Daudet hat seine Mühle nie bewohnt – Reisenotizen aus Südfrankreich (8)

  Provenzalische Tonfiguren, die in jede Krippe passen sollen, sind ein Sammlergut. Eine der bekanntesten Figuren ist angeblich Tartarin von Tarascon, einer Romanfigur von Alphonse Daudet (1840 - 1897) nachgebildet. Den Inspirator selbst entdecken wir unterwegs ebenfalls als so ein Figürchen, gleich neben seinem einflussreichen Kollegen Frédéric Mistral postiert (dem mit dem Ziegenbart, dem die … Daudet hat seine Mühle nie bewohnt – Reisenotizen aus Südfrankreich (8) weiterlesen

Immer noch Fanpost für Antonio Machado – Reisenotizen aus Südfrankreich (7)

  Den Briefkasten am Grab gibt es tatsächlich. Wir hatten davon gehört. Aber wer glaubt denn so etwas? Antonio Machado, 1875 in Sevilla geboren und für einige der bedeutendste Lyriker Spaniens, liegt in Collioure begraben, nicht allzu weit entfernt von der Grenze seines Heimatlandes. Dieses hatte er, vor Francos Schergen flüchtend, 1939 verlassen. Einen Koffer … Immer noch Fanpost für Antonio Machado – Reisenotizen aus Südfrankreich (7) weiterlesen

Montaigne entdeckt die Freundschaft – Reisenotizen aus Südfrankreich (6)

  Drei Mal haben wir in Sarlat-la-Canéda an der Ecke der Place de la Liberté unser Frühstücks-Croissant gegessen. Und an jedem Morgen fand sich schon bald eine erste Reisegruppe ein, die vor dem Nachbarhaus  stehenblieb und den Erläuterungen der Stadtführung lauschte. Hier also wurde Etienne de La Boetie geboren. Wer nicht auf Anhieb weiß, um … Montaigne entdeckt die Freundschaft – Reisenotizen aus Südfrankreich (6) weiterlesen

Kugelschreiber für Albert Camus – Reisenotizen aus Südfrankreich (5)

Der "Espace Albert Camus" ist ein Veranstaltungsort in Lourmarin. Immerhin. Ansonsten weist wenig in dem knuffigen Provence-Ort darauf hin, dass hier der Autor des Romans "L'Etranger" gelebt hat. Ende der 50er Jahre hatte Camus das Haus in einer schmalen Gasse am Ortsrand gekauft, weit weg von Paris. Die Gebirgskette des Lubéron, die Stille, die Weite, … Kugelschreiber für Albert Camus – Reisenotizen aus Südfrankreich (5) weiterlesen

Mit Petrarca im Liegestuhl – Reisenotizen aus Südfrankreich (4)

Ein Traumort in Fontaine-de-Vaucluse, die formidable Verbindung von Natur und Poesie feiernd, ist das schöne-kleine Petrarca-Museum. In nächster Nähe der lärmenden Sorgue-Quelle, umfangen von Fels und Grün, feiert es den großen Italiener (1304 - 1374). Um kurz vor elf Uhr, als die Sonne schon entschiedene  Wärmesignale aussendet, rückt ein freundlicher Herr, der uns wenig später … Mit Petrarca im Liegestuhl – Reisenotizen aus Südfrankreich (4) weiterlesen

Sophie Bonnet bittet zum Mord in der Provence

  Zwei Touristinnen ist eine Wanderung durch die Hochprovence nicht gut bekommen. Sie werden tot in den Bergen aufgefunden. Und jetzt ist auch noch die Frau des Bürgermeisters von Sainte Valérie verschwunden. Ist Nanette Rozier womöglich das dritte Opfer eines Serienmörders geworden? Oder hat der Herr Bürgermeister höchstselbst seine Frau um die Ecke gebracht? Im … Sophie Bonnet bittet zum Mord in der Provence weiterlesen

Dieter Wellershoff, 1925 – 2018

"Für mich ist das Buch das Medium Nummer eins. Es bietet mehr als alle anderen Medien die Chance, ein zweites Leben zu leben - und mit diesem Wissen in die Wirklichkeit zurückzukehren. Bewegt, verstärkt, vielleicht irritiert, auf jeden Fall mit einem Zugewinn. Wenn der Mensch diese Rückzugsmöglichkeit nicht hat, sondern immerzu gezwungen ist, in der … Dieter Wellershoff, 1925 – 2018 weiterlesen

Frankreichs Bibliobus parkt vor der Stadtbibliothek

Es sind eben doch noch nicht alle Bücher online einzusehen - jedenfalls nicht "mal eben so". Da hilft ein Besuch in der Kölner Stadtbibliothek weiter, vom Deutschen Bibliotheksverband im Jahre 2015 zur "Bibliothek des Jahres" gekürt. Die feine Auszeichnung hat nichts von ihrer Berechtigung verloren: Freundliche, schnelle und effektive Unterstützung gibt es von der Dame … Frankreichs Bibliobus parkt vor der Stadtbibliothek weiterlesen

Mit Frédéric Mistral durch die Provence – Reisenotizen aus Südfrankreich (3)

  Vor dem Denkmal auf der schönen-kleinen-zentralen Place du Forum in Arles sagt ein amerikanischer Tourist zu seiner Begleiterin: "Guck mal, was der für einen Mantel trägt - das muss ein bedeutender Mann sein." Frédéric Mistral (1830 - 1914) - schon mal gehört? Nobelpreisträger von 1904. Kurioserweise gibt es den Nachnamen noch einmal auf der Stockholmer … Mit Frédéric Mistral durch die Provence – Reisenotizen aus Südfrankreich (3) weiterlesen

Mit Samuel Beckett in Roussillon – Reisenotizen aus Südfrankreich (2)

  "Das Haus von Samuel Beckett? Das gib es noch. Aber es ist in Privatbesitz. Das kann man nicht besichtigen." Die Dame im Informationsamt von Roussillon wirkt nicht begeistert über das Interesse an dem großen Iren. Aber das Haus, in dem der Dramatiker gegen Ende des Zweiten Weltkriegs untergekommen ist, auf der Flucht vor den … Mit Samuel Beckett in Roussillon – Reisenotizen aus Südfrankreich (2) weiterlesen

Victor Hugo und der deutsche Herzog – Reisenotizen aus Südfrankreich (1)

Auf der Weinfelderstrecke zwischen Beaune und Autun, mitten in Burgund,  plötzlich eine Erscheinung bei der Ortsdurchfahrt von Saint-Léger-sur-Dheune: "Lire, c'est voyager". Quer über die Hauswand der Bibliotheque Municipal geschrieben, in der "Rue du 8  Mai 1945". Aber das ist doch ein Motto unseres Blogs! DAS Motto sogar. Leider nicht von uns erfunden. Victor Hugo (1802-1885) … Victor Hugo und der deutsche Herzog – Reisenotizen aus Südfrankreich (1) weiterlesen

Bruno trinkt einen Roten: Martin Walkers Jubiläumskrimi im Périgord

  Es ist schwül in Le Bugue an diesem Sommertag. Sanft ansteigende Straßen, alte, steingraue Häuser, an deren Wänden das Moos klebt. Träge wälzt sich die Vézère, ein Nebenfluss der Dordogne, an Restaurants und blühenden Wiesen vorbei. Wir sind in Martin-Walker-Land. Der schottische Krimiautor lebe ein wenig außerhalb des Ortes, verrät der Verkäufer in Walkers … Bruno trinkt einen Roten: Martin Walkers Jubiläumskrimi im Périgord weiterlesen

Alberto Manguel ist der Hüter des Büchergrals

  Alberto Manguel (70) ist der Mann der Bücher. Das hat der Kanadier aus Argentinien, der unter anderem in Israel aufgewachsen ist, in vielen Texten nachgewiesen – zumal in seinem in 36 Sprachen übersetzen Weltbestseller „Eine Geschichte des Lesens“ und jetzt aufs Neue in „Die verborgene Bibliothek“. Was der Leser bei der Lektüre erfährt, nämlich … Alberto Manguel ist der Hüter des Büchergrals weiterlesen

Hausbesuch bei Nina George in der Bretagne

  "Da drüben liegt mein Sehnsuchtsort.“ Nina George weist über das Meer: ein paar Häuser aus grauem Stein. Ein  winziger Hafen. Eine Katze, die sich in der Sonne räkelt. Langsam gleiten wir mit dem Boot  am Ufer entlang.  Kerdruc  heißt der  Weiler  an der Mündung des Aven, in den sich Nina George vor  zwölf  Jahren  … Hausbesuch bei Nina George in der Bretagne weiterlesen

Wallrafs Bibliothek in der Kölner Universitäts- und Stadtbibliothek ist zur Hälfte in schlechtem Zustand

      Ferdinand Franz Wallraf (1748-1824), Köln einziger "Erzbürger" und wegweisender Sammler und Mäzen, hat der Stadt  in seinem Testament aus dem Jahre 1818 unter anderem  seine umfangreiche Bibliothek mit Werken vom 15. bis zum 19 Jahrhundert überlassen. Es handelt sich um über 14.000 Exemplare aus allen damals geläufigen Wissenschaftsbereichen - und um jede … Wallrafs Bibliothek in der Kölner Universitäts- und Stadtbibliothek ist zur Hälfte in schlechtem Zustand weiterlesen

Haruki Murakami präsentiert seinen Commendatore im Doppelpack

  "Ich war davon überzeugt", sagt der Erzähler im Roman "Die Ermordung des Commendatore", "dass wir über einen besonderen Kanal in der Lage sind, die Realität außer Kraft zu setzen." Tatsächlich gibt es einen solchen Kanal auch in der literarischen Welt. Dort sorgt Haruki Murakami ein ums andere Mal dafür, dass das Rätselhafte und Unerklärliche … Haruki Murakami präsentiert seinen Commendatore im Doppelpack weiterlesen

Die Schottin Val McDermid feiert Jubiläum: „Der Sinn des Todes“ ist ihr 30. Kriminalroman

  Val McDermid ist eine der erfolgreichsten Kriminalautorinnen Großbritanniens. 30 Romane hat die 62-Jährige seit 1987 geschrieben und vier Krimireihen an den Start gebracht - die Lindsey-Gordon-, die Kate-Brannigan-, die Tony-Hill- und die Karen Pirie-Serie, zu der ihr letzter Roman gehört: "Der Sinn des Todes". Sie hat mit ihren Büchern mehrere Preise gewonnen, darunter 1995 … Die Schottin Val McDermid feiert Jubiläum: „Der Sinn des Todes“ ist ihr 30. Kriminalroman weiterlesen

Japanischer Bildersturm im Museum für Ostasiatische Kunst in Köln

    Seit über hundert Jahren ist das Museum für Ostasiatische Kunst am Aachener Weiher in Köln im Besitz einer umfangreichen Sammlung von Farbholzschnitten aus dem Japan des 18. und 19. Jahrhunderts. Sie wurden schon früh von den Museumsgründern Adolf und Frieda Fischer gesammelt, nämlich zu einer Zeit, als diese mal deftigen und mal feinen, … Japanischer Bildersturm im Museum für Ostasiatische Kunst in Köln weiterlesen

Götter, Geister und Getränke in der Bonner Bundeskunsthalle

    Die Erdgravuren in Perus Süden, über viele hundert Quadratkilometer verteilt, sind eine Attraktion, die der Besucher am einfachsten im Überflug erkennt. Gigantische Figuren und Linien sind das, die mutmaßlich als Pilgerpfade dienten. Ganz genau wissen das die Archäologen noch nicht, denn  schriftliche Quellen gibt es nicht. Aber in Bonn, wo in der Bundeskunsthalle … Götter, Geister und Getränke in der Bonner Bundeskunsthalle weiterlesen

Jan Weilers zweite Karriere als Krimiautor

  Bekannt wurde der Journalist und Schriftsteller Jan Weiler durch eher heitere Romane wie "Und ewig schläft das Pubertier" und "Maria, ihm schmeckt's nicht". Mit "Kühn hat zu tun" begann 2015 Weilers zweite Karriere als Krimiautor. Die Kritiker priesen den Roman als "psychologisches Kabinettstück", die geneigte Leserschaft verhalf ihm auf Anhieb zu einem respektablen Platz … Jan Weilers zweite Karriere als Krimiautor weiterlesen