Tatort Mallorca: „Die Lockvögel“ von Anna Nicholas ist ein leichtfüßiger Urlaubskrimi mit Tiefgang

Foto: Bücheratlas / M. Oe.

Instinkt und Intuition – darauf kann sich die passionierte Ermittlerin Isabel Flores bedingungslos verlassen. Zwar hat die 33-Jährige ihren Job auf dem Festland vor einiger Zeit gekündigt und vermietet nun Ferienhäuser auf Mallorca. Doch in kniffligen Fällen wenden sich die Kollegen vor Ort gern an die ehemalige Kommissarin.

Das Verschwinden der Floristin

Einen Fall hat sie bereits mit Bravour gelöst („Das Teufelshorn“). Als nun in dem beschaulichen Örtchen Sant Martí erst mehrere Haustiere und schließlich die junge Floristin Paloma Crespí verschwinden, ist ihre Expertise erneut gefragt. Isabel beginnt zu ermitteln und stößt schon bald auf mehrere alte Vermisstenfälle, die mit den aktuellen Ereignissen in Zusammenhang zu stehen scheinen.

Mit „Die Lockvögel“ ist der britischen Autorin Anna Nicholas, die 1961 in Rochester, Kent, geboren wurde, ein leichtfüßiger Urlaubskrimi mit Tiefgang gelungen. Sie selbst lebt seit mehr als 20 Jahren mit ihrer Familie auf Mallorca und schätzt, wie sie in einem Interview sagt, vor allem die Herzlichkeit, Offenheit und Freundlichkeit der Mallorquinerinnen und Mallorquiner. Dorthin umzuziehen sei wie eine Heimkehr gewesen.

Hart, aber amüsant

Die Liebe zu ihrer spanischen Wahlheimat ist Anna Nicholas’ Büchern in jeder Zeile anzumerken. Lustvoll schildert sie das abendliche Zusammentreffen der Dorfbewohner in der Kneipe. Und sie schwärmt von der Schönheit der mallorquinischen Landschaft. Nebenbei löst ihre toughe Protagonistin gleich zwei Verbrechensserien, was sich trotz der düsteren Thematik ausgesprochen amüsant liest.

Petra Pluwatsch 

Anna Nicholas: „Die Lockvögel“, dt. von Alexandra Berlina und Eva Regul, Diogenes, 362 Seiten, 18 Euro. E-Book: 14,99 Euro.   

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