Melanie Raabe möchte Köln mit niemandem teilen – und deshalb spielen ihre Krimis ganz woanders. Ein Spaziergang durchs Agnesviertel.

"Vielleicht sollten wir die Tour im Sommer machen", sagt Melanie Raabe. Wir haben im Eingang des "Metropolis" Schutz gesucht, ihrem Lieblingskino am Kölner Ebertplatz. Regen pladdert aus einem grauen Himmel. Die Wolken hängen tief. Gerade hat sich die  Krimiautorin in einem nahen Drogeriemarkt noch schnell einen Regenschirm besorgt. "Was soll's?" Melanie Raabe zurrt den Gürtel … Melanie Raabe möchte Köln mit niemandem teilen – und deshalb spielen ihre Krimis ganz woanders. Ein Spaziergang durchs Agnesviertel. weiterlesen

Gunther Geltinger über Afrika, Seitensprünge und seinen Roman „Benzin“ im Kölner Literaturhaus

Am Ende lobte Gunther Geltinger die „knisternde Dichte“, die am Großen Griechenmarkt geherrscht habe. Was vollkommen korrekt war. Die Aufmerksamkeit des Publikums im bis auf den letzten Platz besetzten Literaturhaus Köln war tatsächlich aufs Schönste gespannt. Das lag am Autor selbst, der seinen neuen Roman „Benzin“ klug und anschaulich erläuterte. Unterstützt wurde er dabei von … Gunther Geltinger über Afrika, Seitensprünge und seinen Roman „Benzin“ im Kölner Literaturhaus weiterlesen

Linus Geschkes Thriller „Tannenstein“ ist nichts für schwache Nerven

Wie viele Tote? 15, 16, vielleicht sogar 20. Keine Frage - Linus Geschkes Thriller „Tannenstein“ ist nichts für schwache Nerven.  Die Ausgangslage:  Alexander Born, ein korrupter Berliner Polizist, wird aus dem Knast entlassen. Sein Job ist weg, seine Geliebte wurde von einem Mann getötet, den man nur als den „Wanderer“ kennt. Nun wird Born den … Linus Geschkes Thriller „Tannenstein“ ist nichts für schwache Nerven weiterlesen

Das Römergrab in Köln-Weiden, eine Einzigartigkeit nördlich der Alpen, wird ab Juli regelmäßig geöffnet sein

  Das gibt's nur einmal in Köln, in Deutschland, in der Welt nördlich der Alpen: Eine große unterirdische Grabkammer aus der Antike.  Jahrzehntelang war das Bodendenkmal, das eine Liegenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen ist, zumeist verschlossen. Zuletzt wurde es immerhin einmal im Monat für Sonderführungen geöffnet. Dafür sorgten die ehrenamtlich tätigen Fachleute und Freunde eines Fördervereins, … Das Römergrab in Köln-Weiden, eine Einzigartigkeit nördlich der Alpen, wird ab Juli regelmäßig geöffnet sein weiterlesen

Gunther Geltingers packende Road-Novel „Benzin“ führt in den Süden Afrikas und durch eine Beziehungskrise

  Vielleicht hätte Nyami Nyami helfen können. Der Flussgott mit dem Fischkopf und dem Schlangenkörper, der im Zambezi zuhause ist. Im Süden Afrikas erzählt man sich, dass die mythologische Gestalt einst für Schutz gesorgt habe, wenn die Not groß gewesen sei. Doch nach dem Bau eines Staudamms in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts habe … Gunther Geltingers packende Road-Novel „Benzin“ führt in den Süden Afrikas und durch eine Beziehungskrise weiterlesen

Julian Barnes erzählt von der ersten großen Liebe und was aus ihr wurde

Später? „Nun ja, was später kam, kam später.“ Erst einmal war da nichts als Glück. Jugendliches Glück. Und unbedingte, ewige, vollkommene, nicht zu beschreibende Liebe. So hatte noch nie, nie, nie zuvor ein Mann eine Frau geliebt. Vor „über 50 Jahren“ in einem Ort südlich von London. Und was später kam? Das wird der Leser … Julian Barnes erzählt von der ersten großen Liebe und was aus ihr wurde weiterlesen

Besuch bei Lien de Jong, die als Kind in Holland den Holocaust überlebt hat

Es gibt eine wichtige Adresse im Leben der Lien de Jong. Sie lautet „Bilderdijkstraat Nr. 10, 3314 RB Dordrecht, Niederlande“. Heute steht hier ein Gebilde aus Stahl. Dahinter liegt eine kleine Rasenfläche. Moderne Backsteinhäuser säumen die Straße. Lien de Jong hat andere Bilder im Kopf.  Ein einstöckiges  Haus, durch das vier Kinder toben. Eine Frau … Besuch bei Lien de Jong, die als Kind in Holland den Holocaust überlebt hat weiterlesen

Christoph Peters jagt mit der japanischen Mafia durch Berlin und Tokio

Dass Christoph Peters ein formidabler Japankenner  ist, hat er bereits mit Romanen wie „Mitsukos Restaurant“ und „Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln“ bewiesen. Mit seinem  Krimi „Das Jahr der Katze“ hat der Mann  aus Kalkar noch einmal nachgelegt.  Das Yakuza-Mitglied Fumio Onishi, bekannt aus  „Der Arm des Kraken“ (2015), hat die Freundin seines getöteten „Arbeitskollegen“  Yukio übernommen. … Christoph Peters jagt mit der japanischen Mafia durch Berlin und Tokio weiterlesen

Maxim Leo erzählt die packende Geschichte seiner „verschwundenen Familie“

„Eine Familie ist eine merkwürdige Sache“, sagt Maxim Leo. „Man trifft Menschen, die einem ähnlich und doch sehr fremd sind.“ Bei der Hochzeit seines Bruders Moritz vor einigen Jahren sei ihm das so ergangen. „Alles Leos.“ Leos aus Großbritannien, aus Israel, aus Österreich und Frankreich.  Leos, deren  Urgroß- und Ururgroßeltern wie er selber aus Berlin … Maxim Leo erzählt die packende Geschichte seiner „verschwundenen Familie“ weiterlesen

Joan Baez bei ihrem „Last Waltz“ im Londoner Palladium

Eine Folk-Ikone steht da auf der Bühne des Londoner Palladium. Es ist ihr zweiter Abend in der Stadt. Und nach ursprünglichem Plan sollte es der letzte Konzert-Auftritt in Europa sein. Für immer. Denn Joan Baez, 1941 in New York geboren, befindet sich auf großer Abschiedstournee. Aber weil das mit dem Abschiednehmen nicht immer so leicht … Joan Baez bei ihrem „Last Waltz“ im Londoner Palladium weiterlesen

Ingrid Noll gründet eine WG, die auf Gold stößt – und auf ein (kopfloses) Skelett

Es steht zu vermuten, dass Ingrid Noll den alten Gerhard Gläser nicht mag. „Ich bringe in meinen  Büchern in der Regel nur  Menschen um, die ich nicht leiden kann“, sagte sie einmal in einem Interview.  Und der betagte Gläser, ein geldgieriger, übelgelaunter  Kauz mit schlechten Zähnen und ebensolchen  Manieren, ist in der Tat kein Sympathieträger. … Ingrid Noll gründet eine WG, die auf Gold stößt – und auf ein (kopfloses) Skelett weiterlesen

„Ich hasse Kriminalromane und lese sie auch nie“ – Luxor in sechs Etappen (6)

6. Logis und Literatur Das Hotel Winter Palace ist das Traditionshaus der Stadt Luxor und des Nil-Tourismus. Zwar platzt an der Straßenfassade schon ein wenig der ockerfarbene Putz ab, aber das Interieur ist angenehm gediegen und der botanische Garten ein paradiesisches Eiland mit Dattelpalmen, Königspalmen, Zierpalmen und Wiedehopfen zuhauf. Hier auch steht der Pavillion-Anbau mit … „Ich hasse Kriminalromane und lese sie auch nie“ – Luxor in sechs Etappen (6) weiterlesen

„Ich bin der Koch von Eurem Kreuzfahrtschiff“ – Luxor in sechs Etappen (5)

5. Bakschisch Die Ägypter sind hilfsbereite Menschen. In der Bank rufen sie uns vom Ende der Schlange an deren Anfang, damit wir ein paar ägyptische Pfund eintauschen können. Auf dem Markt geben sie bereitwillig Auskunft auf die naive Frage, was die dunkle Stelle auf der Stirn zu bedeuten habe. Und in der abendlichen Dunkelheit weisen … „Ich bin der Koch von Eurem Kreuzfahrtschiff“ – Luxor in sechs Etappen (5) weiterlesen

„Er ist der Stolz Ägyptens“ – Luxor in sechs Etappen (4)

4.  Zur Lage der Nation Über den Staatspräsidenten Sisi werden auch Witze gemacht. Aber Politik ist kein Thema, über das mit Fremden gerne geredet wird. Verständlich. Ägypten wird autokratisch regiert. Und es herrscht der Ausnahmezustand. Da ist ein offenes Wort auch schon mal lebensgefährlich. Menschenrechtsorganisationen weisen auf Folter und Willkür hin. Doch die internationale Staatengemeinschaft … „Er ist der Stolz Ägyptens“ – Luxor in sechs Etappen (4) weiterlesen

Die Gedichte des Isländers Sigurdur Pálsson

Das Wort „sólskin“  kommt einige Mal vor in den Gedichten des Isländers Sigurdur Pálsson. Das klingt auch in der deutschen Übersetzung positiv: „Sonnenschein“. Als Pálsson die Texte für den Band „Gedichte erinnern eine Stimme“ zu Papier brachte, wusste er wohl um den nahenden Tod. Dennoch sind seine Verse alles andere als bittere Klagen über die … Die Gedichte des Isländers Sigurdur Pálsson weiterlesen

„Keine Angst“ – Luxor in sechs Etappen (3)

3. Die Sicherheit Wie es um die Sicherheit im Land bestellt ist, merkt der Besucher gleich nach der Landung. Noch warten wir, dass uns der Flughafenbus zum Terminal fährt, da nähert sich ein achtköpfiger  Reinigungstrupp der Maschine– und jedes seiner Mitglieder wird, bevor es die rückwärtige Gangway betreten darf, einer Leibesvisitation unterzogen. Gut, die Kontrolle … „Keine Angst“ – Luxor in sechs Etappen (3) weiterlesen

Yannic Han Biao Federers Debütroman „Und alles wie aus Pappmaché“

Die Konjunktion „und“ wird selten gewürdigt. Sie ist die graue Maus im Paradiesgarten der Worte. Was sehr ungerecht ist. Denn dieses Bindewort verdeutlicht wie kein anderes, dass alles miteinander zusammenhängt und sich das eine aus dem anderen ergibt. Das führt Yannic Han Biao Federer in seinem Debütroman „Und alles wie aus Pappmaché“ in bestechender Konsequenz … Yannic Han Biao Federers Debütroman „Und alles wie aus Pappmaché“ weiterlesen

„Es hätte erst gestern sein können“ – Luxor in sechs Etappen (2)

2. Tempel-Tips Jetzt wird es ziemlich bilderreich. Denn einige antike Stätten, die vom Standort Luxor aus leicht zu erreichen sind und Schaumaterial für mindestens eine Woche bieten, gibt es hier im Überblick. Dabei handelt es sich nur  um jene Attraktionen, die wir besucht haben. Mehr davon gibt es allemal. Und weiter im Süden (Abu Simbel) … „Es hätte erst gestern sein können“ – Luxor in sechs Etappen (2) weiterlesen

„Diese alten Pharaonen müssen schon phantastische Kerle gewesen sein“ – Luxor in sechs Etappen (1)

1. Das Ziel Simon Doyle sagt es in Agatha Christies Kriminalroman „Tod auf dem Nil“ mit diesen Worten: „Also, ehrlich gesagt, mache ich mir ja nicht viel aus Tempeln und Besichtigungen, aber dies ist wirklich einzigartig! Diese alten Pharaonen müssen schon phantastische Kerle gewesen sein.“ Der Protagonist Simon Doyle ist – Achtung, Spoiler-Alarm – ein … „Diese alten Pharaonen müssen schon phantastische Kerle gewesen sein“ – Luxor in sechs Etappen (1) weiterlesen

Julia Trompeter, das Baby und das Debüt im Kölner Literaturhaus

Das kommt nicht alle Lesungs-Tage vor. Auch nicht im Kölner Literaturhaus. Um 20.12 Uhr schaut Julia Trompeter auf das Display ihres Handys. Derweil beginnt der neben ihr auf dem Podium sitzende Moderator Terry Albrecht, eine Pause anzukündigen. Doch die Autorin unterbricht ihn, gibt Entwarnung und Erläuterung: „Mein kleiner Sohn ist nebenan, und wir wussten nicht, … Julia Trompeter, das Baby und das Debüt im Kölner Literaturhaus weiterlesen