
Drei Tote, sechs abgeschnittene Finger, zur Schau gestellt an drei exponierten Orten. Bizarrer könnte eine Mordserie kaum sein. Da wundert es nicht, dass Washington Poe und Tilly Bradshaw alsbald in die stagnierenden Ermittlungen einbezogen werden. Der verschrobene Detective und die nicht minder verschrobene Analystin haben einschlägige Erfahrungen in der Aufklärung ungewöhnlicher Serienmorde. „Der Kurator“, so der Titel dieses spannenden Krimis von M. W. Craven, ist bereits der dritte Fall des ungleichen Duos. Die beiden Vorgängerbände haben wir HIER und HIER vorgestellt.
Im verschneiten Cumbria, einem unwirtlichen Landstrich im Nordwesten Englands, gehen Poe und Bradshaw auf Mörderjagd. Doch dieses Mal verzweifeln sie fast an einem Fall, der so verzwickt und vielschichtig ist wie bislang kein anderer. Jede Spur scheint ins Leere zu laufen, bis Poe einen Tipp aus den USA erhält.
Auf Augenhöhe mit den Ermittlern
Hinter der Mordserie könnte ein Auftragskiller, ein Kurator, stecken, der unschuldige Menschen mithilfe ausgefeilter Psychospiele zu Mittätern macht. Der Unbekannte fordert sensible junge Leute zu Internet-Challenges heraus, die nicht selten tödlich enden. Doch wer ist der Auftraggeber des Kurators? Und wer ist sein eigentliches Ziel?
Auch im dritten Band seiner inzwischen siebenteiligen Serie wartet der Autor mit einem ausgefeilten Plot und einer gradlinig erzählten Geschichte ohne Zeitsprünge, Cliffhanger und verwirrende Perspektivwechsel auf. Die Leserinnen und Leser befinden sich stets auf Augenhöhe mit den Ermittlern und tappen gemeinsam mit ihnen in diverse Fallen, die ihnen der Kurator gestellt hat. Manches scheint ein wenig weit hergeholt, doch das verzeiht man einem so fantasievollen Erzähler wie M. W. Craven gern.
Petra Pluwatsch
Auf diesem Blog
haben wir von M. W. Craven die Bände „Der Gorumet“ (HIER) und „Der Zögling“ (HIER) vorgestellt.
M. W. Craven: „Der Kurator“, dt. von Marie-Luise Bezzenberger, Droemer, 460 Seiten, 16,99 Euro. E-Book: 4,99 Euro.
