Letzter Auftritt für Rabbi Silberbaum und den Kommissar: Michel Bergmanns Wohlfühlkrimi „Du sollst nicht lügen“

Tatort Frankfurt Foto: Bücheratlas / M. Oe.

In Frankfurt am Main geht ein jüdisches Lokal in Flammen auf. War es ein antisemitischer Anschlag, verübt vom Koch des Lokal, einem Geflüchteten aus Burkina Faso? Zumindest Hauptkommissar Berking ist überzeugt davon. Rabbi Henry Silberbaum hingegen hat seine Zweifel an dieser Deutung der Ereignisse. Schließlich ist Patrice Sankara bei dem Brand unter verdächtigen Umständen ums Leben gekommen, obwohl für ihn ein Leichtes gewesen wäre, aus der brennenden Küche zu fliehen.

Sein Bauchgefühl soll den Mann Gottes nicht täuschen. Hinter dem Anschlag auf das Restaurant „Shuk“ steckt weitaus mehr als die Tat eines angeblich radikalisierten Islamisten.

Bestechung und Brandanschlag

Michel Bergmann entführt seine Leserinnen und Leser im vierten Band seiner Reihe „Der Rabbi und der Kommissar“ schon bald in die Sphären der internationalen Wirtschaft und Politik, wo es mitunter reichlich schmutzig zugeht. Diesmal lautet der Titel: „Du sollst nicht lügen“.

Da spielt ein norwegischer Immobilienkonzern eine böse Rolle. Es geht um Bestechung, Korruption und natürlich um Mord und Totschlag. Bald gerät auch der umtriebige Rabbi ins Visier der Hintermänner des Brandanschlags. Nebenbei erfährt man einiges Wissenswerte über das Alltagsleben in einer jüdischen Gemeinde.

Sittengemälde mit Spannung

Michel Bergmann ist ein ruhiger, unaufgeregter Erzähler, der mit Rabbi Silberbaum eine ebenso sympathische wie ungewöhnliche Ermittlerfigur geschaffen hat. Seine Romane sind – auch – kleine Sittengemälde mit Wohlfühlcharakter.

Leider wird „Du sollst nicht lügen“ der vermutlich letzte Band dieser liebenswerten Reihe bleiben – es sei denn, dass sich im Nachlass noch ein Manuskript findet. Denn der jüdisch-stämmige Drehbuchautor und Schriftsteller ist am 13. Juni 2025 im Alter von 80 Jahren verstorben. Wer mehr über das Leben von Michel Bergmann erfahren möchte, dem sei seine Autobiografie „Mameleben oder das gestohlene Glück“ ans Herz gelegt, die wir auf diesem Blog HIER vorgestellt haben.

Petra Pluwatsch

Auf diesem Blog

haben wir Michel Bergmanns bei Diogenes veröffentlichtes Buch „Mameleben oder das gestohlene Glück“ HIER vorgestellt.  

Michel Bergmann: „Der Rabbi und der Kommissar – Du sollst nicht lügen“, Heyne, 224 Seiten, 13 Euro, E-Book: 9,99 Euro

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