
Eine junge Frau bekommt einen Job als Kindermädchen bei einer reichen amerikanischen Familie. Das Kind ist eine verzogene Göre, ihre Arbeitgeberin Nina Winchester ein Ekelpaket. Einziger Lichtblick im tristen Alltag von Ex-Knacki Millie Calloway: Andrew Winchester, der klaglos die Launen seiner Ehefrau erträgt. Und außerdem ausgesprochen gut aussieht.
„Falsch!“
Soweit die Versuchsanordnung. Alles weitere kann man sich denken. Die hübsche Millie und der smarte Andrew werden sich ineinander verlieben, eine der beiden Frauen wird irgendwann tot sein und so weiter und so weiter.
Falsch! Wenn man sich in dem spannenden Thriller von Freida McFadden auf etwas verlassen kann, dann darauf, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. „Wenn sie müsste“ ist ein knallharter Thriller, der geschickt mit den Erwartungen seiner Leserinnen und Leser spielt.
„Pericolo“
Langsam, ganz langsam schleicht sich das Grauen in Millies Alltag. Nina Winchester leidet offensichtlich unter psychischen Problemen und drangsaliert sie, wann immer sich eine Gelegenheit dazu bietet. Der italienische Gärtner scheint sie vor etwas warnen zu wollen. „Pericolo“, Gefahr, raunt er Millie bei deren Einzug in die noble Villa vor den Toren New Yorks zu. Ihr Zimmer lässt sich nicht abschließen. Und was bedeuten die beiden winzigen Wasserflaschen in ihrem Kühlschrank?
Die Geschichte, anfangs ein wenig betulich erzählt, nimmt zunehmend Fahrt auf. Und am Ende gibt es eine Leiche. Gut, das war zu erwarten. Doch wer das Opfer ist und wie es zu der bösen Tat kam, das ist eine Riesenüberraschung.
Petra Pluwatsch
Freida McFadden: „Wenn sie wüsste“, dt. von Astrid Gravert und Renate Weitbrecht, Heyne, 400 Seiten, 16 Euro. E-Book: 13,99 Euro.
