Martin Walser 1927 – 2023

„Schreiben und Leben fielen bei mir / fast von Anfang an zusammen.“

So lesen wir es in Martin Walsers „Sprachlaub“, dem Spätwerk aus dem Jahre 2021. Fast von Anfang an? Ja, das literarische Schreiben begann nicht erst mit „Ein Flugzeug über dem Haus und andere Geschichten“, den Erzählungen von 1955, darunter „Templones Ende“, wofür es sogleich den Preis der Gruppe 47 gab. Im autobiographischen Roman „Ein springender Brunnen“ werden einige Jugendgedichte zitiert. Eines davon geht so: „Oh, dass ich einsam ward / so früh am Tage schon.“

Das Schreiben war das Leben und das Leben war Schreiben. Herausragende Werke sind dabei entstanden – so die Anselm-Kristlein-Trilogie oder die Novelle „Ein fliehendes Pferd“. Und oft und oft stand der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller aus Nußdorf am Bodensee im Zentrum der öffentlichen Debatten – von Vietnam über die deutsche Einheit bis hin zur Friedenspreisrede.

Nun ist Martin Walser gestorben. Nach Böll und Lenz und Grass tritt er als letzter der vier Granden ab. Mit ihm endet ein großes Kapitel der deutschen Literaturgeschichte. (M. Oe.)

Auf diesem Blog

findet sich ein Beitrag über einen der letzten Auftritte von Martin Walser genau HIER.

4 Gedanken zu “Martin Walser 1927 – 2023

  1. Was soll man da sagen? Älter geht es kaum. Was aber machen wir Kleinen, wenn wir die Granden, wie diesen zuletzt, so adäquat begraben haben?
    (Ich für mich weiß es und halte mich an den, der als erster starb, auch wenn er jünger war als sie alle).
    M.B.

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