
Es ist bereits der fünfte Band einer isländischen Krimireihe von Eva Björg Aegisdottir: „Verschworen“. Der erste Band (dt. „Verschwiegen“) erschien im Original 2018 und avancierte im Heimatland der Autorin auf Anhieb zum Bestseller. Inzwischen gehört Eva Björg Aegisdottir, 1988 in Akranes, einer Kleinstadt nördlich von Reykjavik, geboren, zu den Stars der isländischen Krimiszene. Jahr für Jahr liefert sie einen weiteren Band ihrer Erfolgsserie, und bislang scheinen ihr die Ideen nicht auszugehen.
„Verschworen“ nimmt seinen Anfang in einem muffigen Sommerhaus in der Nähe von Akranes. Es gehört dem Software-Ingenieur Porgeir, einem introvertierten Sonderling, den seine Mutter vermisst gemeldet hat. Als Ermittlerin Elma und ihre Kollegen in dem Haus nach dem Rechten sehen, ist Porgeir bereits mehrere Tage tot. Seine Leiche weist zahlreiche Messerstiche auf, Abwehrspuren sind keine vorhanden.
Das Haar der fremden Frau
Ein Frauenhaar im Bett des Toten deutet auf Damenbesuch hin. Doch wer ist die geheimnisvolle Fremde, die der überzeugte Single angeblich wenige Wochen vor seinem Tod kennengelernt hat?
Eva Björg Aegisdottir arbeitet mit mehreren Zeitebenen und wechselnden Erzählperspektiven, so dass die Leserinnen und Leser den Ermittlern stets ein wenig voraus sind. Die Spannung mindert das keineswegs. Die Geschichte ist solide erzählt. Die Lösung liegt wie so oft in der Vergangenheit des Opfers. Ein Mainstream-Krimi im besten Sinne, gut lesbar auch ohne Kenntnis der Vorgängerbände.
Petra Pluwatsch
Eva Björg Aegisdottir: „Verschworen“, dt. von Freya Melsted, Kiepenheuer & Witsch, 368 Seiten, 17 Euro. E-Book: 12,99 Euro.
