Zum Rotwein gibt es Rätsel über Rätsel: „Déjà-vu“ ist Martin Walkers 17. Périgord-Krimi um Kommissar Bruno

Der Ort Le Bugue im Périgord, in Frankreichs Südwesten, gilt als ein Vorbild für den fiktiven Ort Saint-Denis, in dem Kommissar Bruno tätig ist. Foto: Bücheratlas / M. Oe.

In Saint-Denis, der beschaulichen Kleinstadt im Tal der Vézère, ist alles beim Alten. Bruno, Chef de police, erholt sich im Kreis seiner Freunde von einer Schussverletzung. Stets an seiner Seite: sein treuer Hund Balzac, das Geschenk einer verflossenen Geliebten. Man reitet gemeinsam aus, man trifft sich auf einen Kaffee und ein Glas Rotwein im Bistro und kocht gemeinsam. Doch dann stört der Fund von drei Skeletten jäh die Idylle.

Entdeckt werden die Knochen in einem Grab auf einem verlassenen Grundstück. Offenbar handelt es sich bei den unbekannten Toten um einen italienischen Offizier und zwei junge Deutsche, die in der Endphase des Zweiten Weltkriegs ermordet wurden. Waren Mitglieder der Résistance für ihren Tod verantwortlich? Und warum waren die beiden Frauen nackt?

Blumensträuße am Fundort

Schon bald interessiert sich die überregionale Presse für den brisanten Fall. An der Fundstelle häufen sich Blumensträuße für die jungen Frauen, die allem Anschein nach vor ihrem Tod vergewaltigt wurden. Und in Saint-Denis findet eine Gedenkfeier statt.    

Es gibt noch weitere Ereignisse, die für Brunos Genesungsprozess nicht förderlich sind. Wer hat sich in den Polizeicomputer gehackt und schickt ihm gefälschte E-Mails? Und was hat das Ganze mit der italienischen Mafia und dem Ehemann der jungen amerikanischen Archäologin zu tun, die seit kurzem in Saint-Denis wohnt? Rätsel über Rätsel, die Martin Walker in „Déjà-vu“ genüsslich zu einem unaufgeregten, von viel Lokalkolorit geprägten Krimi verarbeitet.

In den Gassen des Périgord ist Tag und Nacht viel los – sofern man sich an Martin Walkers Romanen orientiert. Fotos: Bücheratlas: M. Oe.

Der Kosmos von Saint-Denis

Es ist bereits der 17. Band seiner erfolgreichen Bruno-Reihe, und der Titel ist durchaus Programm. Walker bedient sich seiner bekannten Versatzstücke: gutes Essen, gute Freunde, dazu ein Schuss Geschichte und ein wenig Tagespolitik. Geschickt strickt er daraus eine weitere Geschichte aus dem Kosmos von Saint-Denis.

Man wird ein wenig an Donna Leon und ihre Venedig-Krimis erinnert, deren 33. Brunetti-Roman im vergangenen Jahr erschienen ist. „Never change a winnig team“, sagte sie einmal in einem Interview mit der Autorin. „Warum sollte ich etwas Neues erfinden, wenn ich mit dem Bewährten Erfolg habe.“ Also weiter so, denn Spaß zu lesen machen sowohl Donna Leonas als auch Martin Walkers Krimis allemal.

Petra Pluwatsch

Auf diesem Blog

haben wir schon einige Kriminalromane von Martin Walker vorgestellt. Zuletzt ging es HIER um „Troubadour“.  

Martin Walker: „Déjà-vu“, dt. von Michael Windgassen, Diogenes, 392 Seiten, 26 Euro. E-Book: 22,99 Euro.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..