Unwetter setzt Influencerin im Luxusresort fest: Emily Rudolf legt mit „Die Auszeit“ ihr Thriller-Debüt vor  

Die Alpen können so schön sein… Foto: Bücheratlas/M.Oe.

Das Szenario erinnert an Agatha Christies legendären Kriminalroman „Und dann gab‘s keines mehr“: Ein abgelegener Ort, abgeschnitten vom Rest der Welt, und eine Gruppe von Menschen, die ein wenig Spaß haben wollen. Unter ihnen eine Mörderin oder ein Mörder. Seit dem Erscheinen des Buches im Jahr 1939 gehört diese Grundkonstellation zum Kanon der klassischen Krimiplots. Auch Emily Rudolf, Jahrgang 1998, hat sich in ihrem Thriller-Debüt „Die Auszeit“ kräftig aus dieser Vorlage bedient.

Die Freunde sind nicht guter Dinge

Angesiedelt ist das blutige Geschehen in einem Luxusresort in den bayerischen Bergen. Dort will Influencerin Viktoria Kaplan gemeinsam mit einigen Wegbegleitern ihren 1-millionsten Follower feiern. Mit dabei: ihr Bruder und Manager Max und dessen neue Freundin Josefine. Ihr Freund Julian. Karla, die Ex von Max. Und schließlich Sebastian, Julians bester Freund.

Die Stimmung ist von Anfang an nicht die beste. Vor allem Josefine fühlt sich unwohl im Kreis der Freunde, deren Vertrautheit sie nicht teilen kann. Als ein Unwetter die Gruppe von der Außenwelt abschneidet, eskaliert die Situation. Bald gibt es ein erstes Todesopfer.

Die Welt des schönen Scheins

Emily Rudolf erzählt die spannende Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven und arbeitet mit mehreren Zeitebenen. Das ist nicht durchgehend gelungen, für ein Debüt jedoch schon sehr ordentlich gemacht. Interessant macht dieses Buch vor allem die Wahl seiner Protagonistinnen und Protagonisten.

Überzeugend schildert Emily Rudolf, wie Influencerinnen und ihre Fans ticken. Natürlich hat die Welt des schönen Scheins auch ihre hässlichen Seiten. Da geht es um Geld, um verletzte Eitelkeit und um den Irrglauben, das Netz könne ein Ersatz für das richtige Leben sein. Mit Agatha Christie hat all das am Ende dann doch wenig zu tun. Und das ist gut.

Petra Pluwatsch

Emily Rudolf: „Die Auszeit“, Scherz, 480 Seiten, 17 Euro. E-Book: 12,99 Euro.  

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..