Expertin für hoffnungslose Fälle: In „Rostiges Grab“ konfrontiert Anders de la Motte seine Ermittlerin mit dem Graumädchen

Foto: Bücheratlas / M. Oe.

Düster und ein wenig spooky geht es zu in dem schwedischen Kriminalroman „Rostiges Grab“ von Anders de la Motte. Auch der dritte Band der Leo-Asker-Reihe, die 2023 mit „Stille Falle“ startete und mit „Eisiges Glas“ fortgesetzt wurde, balanciert geschickt auf dem schmalen Grat zwischen der realen und der übersinnlichen Welt. Im Rostskogen, einem undurchdringlichen Waldstück irgendwo in Schweden, wird Anfang der 1970er Jahre eine 1000 Jahre alte Moorleiche gefunden. Das Graumädchen, so nennt man im Dorf die Tote mit dem geheimnisvollen Lächeln. Offenbar wurde die junge Frau das Opfer einer Gewalttat. In ihrer Kehle klafft ein tiefer Schnitt, und an ihrer linken Hand fehlt der Ringfinger.

2013 wird im Rostskogen eine weitere Leiche gefunden. Elena Kvitka Resare stammte aus der Ukraine und war mit einem brutalen Schläger verheiratet, der seit der Mordnacht verschwunden ist. Merkwürdigerweise erinnern die Haltung der Toten sowie die Mordmethode an das Graumädchen.  Ganz zu schweigen davon, dass auch Elenas linker Ringfinger abgetrennt wurde.

Neues Licht auf ein altes Verbrechen

Als besagter Finger Jahre später unter obskuren Umständen wieder auftaucht, kommt Leo Asker ins Spiel. Die Chefin der Abteilung für hoffnungslose Fälle setzt ihren ganzen Ehrgeiz daran, den alten Fall aufzuklären – und bringt damit nicht nur ihre Mutter, sondern auch einige Lokalpolitiker gegen sich auf.

Dem Vielschreiber Anders de la Motte ist mit „Rostiges Grab“ ein weiteres Mal ein geschickter Mix aus Spannungsroman und Schauergeschichte gelungen. Er folgt dabei weitgehend den Aufbau seiner bisherigen Leo-Asker-Krimis. Das liest sich spannend bis zum Ende. Bleibt die Frage, ob dieses Konzept ein weiteres Mal aufgeht oder irgendwann ein neuer Ansatz hermuss, um die Leserinnen und Leser bei der Stange zu halten.

Petra Pluwatsch

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haben wir Anders de la Mottes Schauerkrimi „Eisiges Glas“ HIER besprochen.

Anders de la Motte: „Rostiges Grab“, dt. Marie-Sophie Kasten, Droemer, 512 Seiten, 17 Euro. E-Book: 12,99 Euro.

      

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