
Einen „fesselnden, atmosphärisch dichten Pageturner“, so nennt die schottische Krimiautorin Val McDermid den Debütroman ihres neuseeländischen Kollegen Michael Bennett. Nun, die Frau hat Recht. „Sechs Tote“, im Original unter dem Titel „Better the Blood“ im vergangenen Jahr erschienen, ist ein spannender, gut komponierter Thriller, der seine Leserinnen und Leser zudem eine Menge lehrt über das Spannungsverhältnis zwischen der indigenen Bevölkerung Neuseelands und den Nachfahren der englischen Kolonialisten.
Das Gift aus der Vergangenheit
Michael Bennett, ein neuseeländischer Regisseur, Fernsehproduzent und Drehbuchautor, ist selbst Maori. Er hat sich in der Vergangenheit schon häufig mit Fragen von Identität und Herkunft und den Fallstricken eines mehr als 200 Jahre alten kolonialen Erbes auseinandergesetzt.
In „Sechs Tote“ wirkt das Gift eines lange zurückliegenden Unrechts: ein Rangatia, ein hochrangiger Anführer, war Mitte des 19. Jahrhunderts von britischen Soldaten gedemütigt und aufgehängt worden. Das Gift wirkt nach bis in die Gegenwart und fordert vor allem unter Junkies und Kleinkriminellen seine Opfer. Einer der Männer wird in einem abbruchreifen Haus in Auckland gefunden, ein anderer liegt tot zu Füßen eines Wolkenkratzers.
Die Zerrissenheit der Ermittlerin
Kurz nach jeder Tat schickt der Mörder eine Nachricht an die Ermittlerin Hana Westermann, eine Maori-Frau, und weist sie auf den Fundort der Leiche hin. Schon bald steht Hana im Zentrum einer der größten Mordermittlungen der Polizei von Auckland. Und: Sie muss sich mit den Dämonen ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzten. Als junge Polizistin war sie gezwungen, mit Gewalt gegen friedliche Demonstranten eines Maori-Stammes vorzugehen. Ein Verstoß gegen sämtliche Regeln ihres Volkes, der sie bis heute belastet.
Eindringlich schildert Michael Bennett die Zerrissenheit seiner Protagonistin, die sich zunehmend fragt, welcher moralischen Instanz sie verpflichtet ist. Ihr Gegenspieler ist ein Mann, der sich den alten Werten verpflichtet sieht, doch statt Recht zu schaffen, ein neues Unrecht begeht. Eine überzeugende Story, schlicht und ohne Schnörkel erzählt.
Petra Pluwatsch
Michael Bennett: „Sechs Tote“, dt. von Frank Dabrock und Martin Ruf, Heyne, 368 Seiten, 15 Euro. E-Book: 4,99 Euro.

Dass hört sich interessant. Danke für den Hinweis auf diesen Krimi.
Wir wünschen einen angenehmen Sonntag
The Fab Four of Cley
🙂 🙂 🙂 🙂
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Sehr gerne geschehen! Und im Falle des Falles: Viel Vergnügen bei der Lektüre.
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hmhmhm, vielleicht sollte ich doch wieder ab und zu einen krimi lesen … dieser könnte mich reizen! 😉😊
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Alles ohne Gewähr, aber aus voller Überzeugung empfohlen. Einen Versuch wäre es wert. Herzliche Grüße, P. P. 👍
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