Romy Fölck mit spannendem Thriller-Debüt: „Fünf Fremde“ und ein altes Geheimnis in der Helgoländer Bucht

Foto: Bücheratlas / M. Oe.

Eine Insel mitten im Wattenmeer, ein schweres Sturmtief, das die Bewohner eine Nacht lang zu Gefangenen des kleinen Eilands macht – Romy Fölck setzt in ihrem Thriller „Fünf Fremde“ auf ein vielfach bewährtes Setting. Schauplatz der spannenden Geschichte ist Neuwerk, ein drei Quadratkilometer großer Flecken Land nahe Hamburg in der Helgoländer Bucht. Dort treffen im September 2025 scheinbar zufällig fünf Menschen aufeinander, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam zu haben scheinen: eine betagte Nonne, die einst Lehrerin war. Ein Meteorologe mit einer nicht ganz sauberen Weste. Eine junge Vogelexpertin mit einem Beziehungsproblem. Dazu eine nachtblinde Polizistin und eine von Berufswegen allzu neugierige Journalistin.

Erst nach und nach kristallisiert sich heraus, was diese so unterschiedlichen Personen miteinander verbindet. Im Sommer 1995 verschwanden während eines Ferienaufenthalts auf Neuwerk zwei Teenager, und sie alle waren auf die ein oder andere Weise in die damaligen Ereignisse verwickelt. Die 13-jährige Isa tauchte zwar drei Tage später völlig verstört wieder auf, doch seitdem schweigt sie beharrlich über das Erlebte. Von ihrem Mitschüler Janosch fehlt bis heute jede Spur.

In zahlreichen Rückblicken erfahren die Leserinnen und Leser nach und nach, was in jenem verhängnisvollen Sommer geschah. Auch die fünf Fremden werden schonungslos mit den damaligen Geschehnissen konfrontiert. Denn an denen tragen sie zumindest eine Teilschuld. Romy Fölck, bisher bekannt als Autorin von Familienromanen und eher konventionellen Krimis, beweist in ihrem ersten Thriller, dass sie die Tricks des Genres perfekt beherrscht. Als da sind: kurze Sequenzen, zahlreiche Cliffhanger und ein hoher Spannungslevel.

Petra Pluwatsch

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findet sich HIER eine Kurzkritik zu Romy Fölcks Kriminalroman „Bluthaus“.

Romy Fölck: „Fünf Fremde“, Lübbe, 384 Seiten, 22 Euro. E-Book: 14,99 Euro.

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