Veröffentlichung des NS-Dok in Köln: „Jüdische Schülerinnen und Schüler an Kölner Gymnasien“ zwischen Integration und Verfolgung

Stolpersteine erinnern vor dem Gymnasium in der Schaurtestraße in Köln-Deutz an Schülerinnen und Schüler, die verfolgt wurden. Foto: Bücheratlas

Wie war das damals, nach 1933, als jüdische Schülerinnen und Schüler nicht mehr erwünscht waren an den Kölner Schulen? Als sie ausgegrenzt, gehänselt, beschimpft und schließlich fortgeschickt wurden in eine ungewisse Zukunft? Fragen, die ein umfangreiches und hervorragend recherchiertes Buch des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln zu beantworten versucht.

Der Titel der Veröffentlichung: „Jüdische Schülerinnen und Schüler an Kölner Gymnasien – Ihre Geschichte(n) zwischen Integration, Ausgrenzung und Verfolgung“. Herausgegeben haben es zwei Kölner Pädagogen: Dirk Erkelenz, Lehrer an der Königin-Luise-Schule, und Thomas Kahl vom Deutzer Gymnasium Schaurtestraße.

Viele berührende Biographien

In fünf mehrfach untergliederten Kapiteln beschreiben die beiden Herausgeber und acht weitere Autorinnen und Autoren die Verhältnisse an den Kölner Schulen vor und nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933. Sie geben damit auch einen Einblick in das deutsche Schulwesen jener Zeit.

Das Buch punktet nicht nur mit dem fundierten Wissen seiner Macher, sondern vor allem mit einer Vielzahl berührender Biografien von ehemaligen jüdischen Schülerinnen und Schülern. Nicht alle, deren Lebenswege dort geschildert werden, haben den Holocaust überlebt und konnten erzählen, was ihnen damals widerfahren ist. So dienten zahlreiche schriftliche Quellen – Schulzeugnisse, Abiturarbeiten, Artikel aus Schülerzeitungen u. ä. – als Quellen. Sie helfen, das schier Unbegreifliche zu rekonstruieren und zu dokumentieren. Angereichert sind die Texte durch zahlreiche Fotos und Dokumente.

Petra Pluwatsch

Auf diesem Blog

haben wir vor Kurzem Petra Pluwatschs Band „Verfolgt und nicht vergessen – Geschichten hinter den Stolpersteinen“ (Metropol Verlag) vorgestellt, der sich mit den Lebensläufen von Kölner Opfern des Nationalsozialismus befasst – und zwar HIER. Der Titel ist ebenfalls in einer Schriftenreihe des NS-Dokumentationszentrums Köln erschienen.

Dirk Erkelenz, Thomas Kahl (Hrsg.): „Jüdische Schülerinnen und Schüler an Kölner Gymnasien – Ihre Geschichte(n) zwischen Integration, Ausgrenzung und Verfolgung“, Veröffentlichungen des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, Band 6, Metropol, 304 Seiten, 24 Euro. 

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