Allmählich wird es Zeit für eine Stärkung. Stimmt doch – oder? Immerhin sind wir schon seit drei Folgen unterwegs in Neuseeland. Hier also ein paar Hinweise, wo man sich auf der Nordinsel des Landes wohl und willkommen fühlt: Kia Ora!

„The Brit“ in Auckland
In Auckland speisten wir ganz wunderbar im Restaurant und Pub „The Brit“ an der Quay Street 122. Untergebracht ist es in einem ehemaligen Lagerhaus mit hohen Decken und großen Panoramafenstern. Von hier aus sind es nur ein paar Schritte bis zum Hafen. Bei gutem Wetter kann man draußen auf dem Gehsteig sitzen und hinübergucken zu den Kreuzfahrtschiffen, die dort vor Anker liegen.

Bestellt wird per QR-Code oder an der Bar. Auf der Speisekarte stehen Lachs, Steak und Pizza, üppig belegte Sandwiches, Dreifach-Burger und Bowls mit knackfrischen Salaten. Dazu gibt es zu erschwinglichen Preisen Bier on tap, Cocktails und Wein aus aller Welt. Wer anschließend noch einen Drink mit Blick aufs Wasser genießen möchte, dem seien die vielen Lokale rund um den Viaduct Harbour oder an der Princess Wharf empfohlen.


Foto: Bücheratlas / M. Oe.
„Hotties“ am Hot Water Beach
In dem Eiskübel neben unserem Tisch stand eine Pumpgun. Wegen der Vögel, erklärte der Kellner in der „Hotties Beachfront Eatery“ und deutete auf ein paar Rotschnabelmöwen, die neugierig zu uns hinüberäugten. In Scharen hockten sie vor der Terrasse des Strandlokals und schienen nur auf die richtige Gelegenheit zu warten, um im Sturzflug auf unseren Brotkorb hinabzustoßen. Vom „Hotties“ aus sind es nur ein paar Meter zum Hot Water Beach auf der Coromandel-Halbinsel. Der Heiß-Wasser-Strand verdankt seinen Namen einer geothermischen Besonderheit: Bei Ebbe steigt warmes Wasser aus dem Untergrund nach oben. Buddelt man ein Loch in den Sand, kann man quasi in seiner eigenen Badewanne am Strand liegen. Wir zogen ein Mittagessen mit Blick aufs Meer vor und bestellten Fish and Chips und Greenlip Mussels, Grünschalenmuscheln in Weißweinsoße, eine neuseeländische Spezialität. Die Pumpgun kam übrigens nicht zum Einsatz.

„Remarkable Café“ in Mangonui
Auch im „Remarkable Café“ in Mangonui an der Doubtless Bay gab es offenbar ein Möwenproblem. Auf der Terrasse standen auf jedem Tisch gefüllte Wasserflaschen mit Sprühverschluss bereit, um die lästigen Vögel im Fall der Fälle zu vertreiben. Wir ließen uns davon jedoch nicht beirren. Zu einladend sah das Lokal am Waterfront Drive aus, als dass wir uns von ein paar Viechern (von denen wir übrigens keine Spur sahen) den Flat White madig machen lassen wollten. Und wir taten gut daran zu bleiben. Der Kaffee war heiß und stark, der Kuchen üppig bemessen und wunderbar saftig. Das Lokal ist darüber hinaus für seine feinen Fischgerichte bekannt. Nach dem Besuch lohnt sich ein kurzer Spaziergang durch den Küstenort. Einige der sorgsam restaurierten Holzhäuser stammen aus dem 19. Jahrhundert und beherbergen unter anderem Kunstgalerien und ein kleines Museum.

„FEOH Espresso“ in Waipu
Zugegeben, das „FEOH Espresso Waipu“, genauer gesagt: das „FEOH Coffee House and Bitches Brew Coffee Roasters“ liegt etwas abgelegen. Wir waren auf dem Weg von Paihia zum Hot Water Beach, ein Trip von mehreren Stunden, der nach 100 kurvenreichen Kilometern nach der ersten Unterbrechung verlangte. So bogen wir an der Kreuzung State Highway 1 / Shoemaker Road auf der Suche nach einem Café nach Waipu ab. Nach rund 900 Metern sahen wir auf der linken Straßenseite ein schlichtes Häuschen, auf den ersten Blick kaum mehr als ein Ausschank. Davor eine kleine Terrasse, ein paar Holzbänke, ein Schild mit der Aufschrift „Bitches Brew“ (eine Reminiszenz an ein Album vom Miles Davis aus dem Jahr 1970, wie wir inzwischen wissen). Wir bestellten bei einem üppig tätowierten jungen Mann zwei Flat Whites mit dem wohl schönsten Muster Neuseelands (Ähre, Palme, Blume?), dazu eine köstlich schmeckende Hefeschnecke. Und schieden nach einer halben Stunde mit großem Bedauern – das „FEOH“ ist halt etwas abgelegen.


Das „Café de Paris“ in Rotorua
In der Hinemoa Street 1206 wird Französisch gesprochen. Seit rund 20 Jahren betreiben Alain aus Lyon und Valérie aus Pau das „Café de Paris“ in der Innenstadt von Rotorua. Die Gäste werden mit einem freundlichen „Bonjour“ begrüßt, auf der Speisekarte stehen Crêpes mit Zimt und Zucker, belegte Baguettes und andere französische Spezialitäten. Das schlauchartige Lokal und die Tische vor der Tür sind – zumindest an dem Wochenende, als wir es besuchten – bis auf den letzten Platz besetzt. Wir aßen knusprige Croissants, dazu gab es einen feinen Café au lait. „Merci beaucoup et au revoir“, sagten wir artig zum Abschied und ernteten ein strahlendes Lächeln der Kellnerin.
Petra Pluwatsch
Das Finale unserer Neuseeland-Reihe folgt in Kürze.
Auf diesem Blog
haben wir unsere kleine Neuseeland-Reihe mit Hinweisen auf die höchste Büchertapete der Welt, das Höllentor eines Nobelpreisträgers, die Farben und Formen des Friedensreich Hundertwasser und anderem mehr begonnen: Teil 1 gibt es HIER und Teil 2 HIER und Teil 3 HIER.
Zuvor schon haben wir einige Literaturspuren aufgezeigt – unter anderem solche aus Tokio (HIER und HIER), Paris (HIER und HIER), Südkorea (HIER) und Wien (HIER).