die Wasserlandschaft. Dabei ist Fisterra gar nicht der westlichste Punkt Spaniens.

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Eindeutige Zeichen dafür, dass es Touristen – darunter nicht wenige Pilger – bis Fisterra geschafft haben.  Foto: Bücheratlas

Das ist das etwas nördlich gelegene Cabo Touriñán. Aber weil es nicht in der Tradition steht und weil es nicht in aller Munde ist, ist an diesem Teilstück der Costa da Morte  kein Pilger weit und breit. Nur eine feine Landzunge ins Meer, ein kleines Bauerndorf ohne Bar und jede Menge Meer. Ginstergelb und Meeresblau leuchten um die Wette. Ein Hotel gibt es hier erwartungsgemäß nicht. Wohl aber ein frisches, perfekt ausgestattet, supersauberes, komfortables Steinhaus, traumhaft auf einem Hang gelegen, mit einem Meerblick weit, weit hinaus. Aber davon unten mehr.

Hier haben wir aufs Feinste mit einem galizischen Bauern parliert, der seine Schafe von der Wiese zurück in den Stall holte. Alles mögliche haben wir uns erzählt, selbst der Name Christoph Kolumbus ist gefallen. Wir haben kaum ein Wort verstanden, der Gesprächspartner vermutlich auch nicht. Es war ein wunderbares Gespräch. Er nahm das Schaf, auf das es ankam und dem alle anderen folgten, an dem Strick und zog, gute  Wünsche formulierend,  von dannen Richtung Dorf. Am nächsten Morgen, als er in der Ferne seine Schafe zur nächsten Wiese führte, etwas näher am Atlantik gelegen und vorbei an einem der für die Gegend typischen Steinspeicher, haben wir uns zugewunken. Wie alte Bekannte.

Übernachten

**** Das „Cabo Tourínan“ – wie das gleichnamige Kap vor der Haustüre – ist ein alleinstehendes Gebäude auf einem Hügel mit Meerblick, Terrasse und eingemauertem Grillplatz. Mit Liegen, Ofen, Spül- und Waschmaschine, Mikrowelle, zwei Schlafzimmern. Der Wind bläst hier ganz gut. Dafür ist es extrem ruhig. Das nächste Gebäude – sieht man von einem Geräteschuppen auf dem angrenzenden Feld ab – ist 150 Meter entfernt.  Und dieser Ausblick! Klingt teuer, ist es aber nicht. Ein Geheimtipp: „Vivienda Turística – Cabo Tourínan“.

PS: Alle Übernachtungs-Tipps sind ohne Kenntnis oder gar Unterstützung der betroffenen Unterkünfte recherchiert und verfasst worden. Die Wohlfühl-Sterne: * ordentlich ** gut *** sehr gut **** überragend ***** außergewöhnlich.
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Haus am Meer  Foto: Bücheratlas

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